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Kunstrausch zur Nit de l'Art in Palma: Was Museen, Kulturzentren, Hotels & Co. alles zu bieten haben

Die Ausstellungen der Galeristen sind längst nicht alles, und dazu lockt noch das Rahmenprogramm

Die Installation „Contrapeso (Ciudad plomada)“ von dem kubanischen Künstler Carlos Garaicoa im Es Baluard.

Die Installation „Contrapeso (Ciudad plomada)“ von dem kubanischen Künstler Carlos Garaicoa im Es Baluard. / ANTONIO JORGE SILVA

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Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Wenn Sie sich für den nächtlichen Galerien-Bummel eine Verlängerung wünschen, haben Sie dazu mehr als genug Optionen. Wer tiefer in die diesjährigen Ausstellungen eintauchen will, kann sich wieder für eine der beliebten kostenlosen Führungen anmelden, die teilweise auch auf Englisch angeboten werden und in den kommenden Wochen stattfinden (artpalmacontemporani.com). Die Plätze sind allerdings bereits rar.

Bei der Kunstnacht selbst sind wie immer auch Museen, städtische Kulturzentren und private Schauplätze mit von der Partie. So ist neben Jaume Plensa in der Llotja mit Concha Jerez eine weitere Preisträgerin des Premio Velázquez de Artes Plásticas vertreten: Im Casal Solleric eröffnet die Ausstellung „Inter-acciones“, die sich schwerpunktmäßig mit den Performances dieser hochkarätigen, zeitgenössischen Künstlerin befasst, die als Pionierin der Konzeptkunst in Spanien gilt. Hinzu kommt dort die neue Schau „Un ligero vuelo“ der peruanischen Künstlerin Cecilia Paredes.

Arbeiten von Concha Jerez im Casal Solleric.

Arbeiten von Concha Jerez im Casal Solleric. / Casal Solleric

Es Baluard, Museu de Mallorca und La Misericòrdia

Im Es Baluard kann man die zwei frisch am Freitagabend (20.9.) eröffneten Ausstellungen entdecken: „Toda utopía pasa por la barriga“ des kubanischen Künstlers Carlos Garaicoa, der in Zeiten von Pandemien, Umweltzerstörung und ungebremstem Konsum unseren Platz auf der Erde als Teil der Natur hinterfragt, sowie „SIDA. Una historia silenciada en el contexto balear“. Das Museu de Mallorca hat erst spät bekannt gegeben, sich an der Nit de l’Art beteiligen zu wollen. Sein Beitrag ist ein Dialog von Arbeiten der Künstlerin Margalida Escalas mit Werken der Dauerausstellung, dazu gibt es Livemusik von Sound Folks.

Mit gleich fünf neuen Ausstellungen wartet das Kulturzentrum La Misericòrdia auf: Drei davon stellen Ergänzungen zum Programm von Mitgliedern des Galeristenverbands Art Palma Contemporani dar, die nicht selbst über einen zentral gelegenen Standort verfügen: La Bibi Gallery, CCA Andratx und die Galeria Maior. Sie präsentieren dort Arbeiten von Lin Utzon, Marta Blasco, Manu García und José María Yturralde. Des Weiteren gibt es die Schau „Més enllà del zero“ von Josep Santamaria und in der Kapelle mit „Peces del món“ Keramikarbeiten aus Marratxí zu sehen.

Miró-Stiftung und CaixaForum

Auch die Miró-Stifung lohnt natürlich einen Besuch: Dort sind am 18.9. die brandneuen Ausstellungen von Max de Esteban und Laia Ventayol sowie das Projekt „Calder & Miró. Convidats“ gestartet. Anlässlich der Kunstnacht wird am 21.9. um 12 Uhr die Videoperformance „Breaking the Spell“ von Susy Gómez gezeigt, eine Art Heilungsritual und Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Pop-Kultur.

Werk von Laia Ventayol in der Fundació Miró.

Werk von Laia Ventayol in der Fundació Miró. / Miró Mallorca

Im CaixaForum ist zur Nit de l’Art der Eintritt frei, um 20 Uhr gibt Big Yuyu ein Konzert. Und bereits am Freitag (20.9.) um 17 Uhr findet dort, auf Englisch mit spanischer Übersetzung, der Art Palma Talk „A Dance with Hilma af Klint“ statt – zwischen der Künstlerin Janice McNab, die in der Galería Fermay ausstellt, und der Kuratorin Louise Bjeldbak Henriksen (Anmeldung empfohlen). Ein weiteres Gespräch ist am 21.9. um 18 Uhr in der Tube Gallery angesetzt, dort unterhält sich die Kuratorin Sayori Radda mit dem Künstler Max Boyla.

Nivia Born und Sant Francesc Hotel

Die Nit de l’Art festigt in diesem Jahr im Übrigen erneut die Zusammenarbeit mit zwei Hotels in Palma: dem Nivia Born Boutique Hotel und dem Sant Francesc Hotel. Letzteres beherbergt zum sechsten Mal in Folge eine Ausstellung. Dieses Jahr handelt es sich um die ortsspezifische Installation „The Walking Mountain“, die der Keramikkünstler, Maler und Bildhauer Jaume Roig gemeinsam mit dem Schmied Joan Ramon Sunyer schuf.

Im Nivia Born dürfen indes zwei Schülerinnen der Universitätsschule ADEMA jeweils ein Ausstellungsprojekt präsentieren: Rebeca Morey („Reflejo diáfano“) und Elena Covas („Pliegues y nudos en direcciones fluctuantes“). Für ihre Werke nutzten die Künstlerinnen recyceltes Plastik aus dem Meer und wiederverwendete Stoffe. Ihre Kommilitonen und Dozenten Hochschule ADEMA zeigen die Schau „Wasini Soul“ – ein Projekt, das auf Studienreisen nach Kenia basiert.

Jaume Roig und Joan R. Sunyer.

Jaume Roig und Joan R. Sunyer. / Grimalt de Blanch

ICAIB und Off-Programm auf der Plaça Major

Und selbst die Anwälte der Insel entdecken ihre künstlerische Ader: Im ICAIB, dem Ilustre Colegio de Abogados de las Islas Baleares, hat die Ausstellung „Ballant a la mar“ des Bildhauers Mangel einen Raum gefunden. Zur Eröffnung gibt es Musik von dem Saxofonisten Vicenç Borrás.

Das bekannteste – quasi das offizielle – Off-Programm der Nit l’Art wird von Arte Visión organisiert. Bei dem alternativen Event präsentieren 50 lokale Künstler ihre Werke auf der Plaça Major. Zudem kommen Besucher in den Genuss von Live-Malerei mit Carol Adán („Art is life“) und Belén Pez, Installationen in Geschäften, Liedern des Chors der Fundación Sa Nostra mit Klavierbegleitung, Livemusik, Tanz und DJ. Besonders am Herzen liegt der Organisatorin Inma Bianchi ein Requiem für verstorbene Künstler der Insel: Deren Familien sind aufgerufen, Werke für eine Schau mitzubringen und somit ihr Andenken zu ehren.

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