Kunstwelt verblüfft: Warum übermalte Joan Miró ein Bild seiner Mutter?
Die Miró-Stiftung in Barcelona hat am Donnerstag (27.3.) die Ergebnisse einer einjährigen Forschungsarbeit präsentiert

Deutlich zu erkennen: Das Portrait von Mirós Mutter hinter dem Gemälde "Pintura". / Ramón Maroto (CRBMC), Successió Miró, 2025
Staunen in der Kunstwelt: Unter einem Gemälde des Künstlers Joan Miró, der lange Jahre auf Mallorca lebte und arbeitete, haben Forscher ein Porträt seiner Mutter entdeckt. Der bemerkenswerte Fund wurde am Donnerstag (27.3.) in der Miró-Stiftung in Barcelona vorgestellt.
Das Werk mit dem Titel "Pintura" (Gemälde) wurde zwischen 1925 und 1927 gemalt. Er schenkte es seinem Freund Joan Prats. 1975 ging es in die Sammlung der Miró-Stiftung über. Es befand sich in einem vergleichsweise schlechten Zustand. 1978 wurde bei einer ersten Untersuchung entdeckt, dass sich unter dem Bild ein Portrait befand, allerdings konnte diese mit den damals zur Verfügung stehenden Methoden nicht identifiziert werden.

Das Gemälde "Pintura" von Joan Miró. / Miró-Stiftung
Porträt einer gutgekleideten Frau
Vor einem Jahr begann ein Team um Elisabet Serrat, Chefin der Abteilung für Restaurationen der Miró-Stiftung, mit der Untersuchung des Gemäldes. Dabei wurde mit Techniken wie Röntgenstrahlen, ultraviolettem Licht und hyperspektralen Bildaufnahmen gearbeitet. Dadurch wurde das Porträt einer gutgekleideten Frau mittleren Alters sichtbar. Allerdings war unklar, wer es sein könnte.
Eine Reise in die Fundació Mas Miró im katalanischen Tarragona, wo die Familie ein Sommerhaus hatte, brachte keine näheren Hinweise. Serrat probierte es dann in der Miró-Stiftung auf Mallorca. Hier hatte sie Glück. Sie fand ein Abbild der Frau, gemalt vom Künstler Cristòfol Montserrat Jorba. Das Erstaunen war umso größer, als sich herausstellte, dass die dargestellte Frau Dolors Ferrà i Oromí war – die Mutter des Künstlers.
Akt der Rebellion?
Um "Pintura" zu malen, hatte Miró das vertikale Bild auf die Seite gelegt. Zudem schnitt er es zurecht, ohne aber das Abbild der Mutter zu zerstören. Die Forscher vermuten, dass es sich um einen kleinen Akt der Rebellion handeln könnte. Teile des ursprünglichen Gemäldes blitzten unter dem in Blau gehaltenen Pintura "hervor", unter anderem eine Brosche. Die Forscher vermuten, dass der Künstler diese Hinweise mit Absicht hinterlassen haben dürfte. Welche seine Absicht war, um ausgerechnet dieses Bild zu übermalen, bleibt derweil aber sein Geheimnis.
Die Miró-Stiftung in Barcelona zeigt die Arbeit von Elisabet Serrat und ihrem Team in der Doku "El secret de Miró" (Das Geheimnis Mirós) von Lluís Jené sowie in einer Ausstellung.
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