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Messe mit Sommerfeeling: So war der Auftakt der Art Cologne Palma Mallorca

Die Preview am Donnerstag (9. April) zog bereits eine große Schar interessierter Kunstliebhaber und Sammler ins Kongresszentrum. Erste Eindrücke vom Rundgang

Im Video: Die Art Cologne Palma Mallorca ist eröffnet

Nele Bendgens

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Die Frühlingssonne strahlte so hell, dass der Blick auf das gelb-weiße Logo die Augen flimmern ließ: Dass die Art Cologne Palma Mallorca einen völlig anderen Vibe versprüht als ihre Mutter-Messe im verregneten deutschen Herbst, war schon am Preview-Tag (9.4.) zu jedem Zeitpunkt spürbar. Eine Begleiterscheinung: sichtlich gut gelaunte, entspannte und ernsthaft interessierte Besucher, die ab 12 Uhr Schlange standen, um in den Kongresspalast zu gelangen und die Stände der 88 internationalen Aussteller zu entdecken.

Der Schauplatz in Palma tut sein Übriges, um dieser Messe einen ganz eigenen Charakter zu verleihen: Statt einer großen sterilen Messehalle bietet die verwinkelte Architektur des Gebäudes hier einen labyrinthartigen Rundgang, bei dem an jeder Biegung eine Überraschung wartet – versteckte Ecken, die Deborah Schamoni (München) und Florit / Florit (Palma) perfekt ausgenutzt haben, um originelle Skulpturen vor dem Meer im Hintergrund zu platzieren. Enge Gänge, in denen man buchstäblich gar nicht daran vorbeikommt, die gelungenen Präsentationen in Augenschein zu nehmen. Oder ein fast königlicher Ausblick von oben auf den "Gran Saló" mit den größten und teuersten Ständen der Messe.

Natürlich hat die Architektur auch ihre Tücken: In der besagten großen Halle etwa, die sich beim Rundgang nur über eine Treppe aus dem ersten Stock erreichen lässt, war der Galerist Gerd Harry Lybke von Eigen + Art trotz bereits abgewickelter Verkäufe nur semibegeistert von seinem finalen Standort: "Die Leute müssen uns hier erstmal finden. Man hätte sie schon hier unten reinlassen sollen. Denn alle gehen sowieso nach oben zum Aussichtspunkt. Und hier unten sind die Galerien, die am meisten zahlen", so Lybke. Auf der anderen Seite waren einige Galeristen im dritten Stock positiv überrascht, weil viele Besucher, die einen Drink oder Snack auf der Panorama-Terrasse im Sinn hatten, noch einmal genauer bei ihren Ständen stoppten. Unmut wiederum bei manch einem Aussteller, der auf dieser Ebene in einem separierten Bereich zu finden war, der vielleicht etwas zu sehr ab vom Schuss lag.

Platzhirsche waren die Deutschen

In jedem Fall weckte der Parcours durch die so verschieden strukturierten Räume, in denen immer wieder die Sonne durchblitzt, den Entdeckergeist bei den zahlreichen Besuchern, die sich zum erhöhten VIP-Tarif am ersten Tag eingefunden haben. Platzhirsche waren dabei eindeutig die – oft sommerlich schick gewandeten – Deutschen, doch man hörte insgesamt auch viel Englisch und Spanisch. Ein ebenso bunter Mix wie bei den Ausstellern, die genau die richtige Schnittmenge aus spanisch-mallorquinischer, deutscher und internationaler Kunst bieten.

Etwas eng drängen sich hinter dem Eingang Galerien aus New York, Tschechien, Madrid und Berlin, dann öffnet sich ein weitläufiger Bereich im Erdgeschoss – eine erste Gelegenheit, um mit bekannten Gesichtern zu plauschen: Moderatorin und Mallorca-Residentin Martina Hirschmeier – im zum Logo passenden, zitronengelben Anzug – zeigte sich begeistert von den "richtig hochwertigen" Arbeiten und freute sich am meisten auf die Fotografien bei Bene Taschen. Später traf man sie erneut im Gespräch mit dem Sänger und Schauspieler Oliver Petszokat ("Oli P.") und versunken in ein Werk am Stand der Osloer Galerie Eiklind / Rusten. Auch viele Vertreter der lokalen Kunst- und Kulturszene waren unterwegs: Es-Baluard-Direktor David Barro hielt schon Ausschau nach Ankäufen für das Museum. Bürgermeister Jaime Martínez und Palmas Kulturpolitker Fernando Gómez de la Cuesta und Pilar Ribal verschafften sich ebenfalls einen Eindruck vom Geschehen.

Besucher schon zu Beginn in Kauflaune

Tatsächlich schienen viele Besucher schon zu Beginn in echter Kauflaune zu sein: Der mallorquinische Künstler Tomás Pizá, der an der privaten Hochschule Adema lehrt, konnte am entsprechenden Stand schon in der ersten halben Stunde eine Arbeit für deutsche Sammler reservieren. Und auch vielen Galerien gelang es schon in den ersten Stunden der Messe, Erfolge zu verbuchen: "Wir sind sehr happy und haben bereits drei Werke verkauft", so etwa eine Mitarbeiterin der New Yorker Galerie Palo, die direkt im ersten Stock nach dem Treppenaufgang Kunst der griechischen Künstlerin Leda Tsoutreli zeigt – und an den Erfolg anknüpfen will, den sie damit auf der regulären Art Cologne hatte.

Auch lokale Galerien wie Aba Art und 6A, die sich eine besonders schöne Ecke des Kongresszentrums teilen, haben schon mehrere Werke unters Volk gebracht. Ihre direkten Nachbarn: Kornfeld aus Berlin, wo man Arbeiten von Charlie Stein wiederentdecken kann, die vergangenes Jahr eine Ausstellung im CCA Andratx hatte, und die Freijo Gallery aus Madrid. Dort saß höchstpersönlich Concha Jerez, die preisgekrönte Pionierin der spanischen Konzeptkunst, deren Schau im Casal Solleric noch vielen Mallorquinern gut im Gedächtnis sein dürfte – eine der vielen angenehmen Begegnungen auf der Insel-Art-Cologne. Natürlich schwebte auch der künstlerische Leiter Daniel Hug irgendwann vorbei und urteilte wohlwollend: "Es ist nett und voll."

Große Vielfalt von Formaten und Materialien

Die reichen Eindrücke der gezeigten Kunst sind natürlich kaum in Kürze wiederzugeben. Insgesamt dominiert auf der Messe eine große Vielfalt von Formaten und Materialien – Keramik- und Textilkunst ist offenbar nach wie vor stark im Trend, aber auch Malerei, Skulptur und Fotografie ist reichlich vertreten. Und für jeden Geschmack und Geldbeutel sollte etwas dabei sein: von "edgy" Kunst wie den Arbeiten von Eva Dixon bei der Londoner Galerie Particular Ideas über erfrischend Humorvolles – Angela Merkel mit Papageien als Bildmotiv, gemalt von Fábio Colaço und direkt verkauft von der Galerie Alex Serra – bis hin zu verspielter Vielfalt von vier Künstlern (bzw. einem Duo) am Stand von Anna Laudel, wo sich der Galerist ganz besonders herzerwärmend über den Platz in erster Meereslinie freut: Es gibt enorm viel zu sehen.

Natürlich auch einige Blue-Chip-Positionen und echte Schwergewichte: eindrucksvoll präsentierte Arbeiten von Picasso bei der Galerie Bastian, erstklassige Pop Art bei Conradi aus Barcelona – Publikumsliebling ist dort laut der Galeristin die Zeichnung eines Hummers von Andy Warhol –, oder jede Menge große Namen bei Mike Karstens. Dort gibt es mit der limitierten "Art 19 - Box One" zehn signierte Originalgraphiken von Künstlern wie Gerhardt Richter, Yoko Ono und William Kentridge zum Paketpreis von 60.000 Euro. Verkauft hat er indes als erstes ein Mallorca-Motiv: die Kathedrale, festgehalten vom deutschen Maler Stefan Kürten und "erst letzte Woche fertig geworden". Die Käufer waren von hier, so der Galerist – die Arbeit bleibe auf der Insel. So geht deutsch-mallorquinischer Austausch unter Kunstliebhabern.

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