Mehr Kategorien, weniger Tage: Warum das Mallorca Live Festival in diesem Jahr ganz anders werden soll als zuvor
Gründer Álvaro Martínez über die neue Ausgabe des Mallorca Live Festivals und die Frage, ob sich das Event in ein Premium-Produkt verwandelt

Rundum versorgt auf der Empore: die „Premium“-Tribüne beim Mallorca Live Festival 2025. | FOTO: TOMÀS MOYÀ/MALLORCA LIVE FESTIVAL
Zum neunten Mal findet zwischen dem 12. und 14. Juni das Mallorca Live Festival statt. Das größte Musikevent der Insel hat im Vergleich zu den vergangenen Jahren einige Änderungen vorgenommen. Die wichtigste: Statt drei Tagen gibt es jetzt nur noch an zwei Tagen Festival. Dafür findet am dritten Tag eine große Party statt, für die man die Dienste des französischen Star-DJs David Guetta in Anspruch nimmt. Und auch ansonsten dürfte einiges anders werden auf dem Festivalgelände in Magaluf. Ein Gespräch mit dem Gründer und Leiter des Musikevents, Álvaro Martínez.
Mehr Bühnen, weniger Tage, neue Zuschauerzonen: Wird das Mallorca Live ein anderes Festival als in den vergangenen Jahren?
Ja. Es wird anders, weil wir manche Bereiche neu strukturieren und verbessern. Was die Tage betrifft, werden es zwei volle Festivaltage sein, Freitag und Samstag. Und dann haben wir für den Sonntag etwas vorbereitet, das eine große Neuheit ist: Es wird ein Closing-Format geben, das fünf Stunden dauert. Alles konzentriert sich dabei auf den Hauptbereich der Bühne, mit David Guetta als zentraler Figur. Beim Festival kommt eine sechste Bühne für akustische Konzerte mit Kopfhörern hinzu, ausschließlich mit mallorquinischen Singer-Songwritern.
Warum nur noch zwei Tage ein „richtiges“ Festival?
Zunächst möchte ich betonen, dass wir in diese zwei Tage genauso viel investieren wie vergangenes Jahr in die drei Tage. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass drei Tage zu viel sind.
Wie waren die Reaktionen des Stammpublikums auf diese Entscheidung?
Was den Vorverkauf betrifft, ist es die erfolgreichste Ausgabe bislang.

Hat „sein“ Festival umgebaut: Álvaro Martínez. / FOTO: MANU MIELNIEZUK
Zugleich gibt es mittlerweile fünf Zuschauerkategorien. Normal, VIP, Terraza, Premium und Golden.
Im Grunde haben wir einen neuen Bereich geschaffen, eine Art Hybrid zwischen VIP und Premium. Er heißt Terraza. Dadurch können wir die Kapazitäten in diesen Bereichen etwas besser verteilen. Das hat es uns ermöglicht, die Ticketpreise zu senken.
Es entsteht der Eindruck, das Festival entwickelt sich zu einem Premium-Produkt.
Mehr als dass wir uns in ein Premium-Produkt verwandeln, glaube ich, dass wir stets daran arbeiten, das Festival-Erlebnis zu verbessern. Es soll sich jeder besonders und premium fühlen. Wir haben keine Wachstumsziele in Bezug auf die Anzahl der Besucher – die bleibt bei 60.000 auf die drei Tage verteilt. Vielmehr wollen wir immer bessere Angebote unterbreiten, sodass die Leute das auch wahrnehmen. Das trägt dann wiederum dazu bei, dass wir unsere Einnahmen verbessern können. Wir haben uns jetzt ein neues Ziel gesetzt: eine sehr starke Positionierung auf europäischer Ebene. Dabei verlieren wir aber nie aus dem Blick, dass unser Hauptmarkt und das Publikum, dem das Festival verpflichtet ist, das mallorquinische Publikum ist.
Auf einer Podiumsdiskussion im Dezember 2025 erklärte ihr Booking-Manager, dass Festivals mehr eine Erfahrung sind als nur ein musikalisches Ereignis. Was bedeutet das?
Festivals sind schon immer eine Erfahrung gewesen. Ich glaube, die Festivals, die herausragen und sich langfristig festigen werden, jene sind, die eine Seele haben, die mit viel Liebe gemacht sind. Und das überträgt sich auf die Qualität dieser Erfahrung. Gerade in einer Zeit, in der Festivals sehr in Mode sind und viele Projekte dieser Art entstehen ,
Stört es Sie, wenn Leute sagen, dass Festivals immer mehr zu Themenparks für Erwachsene werden?
Ich verwende das Wort Themenpark nicht gern. Wir arbeiten eher konzeptionell. Es ist wie bei Restaurants: Es gibt Fast Food, und es gibt konzeptionelle Restaurants, hinter denen eine starke Idee und ein solides Fundament stehen. Ich glaube, das ist unser Weg.
Bei der Podiumsdiskussion im Dezember kritisierte Jaime Mora, der Generaldirektor für Tourismus der Gemeinde Calvià, dass für die Geschäfte in Magaluf außerhalb des Festivalgeländes wenig abfalle.
Da bin ich anderer Meinung. Beim Festival übernachten ungefähr 50 Prozent der Besucher in der Gegend von Magaluf. Sie gehen dort essen und in den Geschäften einkaufen. Das Festival hat einen enormen wirtschaftlichen Effekt.
Wie stellen Sie sich das Mallorca Live Festival in fünf Jahren vor?
Ich stelle mir in fünf Jahren ein Festival vor, das auf europäischer Ebene eine Referenz ist – wegen der Qualität seines sorgfältig ausgearbeiteten Angebots, sowohl künstlerisch als auch in Bezug auf Erfahrung und Dienstleistungen. Dorthin wollen wir das Festival bringen. Wir wollen immer den mediterranen Geist vermitteln: gute Gastgeber für das Publikum zu sein, das von außerhalb Mallorcas kommt, und zugleich ein Anker für die Einheimischen und die Menschen von hier.
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