Vom „Spukhaus“ zum Art Salon: Das deutsche Künstlerpaar Keupen öffnet seine Casa Maribel
Ein neuer Treffpunkt für kreative Verbindungen in Palma

Die Casa Maribel strahlte bei der Eröffnungsfeier am 22.November / Claudia Keupen
Claudia und Manfred Keupen haben am Freitagabend (22.1 1.) die Türen ihrer Villa „Casa Maribel“ in Son Vileta geöffnet – und mehr als hundert Besucher sind ihrer Einladung gefolgt. „Wir wollten hier immer einen Raum für Kreativität und Verbindung schaffen. Heute ist der Startschuss dafür“, erzählt die multidisziplinäre Künstlerin Claudia Keupen der MZ. In dem ehemaligen Stadtpalast möchte das Paar unter dem Motto „Sharing creativity“ die Tradition des „Art Salons“ wiederbeleben: Künstler und Kreative sollen in den privaten Räumen zusammenkommen und sich dort gegenseitig inspirieren können.

Das Künstlerpaar Keupen in seiner Küche / Alexandra Bosse
Manfred Keupen ist Modefotograf – seine Analogfotografien zieren zum Auftakt als Ausstellung die Wände der Casa Maribel. Beim bunt gemischten Treiben des Eröffnungsevents drängten sich viele Bekannte aus der Nachbarschaft in der geräumigen Eingangshalle, um das erste Mal einen Blick in das renovierte Haus am Carrer Maribel zu werfen. „So habe ich es mir immer vorgestellt“, sagte Claudia Keupen, als die ersten Gäste über die Treppe den Salon im ersten Stock erkundeten. „Schon als ich das erste Mal dieses Haus betrat, hatte ich die Vision davon, wie viele Menschen diese Stufen betreten und mit uns gemeinsam die Räume wiederbeleben.“
Ein Gebäude mit Geschichte
Die Casa Maribel ist ein Vorzeigestück mallorquinischer Architektur aus den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der bekannte Architekt Guillermo Forteza, der auch den Stadtpalast Marivent in Palma entwarf, kombinierte in dem Gebäude kubanische Elemente mit Funktionalität und Eleganz. Die Art-déco-Villa erhielt ihren Namen zu Ehren der Tochter eines Vorbesitzers. Als das Paar 2015 die Casa Maribel kaufte, stand das Haus seit Jahren leer und war völlig verfallen. In der Umgebung galt es sogar als Spukhaus, denn laut Claudia Keupen spielte nachts manchmal jemand Klavier in seinen Mauern. Hausbesetzer hätten sich in dem leeren Eckhaus eingenistet und sich an den zurückgelassenen Flügel im ersten Stock gesetzt.

Ohne Augen - das Madonnenbild an der Casa Maribel / Claudia Keupen
Trotz seines unheimlichen Rufs verliebten sich die Keupens, die damals in München lebten, im Zuge eines Fotoshootings auf der Insel in das Gebäude. Mit viel Enthusiasmus haben sie es in jahrelanger Arbeit wiederhergerichtet – und dabei sogar einige Schätze entdeckt. Im verwilderten Garten fanden sie an der Außenwand das Bild einer Madonna. Der Señora del Carmen und dem Jesuskind waren die Augen ausgekratzt worden. Claudia Keupen hatte sofort das Bedürfnis, den heiligen Figuren ihr Gesicht zurückzugeben. Sie restaurierte die Fliesen ebenso respektvoll wie das Haus. „Wir haben so viel wie möglich von seiner ursprünglichen Seele erhalten“, betont Claudia Keupen. Wer sich für den Art Salon interessiert, findet Infos unter Instagram/casamaribel_palma.
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