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Art Cologne Palma Mallorca: Dieses Projekt zeigt abstrakte Kunstschätze der Balearen

Eine von Jaume Reus kuratierte Ausstellung vereint Arbeiten von Juli Ramis und Rafael Tur Costa aus bedeutenden Privatsammlungen des Archipels

Links: Juli Ramis, "Abstracció" (1964), rechts: Werk von Rafael Tur Costa (1970).

Links: Juli Ramis, "Abstracció" (1964), rechts: Werk von Rafael Tur Costa (1970). / Art Cologne

Redaktion MZ

Redaktion MZ

Bei der Art Cologne Palma Mallorca, die vom 9. bis 12. April stattfindet, soll nicht nur Raum für die klassischen Messestände, sondern auch für neue kuratorische Formate sein. Eines von ihnen trägt den Titel "Focus Balear" und widmet sich der Erforschung des künstlerischen Kontexts der Balearen. Wie die Veranstalter am Sonntag (30.3.) bekanntgaben, wurde das Projekt gemeinsam mit der Balearen-Regierung angestoßen. Es soll Schlüsselfiguren der Kunstgeschichte von Mallorca und seinen Nachbarinseln sichtbar machen und sie in einen umfassenderen Deutungsrahmen einordnen.

Die erste Ausgabe des Projekts trägt den Titel "Experiències abstractes. Juli Ramis–Rafael Tur Costa, 1953-1970" und präsentiert Werke von zwei Vertretern der Nachkriegsabstraktion mit Bezug zu den Balearen: Juli Ramis (Sóller, 1910–Palma, 1990) und Rafael Tur Costa (Santa Eulària des Riu, Ibiza, 1927–2020). Letzterer war im Jahr 2020 im Es Baluard mit einer großen Retrospektive gewürdigt worden, an deren Vernissage er im Alter von 93 Jahren noch selbst teilnahm, bevor er kurze Zeit später verstarb.

Werke von Rafael Tur Costa in der Ausstellung "La luz del fragmento", die 2020 im Es Baluard zu sehen war.

Werke von Rafael Tur Costa in der Ausstellung "La luz del fragmento", die 2020 im Es Baluard zu sehen war. / Guillem Bosch

Werke aus drei wichtigen Privatsammlungen

Die von Jaume Reus kuratierte Ausstellung vereint nun Werke aus drei bedeutenden Privatsammlungen des Archipels: der Col·lecció Serra, der Col·lecció Joan Oliver „Maneu“ und der Col·lecció Tur Witt. Das Projekt hebt somit die wichtige Rolle des privaten Sammelwesens bei der Bewahrung des künstlerischen Erbes der Balearen hervor. Viele der ausgestellten Arbeiten wurden bislang nur selten öffentlich gezeigt.

Bei der Schau ergibt sich ein Dialog zwischen zwei Künstlern, die sich von Mallorca und Ibiza aus an den ästhetischen Debatten der europäischen Abstraktion der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beteiligten. Die Auswahl konzentriert sich dabei auf Werke, die zwischen den 1950er und 1970er Jahren entstanden sind – eine Periode, in der beide Künstler eine abstrakte Malerei entwickelten, die durch die Bedeutung von Materie, Textur und Gestik geprägt war. Ihre Arbeiten stehen im Kontext der informellen und existenziellen Strömungen, die die europäische Kunst nach dem Zweiten Weltkrieg durchzogen.

Gewagte Arbeiten aus experimentellen Perioden

Laut dem Kurator Jaume Reus ermöglicht die Ausstellung eine Neubetrachtung der Kunstgeschichte der Inseln aus einer umfassenderen Perspektive: "Sie vereint eine Auswahl sehr bedeutender und gewagter Werke jedes Künstlers aus seinen experimentellsten Perioden. Man muss berücksichtigen, dass die Balearen gewöhnlich als geografische Peripherie wahrgenommen werden. Dennoch waren sie jahrzehntelang Teil eines sehr aktiven Netzes künstlerischer Austauschprozesse im Mittelmeerraum und in Europa." Die Laufbahnen von Juli Ramis und Rafael Tur Costa zeigten, in welchem Maße ihre künstlerische Forschung mit den Debatten der europäischen Moderne verbunden gewesen seien.

"Focus Balear" wird im Rahmen der Art Cologne Palma Mallorca im Kongresszentrum präsentiert. Das Projekt ist dabei als unabhängige Veranstaltung konzipiert, die der modernen und zeitgenössischen Kunst gewidmet ist und besondere Aufmerksamkeit auf den mediterranen Kontext lenken soll. Bereits zuvor war angekündigt worden, dass die Messe die Sichtbarkeit der lokalen Kunst und ihres Kontextes stärken möchte – so sind auch zahlreiche mallorquinische Galerien unter den insgesamt 88 Teilnehmern.

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