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Reichlich Kunst zur Abendstund: Der große Programm-Überblick zur Nit de l'Art 2024 in Palma

Am Samstag (21.9.) von 18 bis 23 Uhr laden die Galerien in Palma zur 28. Kunstnacht. Nutzen Sie die Zeit weise, denn alles zu sehen ist ohnehin unmöglich

"Night" von Janice McNab (Ausschnitt), zu sehen in der Galería Fermay.

"Night" von Janice McNab (Ausschnitt), zu sehen in der Galería Fermay. / Galería Fermay

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Xavier Fiol / Garaje Son Armadams

Xavier Fiol präsentiert zwei Projekte. Im Ausstellungsraum Garaje Son Armadams ist die Gruppenschau „Transformacions, somnis i metamorfosi“ mit Dis Berlín, Joan Bonnemaison, Tomás Pizá, Avelino Sala, Oscar Seco und Concha Vidal zu sehen. Die Künstler gewähren hier tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. (C./ Pilar Juncosa, 11)

Ein Werk von Joan Bonnemaison aus der Gruppenausstellung.

Ein Werk von Joan Bonnemaison aus der Gruppenausstellung. / Xavier Fiol

Pep Llabrés / Xavier Fiol

Für die zweite Ausstellung hat sich Xavier Fiol erneut mit Pep Llabrés zusammengetan: Über beide Galerien erstreckt sich die Schau „Exercicis d’equilibri“ von Robert Ferrer i Martorell, die die Besucher in dessen persönliches Verständnis von geometrischer Abstraktion eintauchen lässt. Der Künstler verwendet eine Vielzahl von Materialien, etwa Metall, Holz, Papier, PVC und Stoff. (C./ de Sant Jaume, 17 / 23A)

Aba Art Lab

Rafel Joan lässt seit Jahren die Faszination für die Meeresoberfläche nicht los. Aba Art Lab zeigt mit „La llum no esqueixa“ Arbeiten des mallorquinischen Künstlers, die aus den Lichtreflexen auf dem Wasser gebildete, organische Formen zerlegen und zu neuen, fast mosaikhaften Kompositionen auf der Leinwand zusammensetzen – es sind Bilder voller Leben und Bewegung. (Pl. Porta de Santa Catalina, 21B)

„Sortint de s’aigua“: Rafel Joan malt die Wasseroberfläche des Meeres

„Sortint de s’aigua“: Rafel Joan malt die Wasseroberfläche des Meeres / Aba Art Lab

Galería Fermay

Unter dem Titel „Galaxy Ballroom“ zeigt Fermay neue Arbeiten der schottischen Künstlerin Janice McNab. Ausgangspunkt für ihre dystopischen Landschaften war ein Schal ihrer Mutter – Motive aus den 1950er-Jahren, die jedoch von den Ängsten unserer Gegenwart sprechen. Die Bilder bewegen sich an der Schnittstelle zwischen intimem Privatleben und Klimaangst. (Carrer Pare Bartomeu Pou, 42)

Galería Pelaires

Viele wird es wohl in die Gruppenschau „Especies de espacios. Una reflexión colectiva sobre qué pensar de este mundo“ der Galería Pelaires ziehen: Sie enthält ein Werk der gerade verstorbenen deutschen Künstlerin Rebecca Horn neben Arbeiten von Mathilde Rosier, José Dávila, Janet Cardiff, Rasmus Nilausen, Ana Laura Aláez, Andrea Bütter und Ramiro Oller. Im Cabinet ist Raum für eine Solo-Schau von Regina Giménez. (Carrer de Can Verí, 3)

„Conductor of divorce“ (2009) von Rebecca Horn.

„Conductor of divorce“ (2009) von Rebecca Horn. / Galería Pelaires

Galería Kewenig

Berühmt ist die vielseitige ägyptische Künstlerin Ghada Amer unter anderem für ihre Gemälde mit aufgestickten erotischen Frauenmotiven. Ihr Werk hinterfragt Machtstrukturen und Geschlechter-stereotypen. Kewenig widmet nun ihrer Faszination für Keramik eine Ausstellung: „Playing With Mud“ umfasst neue Arbeiten, die Amer im Rahmen ihrer Residenz im Arts Council of Princeton schuf. (Carrer de Sant Feliu, s/n)

La Bibi Gallery

Die Fahrt nach Establiments lohnt sich, wenn man einen introvertierten, drei Meter großen Yeti treffen will. La Bibi präsentiert die Einzelausstellung „Perfect Days“ der südkoreanischen Künstlerin Miju Lee, mit eigens dafür kreierten Gemälden und Skulpturen. Lee erschafft idyllische Welten mit traumhaften Figuren, die jedoch auch die Komplexität des modernen Lebens spiegeln. (Carrer del Molí del Comte, 47A)

Gigantisch: der „Big yeti with balloon“ von Miju Lee.

Gigantisch: der „Big yeti with balloon“ von Miju Lee. / La Bibi Gallery

L21 Gallery

Der Preis für den kuriosesten Titel dieses Jahr geht an „I Arrived, I Laid An Egg, I Left“. Mit dem Projekt will sich L21 in einen Hybrid-Raum verwandeln, in dem die Grenze zwischen Galerie und häuslicher Sphäre mit Privatsammlung fließend ist. Die Gruppenschau soll sich im Laufe der Zeit wandeln und Werke von mehr als 80 Künstlern zeigen, darunter von der Insel Susy Gómez, Rafa Forteza, Guillermo Rubí, Marta Armengol und Lluis Fuster. (Carrer de la Reina Maria Cristina, 10)

Galería Fran Reus

Bei Fran Reus gibt es zwei Projekte zu entdecken: Sebastian Burger aus Magdeburg ist mit der Schau „Ease Away The Stones“ vertreten. Seine Arbeit dreht sich um die Integrität und Fragmentierung des Körpers, wenn die Realität durch einen zunehmend digitalen Blick interpretiert wird. Ins Innere eines menschlichen Körper direkt hineingezogen wird man dann bei der Installation „Brain Section“ des polnischen Künstlers Stach Szumski. (Passeig de Mallorca, 4)

Einblicke ins Gehirn mit Werken des polnischen Künstlers Stach Szumski.

Einblicke ins Gehirn mit Werken des polnischen Künstlers Stach Szumski. / Fran Reus

Baró Galería

Ebenfalls zwei Highlights hat Baró zu bieten: „Oublier le corps…“ ist die erste Solo-Schau der renommierten Künstlerin Lygia Clark (1920–1988) auf Mallorca. Die Brasilianerin war Schlüsselfigur und Gründungsmitglied der Künstlergruppe Neoconcretismo und eine Pionierin der interaktiven Kunst. Dazu ist die Gruppenschau „Lucidus Disorder“ mit Malereien, Skulpturen und Installationen von Künstlern aus Lateinamerika zu sehen. (Carrer de Carrer de Can Sanç, 13)

CCA Andratx

Obacht: Das CCA Andratx feiert einen Kunstvormittag – von 11 bis 14 Uhr – und läutet den September mit einer gleichnamigen Doppelausstellung ein: Die Gallery II ist dabei der kreativen Energie von Mallorca gewidmet und vereint eine Auswahl von Kunstwerken aus dem Archiv. Der Espai wartet mit Arbeiten der Künstlerin Marta Blasco auf, die zwischen Zeichnung und Malerei die Tradition klassischer Meisterwerke zeitgenössisch neu interpretiert. (Carrer S'Estanyera, 2, Andratx)

„Elena“ (Kohle/ Grafit auf Papier, 2024) von Marta Blasco.

„Elena“ (Kohle/ Grafit auf Papier, 2024) von Marta Blasco. / CCA Andratx

Galeria Maior in Pollença

Die Galeria Maior widmet José María Yturralde, der 2020 mit dem Premio Nacional de Artes Plásticas ausgezeichnet wurde, eine Solo-Ausstellung an zwei Orten: Ein Teil von „Geometrías del alma“ zeigt in Pollença Werke aus den Serien „Haiku“ und „Enso“. Die Vernissage dazu findet erst am Sonntag (22.9.) von 11 bis 13.30 Uhr statt, um nicht in Konkurrenz zur Kunstnacht zu stehen. Bei der Nit de l’Art in Palma bespielt die Galerie einen Raum von La Misericòrdia, mit Yturraldes’ imposantem Werk „Entrelazamiento II“. (Plaça Major, Pollença)

6A Galeria d'art i taller

Das wurde auch Zeit: Die 1982 gegründete, auf Kunst alter Druckverfahren wie Lithografie spezialisierte Galerie und Werkstatt 6a im Herzen der Altstadt macht zum ersten Mal ganz offiziell bei der Kunstnacht mit. Hinter dem schlichten Titel „R-VI“ verbirgt sich eine Gruppenausstellung mit Werken von zehn Künstlern, die die Liebe zur Malerei eint: Jacobo Alcalde, Rafel Bestard, Fernando Clemente, Alba Cortés, Carmen González Castro, Laura Hernández Pérez, Emmanuel Lafont, Patricia De Norverto, Carlos Sagrera und Nacho Vergara. Das Projekt entstand in Kooperation mit dem Künstler-Residenzprogramm „Resi(st/d)encias“. (Carrer de la Puresa, 8/3A)

Die Künstlerin Laura Hernández Pérez.

Die Künstlerin Laura Hernández Pérez. / 6a Galeria d'art i taller

Tube Gallery

Neben Fermay hat sich auch die Tube Gallery in Pere Garau einen Schotten ins Haus geholt: Der Künstler Max Boyla lässt sich von Genres wie (Dokumentar-)Film und Literatur inspirieren. Die Ausstellung „The Smoke That Thunders“ nutzt einen multimedialen Ansatz – Skulpturen, Filme, Collagen, abstrakte Leinwände und ortsspezifische Interventionen –, um neokoloniale Machenschaften von multinationalen Konzernen zu entlarven und ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu untersuchen. (Carrer Nicolau de Pacs, 25)

Taca

Einer von zwei unabhängigen Kunsträumen im offiziellen Programm ist der „Artist-run space“ Taca. Er beherbergt in diesem Jahr zur Kunstnacht die „House Show“ der in Berlin lebenden, US-amerikanischen Künstlerin Annelies Kamen. Sie nutzt oft die Methoden von Witzen und des Geschichtenerzählens und interessiert sich für Strategien zur Konstruktion von „Realität“. Das Projekt in Palma präsentiert neue Werke, die den erweiterten und unscharfen Raum am Rande des Sichtfeldes erforschen – kaum sichtbare Wahrheiten einer Welt, die außerhalb der Kamera und jenseits der Grenzen des Bildschirms existiert. (Carrer de Sant Feliu, 17)

Werk von Annelies Kamen (Detail).

Werk von Annelies Kamen (Detail). / TACA

Stain Projects

Auch Stain Projects, eine Kreuzung zwischen Galerie und „project space“ ist mit dabei. Zu sehen ist hier die Schau „El nombre de algunos peces“ mit Fotografien von Juan David Cortés. Der Künstler suchte dazu im Laufe der Jahre immer wieder den in seiner Familiengeschichte verankerten ehemaligen Fischerort Torremolinos auf. Sein Blick dokumentiert die durch den Tourismusboom ausgelösten Transformationsprozesse und stößt Fragen zu Leben und Veränderung an. (Carrer de Josep Rover Motta, 9)

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