"Keine andere Wahl": Warum die Galeristen auf Mallorca streiken
Vom 2. bis 7. Februar schließen 14 Galerien als Zeichen gegen die Benachteiligung der Kulturbranche – sie fordern einen reduzierten Mehrwertsteuersatz wie in anderen EU-Ländern

Die Galerien schließen vom 2. bis 7. Februar ihre Pforten. / DM
Die Kunstgalerien von Mallorca treten Montag (2.2.) bis Samstag (7.2.) in den Streik, um gegen den derzeit geltenden Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent auf den Verkauf von Kunstwerken zu protestieren. Die Galeristinnen und Galeristen sehen darin eine "ökonomische, soziale und kulturelle Ungerechtigkeit" und fordern von der spanischen Regierung eine Anpassung an europäische Standards – also eine Senkung auf rund fünf Prozent.
Frederic Pinya, Galerist und Leiter von Pelaires, betont, dass es sich um eine "historische Forderung" handle. Der hohe Steuersatz führe dazu, dass spanische Galerien international nicht wettbewerbsfähig seien. "Wir leiden unter einem massiven Nachteil und einer dauerhaften Ungerechtigkeit. Es ist höchste Zeit, dass die Regierung unsere Situation ernst nimmt", erklärte Pinya der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Warum bisher keine spanische Regierung diese Benachteiligung beseitigen wollte? "Das frage ich mich schon seit vielen Jahren. Ich glaube, es liegt an Unwissenheit und einer völligen Entfremdung von der Kultur", bedauerte der Galerist.

Frederic Pinya von Pelaires (links). / B. Ramon
Galerist Fran Reus: "Die Situation schadet auch den Sammlern"
Der Protest wird von allen 14 Galerien getragen, die zum Verband Art Palma Contemporani gehören. Deren Präsident, der Galerist Fran Reus, erklärt, es habe bei der Entscheidung völlige Einigkeit gegeben. Die Aktion ist Teil einer breiteren Initiative des spanischen Konsortiums zeitgenössischer Galerien.
"Wir fühlen uns als die Letzten, die Vergessenen und Vernachlässigten des Kultursektors. Seit ich vor 23 Jahren damit angefangen habe, hören wir jede Saison das Gleiche. Wir wissen nicht mehr, was wir tun sollen. Die Kultur erhält zwar immer mehr Unterstützung, aber es fehlt noch dieser Schritt, um eine Situation zu beenden, die uns gegenüber dem europäischen Markt völlig benachteiligt und nicht nur den Galeristen, sondern auch den Sammlern und dem Sektor im Allgemeinen schadet", so Reus.
Jero Martínez (Galeria Maior): "Haben keine andere Wahl"
Auch Jero Martínez von der traditionsreichen Galería Maior sieht den Streik als "äußerst notwendigen Schritt". Sie verwies auf Länder wie Frankreich (5,5 Prozent), Deutschland (7 Prozent) oder Portugal (6 Prozent), die längst einen reduzierten Kultursatz eingeführt hätten. In Spanien hingegen herrsche Stillstand.

Jero Martínez von der Galeria Maior. / DM
"Das Problem ist, dass die Rolle der Galeristen nicht verstanden wird, unsere Arbeit unbekannt ist und zeitgenössische Kunst manchmal als Luxusprodukt betrachtet wird. Ich gehe ungern in den Streik, aber wir haben keine andere Wahl, wir müssen mobilmachen. Unabhängig davon, wer regiert, haben wir nie eine Lösung für dieses Problem gefunden", betont Martínez.
Die Protestaktion fällt mitten in die Vorbereitungen zur 45. Ausgabe der Kunstmesse ARCO in Madrid. Sollten die politischen Entscheidungsträger nicht reagieren, sind laut den Galerien weitere Maßnahmen während der Messe nicht ausgeschlossen.
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