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Beliebte Event-Finca Son Amar auf Mallorca plant Landhotel mit 50 Betten

Nach dem Ende der eigenen Shows richtet sich Son Amar neu aus. Neben Veranstaltungen externer Firmen könnte künftig auch Agrotourismus zum Geschäftsmodell gehören

Einst veranstaltete Son Amar legendäre eigene Shows

Einst veranstaltete Son Amar legendäre eigene Shows / I. Sutorras

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Das Projekt zur Umwandlung der bei Deutschen beliebten Son-Amar-Eventfinca nimmt weiter Form an. Geplant ist, einen Teil des Komplexes der traditionsreichen Veranstaltungs-Finca in einen Agrotourismusbetrieb mit 50 Schlafplätzen umzuwandeln. Die Eigentümer wollen dafür das Hauptgebäude herrichten. Im Erdgeschoss sollen eine Rezeption, ein Restaurant, eine Bar-Cafeteria, ein Geschäft und eine Fahrradwerkstatt entstehen. Außerdem sieht das Projekt 24 Unterkunftseinheiten vor: acht im Erdgeschoss, elf im ersten Stock und fünf im zweiten Stock. Insgesamt entspricht das 25 Schlafzimmern und 50 Beherbergungsplätzen.

Spa- und Wellnessbereich

Auch die Mühle auf dem Gelände soll reformiert werden. Sie ist laut dem bei der autonomen Verwaltung eingereichten Bauplan künftig als Spa- und Wellnessbereich vorgesehen. Zudem sollen Außenbereiche hergerichtet werden, darunter interne Wege und Gartenanlagen mit einheimischer Vegetation. Die derzeit bebaute Fläche beträgt 4.244 Quadratmeter.

Aktuell befindet sich das Vorhaben derzeit bei im balearischen Wasserwirtschaftsamt zur öffentlichen Auslegung. Während einer Frist von 20 Tagen können Verwaltungen, Einrichtungen und Privatpersonen, die sich von dem Projekt betroffen sehen, Einwendungen vorbringen.Bereits am 15. Mai 2025 hatte das balearische Wohnungsministerium einen Umweltverträglichkeitsbericht zu dem Vorhaben veröffentlicht. Darin kam die Behörde zu dem Schluss, dass die geplante Reform keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden müsse, „da nicht damit gerechnet wird, dass sie erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte“. Zugleich wurden mehrere Bedingungen festgelegt, die die Projektträger erfüllen müssen.

Pläne unter der Lupe

Eine davon betrifft die Lage des Projekts. Dem Bericht zufolge befindet sich Son Amar in der sogenannten Polizeizone des öffentlichen Wassergebiets des Torrents von Bunyola. Dabei handelt es sich um einen Streifen von 100 Metern auf beiden Seiten der Wasserläufe. In dieser Zone erfordert jede Maßnahme, die das hydrologische Regime oder die Wasserqualität beeinträchtigen könnte, einen vorherigen Bericht oder eine Genehmigung der zuständigen Behörde, also der Wasserressourcenbehörde.

Auch die Wasserversorgung ist an Vorgaben geknüpft. Solange keine Genehmigung für die Nutzung der Brunnen für den Agrotourismus vorliegt, muss das Trinkwasser für den Betrieb über Tankwagen geliefert werden. Zudem darf der gesamte Wasserverbrauch des Agrotourismusbetriebs 250 Liter pro Person und Tag nicht überschreiten. In diese Berechnung fallen sowohl Gäste als auch Beschäftigte.

Der Umweltbericht weist außerdem auf einen möglichen Konflikt mit den geltenden Vorgaben für Agrotourismusbetriebe auf den Balearen hin. Nach dem Dekret, das die Tätigkeit von Agrotourismus in landwirtschaftlichen Betrieben regelt, darf „die Zahl der für die Öffentlichkeit bestimmten Beherbergungsplätze höchstens 24“ betragen. Das nun vorgelegte Projekt sieht dagegen 50 Plätze vor.

Neuausrichtung

Die neuen Pläne werden in einer Phase bekannt, in der sich Son Amar ohnehin neu aufstellt. Anfang April hatte die Nachricht, dass die bekannte Event-Finca künftig keine eigenen Shows mehr anbieten werde, bei vielen Urlaubern und Einheimischen für traurige Reaktionen gesorgt. Beim MZ-Besuch der letzten eigenen Show Ende April 2025 hatte ein Verantwortlicher bereits angedeutet, dass Son Amar für Veranstaltungen externer Firmen und andere gesellschaftliche Anlässe geöffnet bleiben werde.

Dinner-Shows in Son Amar waren lange Zeit Kult

Dinner-Shows in Son Amar waren lange Zeit Kult / Redaktion DM

Im vergangenen Oktober wurde diese Linie konkretisiert. In einer Pressemitteilung vom 6. Oktober hieß es, Son Amar werde sein Engagement für gesellschaftliche und geschäftliche Veranstaltungen künftig verstärken. Dieser Geschäftsbereich solle zum Eckpfeiler des neuen Geschäftsmodells werden und dem Unternehmen ermöglichen, unabhängiger zu agieren, ohne auf die finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein, die zuvor von Margaret Whittaker bereitgestellt worden war.

Whittaker, die Besitzerin von Son Amar, war Anfang Februar 2025 im Alter von 76 Jahren im Kreis ihrer Familie verstorben. Die Unternehmerin hatte die Showbühne, an die auch ein Restaurant angeschlossen ist, Anfang der 2000er Jahre übernommen und über die Jahre rund 50 Millionen Euro in den Ausbau zur Event-Finca investiert.

Unterschiedliche Veranstaltungen

Heute verfügt Son Amar über ein Auditorium mit einer Kapazität für mehr als tausend Besucher, multifunktionale Säle sowie mehrere Terrassen und Außenbereiche. Nach Angaben des Unternehmens bietet der Komplex moderne Einrichtungen für unterschiedliche Arten von Veranstaltungen.

Die Leitung liegt inzwischen bei Dominic Miles, dem Sohn von Margaret Whittaker. Unterstützt wird er von Paul Abrey, einem langjährigen Freund Whittakers und ihrer Familie. Miles verfügt den Angaben zufolge über Erfahrung in der Hotellerie und im Nachtleben und war bereits Mitglied der Geschäftsleitung des Familienunternehmens. Parallel baut er seine eigene Unternehmensgruppe im Automobilsektor mit Aktivitäten in Spanien, Großbritannien und Polen weiter aus. Abrey ist leitender Angestellter einer audiovisuellen Produktionsfirma auf Mallorca.

Son Amar ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Freizeitgeschichte Mallorcas. In seinen Ursprüngen war der Komplex mit dem Unternehmer Damián Seguí verbunden und entwickelte sich zu einer Referenz im Bereich Show und Gastronomie. Internationale Künstler traten dort auf, ebenso wurden Shows mit großem logistischem Aufwand veranstaltet.

Mit dem Ende der eigenen Shows ist für Son Amar ein Kapitel zu Ende gegangen. Zugleich zeigen die laufenden Verwaltungsverfahren und die angekündigte stärkere Ausrichtung auf Events, dass der bekannte Veranstaltungsort weiter genutzt werden soll – künftig offenbar mit einer Mischung aus gesellschaftlichen und geschäftlichen Veranstaltungen sowie, sofern das Projekt genehmigt wird, einem Agrotourismusbetrieb.

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