"Die Hexen von Cabrera": Karl Kases liest in Can Gats aus seinem neuen Krimi
Am Sonntag (23.11.) übernimmt der Hausherr persönlich die Lesung in seiner Bodega in Llucmajor

Liest aus seinem zweiten Kriminalroman: Autor und Regisseur Karl Kases. / privat
Sein Krimi-Protagonist erlebt wilde Abenteuer, der Autor und Regisseur Karl Kases (74) hat es derweil gemütlicher: Beim MZ-Telefoninterview sitzt der Österreicher gerade in einem Wiener Kaffeehaus und genießt ein Frühstück mit Topfenstrudel. Zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit der Hausherr von Can Gats das Kulturprogramm mit einer Lesung aus seinem ersten Krimi „Der Mallorca-Job“ einläutete. Seitdem haben er und seine Frau Susanne mit Unterstützung der Veranstalterin Ingrid Flohr zu zahlreichen Events in ihre Bodega in Llucmajor eingeladen. Karl Kases findet es „großartig“, nun wieder die Gelegenheit zu haben, dort selbst Geschichten zu lesen und zu erzählen.
Die Fortsetzung seines ersten Buches, das in der Rohfassung bereits 2017 unter den Finalisten des MZ-Krimiwettbewerbs war, ließ ein wenig auf sich warten. „Es war schwierig, den zweiten Roman zu schreiben. Das hat länger gedauert, weil es eine komplizierte, fiktive, humorvolle Krimigeschichte ist. Wobei das Hauptaugenmerk auf Leichtigkeit und Humor liegt“, erklärt der Autor. Zum Schreiben von Krimis in Prosaform fand Kases erst spät: Viele Jahre lang arbeitete er in Hollywood als Kameramann, später führte er bei deutschen und österreichischen Produktionen Regie – zu seinem Lebenslauf gehörten also eher Fernsehkrimis wie diverse Schimanski-„Tatorte“.
Faszination für das Archipel Cabrera
Während sich die „Hauptaction“ des ersten Teils seiner Kriminalromane in einer Bodega abspielte, sind die Schauplätze des zweiten Bandes nun Llucmajor, der Hafen von Porto Pí, Palma und allen voran – wie schon der Titel verrät – Cabrera. Kases ist aus mehreren Gründen von dem Archipel fasziniert: „Erstens, weil wir des Öfteren die Überfahrt gewagt haben, damals noch mit dem eigenen Schlauchboot. Das war schon interessant genug, in aller Herrgottsfrühe die Finnwale und Delfine selbst zu sehen – und auch deren Babys, die uns begleitet haben“, schwärmt er. „Dann die absolute Einsamkeit dieser Insel, die nur von der Guardia Civil und Naturschützern ‚bewohnt‘ wird. Wenn du einen Schritt vom Weg abweichst, stehen schon zwei da und sagen: ‚Das geht so nicht.‘ Das hat mich alles inspiriert.“ Ebenso „diese wunderbar gemütliche Sa Cantina de Cabrera“, die Hafenbar, oder das Schwimmen in der blauen Lagune.
Doch insbesondere ihre Abgeschiedenheit macht die Inselgruppe vor Mallorca zur perfekten Kulisse für Verbrechen. „Du bist gefangen dort und kannst nur weg, wenn eine Fähre geht – oder im eigenen Boot“, so Kases. Eine zentrale Rolle in dem Krimi spielt das Thema Umweltschutz. Es geht um internationale Machenschaften, um Umweltsünder mit teuflischen Plänen, die nur nach Gewinn streben, sich über alle Gesetze hinwegzusetzen versuchen und die Insel zerstören. „Da gibt es russische und westliche ‚Hexen‘, die das wollen. Und das ist natürlich eine gute Aufgabe für unseren Helden Leon und dessen Frau Sonja, dagegen anzukämpfen“, sagt der Autor.
Zwei große Baustellen für den Kommissar
Eine neue Herausforderung für den Berliner Kommissar, der bis dato in Deutschland „seinen Dienst geschoben hat, der ihn anödet und ankotzt“. Kases erklärt: „Er kommt durch einen Zufall nach drei Jahren zurück nach Mallorca.“ Dabei habe der Deutsche im Grunde zwei große Baustellen gleichzeitig zu bearbeiten: den Fall und sein eigenes, turbulentes Privatleben. „Er kommt wieder zusammen mit seiner jetzt schon fast Ex-Geliebten Sonja und bemüht sich wahnsinnig um sie. Es gelingt ihnen auch. Man möchte es nicht glauben, aber ich will ja ein Happy End haben (lacht).“
Zur Seite steht Leon auch sein bester Kumpel Rafel, Polizeipräsident in Palma, und sein Freund Pepe, Kases Lieblings-Nebencharakter. „Er ist die Figur, die immer mit Humor neben ihm herläuft und versucht, mit seiner Lebensphilosophie die Situationen zum Besten zu wenden.“ Und dann gebe es natürlich noch die Hexen – gute und böse. „Manchmal verwandelt sich die gute auch in eine böse, und umgekehrt“, sagt der Autor geheimnisvoll.
Viel Inspiration ziehe er daraus, sich mit offenen Augen auf der Insel zu bewegen, und durch Zeitungslektüre. „Die Figuren wurden alle auf der Straße gefunden und erfunden. Es sind alles meine Familienmitglieder und Freunde mittlerweile“, betont Kases. Für die Lesung habe er nun die schönsten Stellen ausgesucht, die schlüssig zusammenpassen. „Man muss den ersten Teil nicht gelesen haben, aber: Es hilft, weil beide ähnlich originell und locker in einer Art Drehbuchform geschrieben sind. Alles geht sehr schnell, man hat nicht viel Zeit zum Nachdenken“, betont Kases. Plant er bereits eine weitere Fortsetzung? „Die Antwort ist: No comment. Aber ja“, sagt der Österreicher und lacht.

Buchcover: "Die Hexen von Cabrera" / Karl Kases
Karl Kases, „Die Hexen von Cabrera“, 23. November, 12 Uhr, Eintritt: 45 Euro (inkl. Sektempfang, Menü und Wein), Teilnahme mit Anmeldung: can-gats.com
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