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Gaudí-Jahr auf Mallorca: Das plant die Kathedrale von Palma, um den Architekten zu feiern

Zum 100. Todestag von Antoni Gaudí startet in Palma ein umfangreiches Programm – inklusive Messe, Sonderausstellung und internationalem Fachsymposium

"Gaudí me provoca": Die Kathedrale widmet dem Architekten zum Gedenkjahr eine Videoserie

Redaktion DM

Die Kathedrale von Mallorca hat Mittwoch (4.2.) ihr breites Programm zum "Any Gaudí" vorgestellt – dem Gedenkjahr zum 100. Todestag des katalanischen Architekten Antoni Gaudí. Bischof Sebastià Taltavull erklärte dabei, Gaudí sei "ein tief christlicher Mensch" gewesen, der täglich die Messe besucht habe und dafür gearbeitet habe, "dass Gott und das Evangelium bekannt werden". Er erinnerte außerdem daran, dass die katholische Kirche derzeit ein Heiligsprechungsverfahren zu Gaudí laufen habe.

Im Zentrum des mallorquinischen Programms steht Gaudís Eingriff in die Kathedrale zwischen 1904 und 1915: Die Seu sei das einzige historische Monument, in dem der Barcelonese seine Kreativität auf diese Weise frei entfaltet habe, sagte der Historiker und Kunsttheoretiker Andreu Villalonga, der an der UIB auf Forschungen zur Kathedrale spezialisiert ist. In diesem Sinne sei die Umgestaltung der Seu faktisch "einzigartig" in Gaudís Laufbahn.

Ein Bild von der Pressekonferenz zur Präsentation des Gaudí-Jahres in der Kathedrale.

Ein Bild von der Pressekonferenz zur Präsentation des Gaudí-Jahres in der Kathedrale. / Gabi Rodas

Da der damalige Bischof Pere Joan Campins die Leitlinien vorgegeben habe, sei Gaudís bedeutende Intervention nicht ohne Campins zu verstehen, betonte Dekan Antoni Vera. Der Architekt habe die sakrale Kunst im Dienst von Glaube und Liturgie erneuert und den Innenraum der Kathedrale unter anderem durch die Verlegung des Chors, die bessere Sicht auf die Bischofsstuhl und die Positionierung des Altars am Eingang des Presbyteriums neu geordnet. Ergänzt worden seien die Arbeiten durch den Baldachin über dem Altar, Veränderungen der Beleuchtung, ein Wandensemble aus Keramik rund um den Bischofsstuhl, ein Umbauprojekt für die Kapelle der Santísima Trinidad sowie liturgisches Mobiliar nach Gaudís Entwürfen.

Was im Any Gaudí auf Mallorca geplant ist

Der Auftakt zum Gaudí-Jahr erfolgt am Sonntag (8.2.) mit einer feierlichen Bischofsmesse um 10.30 Uhr – "eine Zeit, um (Gaudí) zu danken, seines Vermächtnisses zu gedenken, und ein Jahr voller Licht, Kunst und Glauben zu eröffnen", heißt es in der Ankündigung dazu.

Im März ist der Zyklus "Fundamentos del Arte Sacro – Vivencias de fe y Cultura" angekündigt: Teodor Suau, ehemaliger Domdekan und emeritierter Domherr, wird am Mittwoch (11.3.) um 18 Uhr im Museu d'Art Sacre de Mallorca einen Vortrag mit dem Titel „Pere Joan Campins, un obispo al servicio de su tiempo“ halten. Am Samstag (14.3.) um 10 Uhr ist zudem eine spezielle Führung mit Andreu Villalonga in der Kathedrale vorgesehen: „La reforma de la Seu de Antoni Gaudí. Una visita guiada por el obispo Campins“.

Von Juni bis September plant die Kathedrale eine Sonderausstellung mit dem Titel „Gaudí a la Seu“, die die Umgestaltung durch den Meister des Modernisme anhand von Dokumenten und Objekten beleuchtet und dazu den Kontext, Gaudís kreativen Prozess sowie Tragweite der Intervention erklären soll.

Symposium, Theaterführung und Kinderprogramm

Im November wird das internationale Symposium „Propuestas Artísticas Contemporáneas y Renovación Litúrgica en las Catedrales: Gaudí y la Catedral de Mallorca“ folgen. Der zentrale Festakt des Any Gaudí auf Mallorca ist für den 8. Dezember angekündigt. Dazu sind auch die Verantwortlichen von den Gebäuden in Katalonien, Katabrien und León, an denen Gaudí gearbeitet hatte, auf die Insel eingeladen.

Zu den weiteren Formaten, die das Gaudí-Jahr begleiten werden, zählen ein Podcast in Form einer Klangroute durch Vorgeschichte, Werk und Wirkung Gaudís in der Seu, eine Videoserie mit dem Titel "Gaudí me provoca" (in der unter anderem bekannte Persönlichkeiten wie die Fußballerin Cata Coll ihre Gedanken teilen) sowie theatralisierte Führungen am 23. und 24. April. Diese sollen anhand von Figuren und Szenen "aus der Epoche" den historischen Kontext und Gaudís künstlerische Kriterien unterhaltsam vermitteln. Für Kinder ist zudem eine von Flavia Gargiulo Erzählung verfasste Erzählung über Gaudí angekündigt.

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