"Kein Interesse an einer deutschen Kunstmesse": Direktor der Art Cologne gibt Ausblick auf die Mallorca-Edition
Im April 2026 kommt ein Ableger der Art Cologne, die just in Köln zu Ende gegangen ist, nach Palma. Einen Ausblick, wie die Insel-Ausgabe werden soll, gibt der künstlerische Leiter Daniel Hug

Blick in eine Halle der Art Cologne 2025. | FOTO: KOELNMESSE GMBH, HANNE ENGWALD
Nach der Art Cologne (6. bis 9.1 1.25) ist vor der Art Cologne Palma Mallorca (9. bis 12.4.26): Direktor Daniel Hug freut sich im Gespräch mit der MZ über eine gut besuchte Messe in Köln und gestiegenes Interesse für die geplante Insel-Edition – die erste seit einer einmaligen Ausgabe 2007. „Ich glaube, die Zeiten sind anders. Palma hat sich enorm verändert seit dem letzten – ich will nicht sagen ‚Versuch‘. Die Messe war klein und fein, vielleicht mit dem Flughafen am falschen Ort“, so Hug. "Ich weiß von den Ausstellern, die damals teilgenommen haben, dass die Mehrheit gute Verkäufe gemeldet hat und zufrieden war."
Kurz danach – im Jahr 2008 – hatte der US-amerikanische Kunsthändler als Nachfolger von Gérard Goodrow die Leitung der Art Cologne übernommen. Er habe sich dann zunächst auf die Hauptmesse konzentrieren wollen, sagt er. Der enorme Unterschied heute sei nun die Unterstützung der Balearen-Regierung und des Galeristenverbands Art Palma Contemporani, deren Einladung man gefolgt sei.
"Nicht mehr als 25 deutsche Galerien"
Auch sollen Unternehmen von Mallorca für „Dienstleistungen, Service und alles, was für die Messe produziert werden muss“, engagiert werden, betont Hug. Dieser lokaler Fokus sei ihm „extrem wichtig“: „Ich habe wenig Interesse, auf Mallorca eine deutsche Kunstmesse zu veranstalten.“ Der größte Block soll aus spanischen und mallorquinischen Ausstellern bestehen, der Rest aus internationalen und „nicht mehr als 25 deutschen“ Galerien.

Daniel Hug, künstlerischer Leiter der Art Cologne. / Koelnmesse GmbH / Hanne Engwald
Hug suche die enge Zusammenarbeit mit den spanischen und mallorquinischen Galerien, deren Qualität er ausdrücklich lobt. Aber auch Galerien aus Skandinavien, der Schweiz, Österreich, England und den USA spielten bei der Planung eine wichtige Rolle. "Es wird eine internationale Kunstmesse – in dem Sinne ganz anders als die Art Cologne, die sich spezifisch an den deutschen Kunstmarkt richtet", sagt der Direktor.
"Dynamisches Konzept" und "Erlebnis-Event"
Da das Kongresszentrum in Palma zwar mit guter Anbindung an das Stadtzentrum punktet, aber weniger Platz bietet als die Messehalle in Deutschland, soll es 80 bis 90 Teilnehmer geben – statt 167, wie dieses Jahr in Köln. Zwei Drittel der "Wunschgalerien" hätte man schon beisammen, die Teilnahme erfolgt auf Einladung. Ende Dezember, Anfang Januar soll die Ausstellerliste stehen. Nach der Anmeldung sei der nächste Schritt, die Galerien zur Zufriedenheit aller über die Räume zu verteilen. "Das ist ein bisschen kompliziert", sagt Hug.
Zum „dynamischen Konzept“ der Art Cologne in Palma gehöre die Nutzung aller Räumlichkeiten des Kongresszentrums, auch der Zwischengeschosse und breiten Gänge mit Blick aufs Meer und Tageslicht. „Es wird quasi auch einen Parcours durch dieses Gebäude geben“, sagt der künstlerische Leiter. Zwar stehe der Verkauf von Kunst im Mittelpunkt, die Messe soll aber auch ein „Erlebnis-Event“ werden.
"Großes Interesse" bei internationalen Sammlern
Das Interesse vonseiten der internationalen Sammler und Kunstliebhaber sei „enorm groß“ – Hug denke dabei besonders an die USA. "Ich bin überrascht, wie viele Lifestyle-Artikel in der New York Times über Mallorca erscheinen. Das sind drei bis vier pro Jahr in den letzten fünf Jahren." Man höre auch sehr viel amerikanisches Englisch auf der Insel. Zudem hätten mittlerweile viele internationale Sammler aus Skandinavien, den Niederlanden, Schweiz, Österreich und auch aus Spanien Zweit- oder Dritthäuser auf Mallorca. "Es macht einfach Sinn jetzt", folgert Hug in Bezug auf den zweiten Anlauf in Palma.
Dass die Messe gewissermaßen vor den Karren der Bewerbung Palmas zur Europäischen Kulturhauptstadt 2031 gespannt wird, ist für ihn keineswegs negativ – er sei vielmehr überzeugt davon, einen Beitrag leisten zu können: „Ich sehe das als Plus und glaube, wir können die Messe hier relativ schnell etablieren.“
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