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Glamour im Stadtpalast: Schauspieler Herbert Knaup zeigt ikonische Fotos von Ellen von Unwerth

Die Art Cologne Palma Mallorca ist auch ein gesellschaftliches Ereignis. Herbert Knaup nutzt diese Gelegenheit für eine exklusive Ausstellung

„Das gehört eigentlich andersrum“: Herbert Knaup bei der Hängung einer Arbeit von Ellen von Unwerth in Can Cardell. | FOTO: NELE BENDGENS

„Das gehört eigentlich andersrum“: Herbert Knaup bei der Hängung einer Arbeit von Ellen von Unwerth in Can Cardell. | FOTO: NELE BENDGENS

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

VIP müsste man sein. Oder MZ-Redakteurin. Denn es geschieht wahrlich nicht alle Tage, dass man einen Blick in die Residenz von Konstantin Jacoby – Mitgründer der Werbeagentur Springer & Jacoby – und seiner Frau Katja erhaschen darf. Beide sind leidenschaftliche Kunstsammler. Zwei Tage vor Beginn der Art Cologne Palma Mallorca öffnet nun kein Geringerer als der bekannte deutsche Schauspieler Herbert Knaup („Die Kanzlei“) die Pforten des prächtigen Stadthauses Can Cardell an der Plaça de Sant Francesc in Palma. Dass der Mallorca-Liebhaber, der regelmäßig zu Besuch auf der Insel ist, hier quasi einmal Schlossherr spielen darf, liegt daran, dass er sich mittlerweile gelegentlich auch als Kurator betätigt. Nun bekam er gemeinsam mit der prominenten Kunstberaterin Patrice Farameh die Gelegenheit, Jacobys Räume mit einem spektakulären Kunstprojekt zu bespielen.

Einen besseren Zeitpunkt als die Tage der großen Messe, zu der sich reichlich internationales Sammler- und Kunstpublikum auf Mallorca tummelt, hätte es kaum geben können. Nun darf eine illustre Schar aus geladenen Gästen bei einer exklusiven Vernissage am Freitag die Kult-Bilder der deutschen Fotografin Ellen von Unwerth bewundern: Kate Moss, Claudia Schiffer, Naomi Campbell und Co. fesseln die Betrachter aus allen Ecken von Can Cardell mit ihren intensiven Blicken und gewagten, lustvollen Posen. Die eindrucksvollste ortsspezifische Intervention ist für den Pool im Erdgeschoss geplant. Ein noch kleinerer Zirkel von Gästen darf zudem ein privates Dinner mit Anwesenheit der Künstlerin genießen – ein kulinarisches Meet&Greet.

Fesselnde Blicke: ein Porträt von Kate Moss direkt im Eingangsbereich.

Fesselnde Blicke: ein Porträt von Kate Moss direkt im Eingangsbereich. / Nele Bendgens

Herbert Knaups erste Liebe

Dass Herbert Knaups Augen jedes Mal aufleuchten, wenn er über Ellen von Unwerth spricht, ist kein Wunder: „Sie war meine erste Freundin und meine große Liebe“, sagt der 70-Jährige. „Natürlich hatte ich in meinem Leben verschiedene Beziehungen, aber damals war das einschneidend für mich. Sie sagte schon in jungen Jahren: ,Ich will Model werden.‘ Dann sagte ich: ,Ja gut, dann werde ich Schauspieler.‘“ Von Unwerth wechselte schließlich auf die andere Seite der Kamera und machte als Fotografin „eine Wahnsinnskarriere“. Die Beziehung überdauerte die Zeiten nicht, doch die Verbindung blieb. „Schon über 50 Jahre. Eine ewige Zeit, wo man sich immer wieder anruft, austauscht, trifft, sogar gemeinsam Urlaub macht“, sagt Knaup.

Von Unwerth sei „ein unglaublich offener, herzlicher Mensch, der wirklich das innere Kind und die Neugier immer noch in sich drin hat“, sagt der Schauspieler. Zudem seien sie beide Workaholics: „Das verbindet uns auch: dass wir nur ruhig sind, wenn wir uns bewegen.“ Der „permanente Aktionismus“ sei insofern kein Davonlaufen, sondern ein Streben nach Entspannung bei etwas, das großen Spaß macht – so meistere er auch seine Zwölf-Stunden-Drehtage, so Knaup.

Claudia Schiffer, betrachtet aus dem ersten Stock.

Claudia Schiffer, betrachtet aus dem ersten Stock. / Nele Bendgens

Lebenslust als Prinzip

„Das Filmische“ teile er ebenfalls mit Ellen von Unwerth, die ihre Models nicht nur posieren lasse, sondern sich richtige Szenen ausdenke. Etwa ein gemeinsames Essen, bei dem ein Streit ausbricht und sich die Protagonistinnen am Ende Nudeln ins Dekolleté schmeißen. „Das ist natürlich immer ein bisschen überzogen und überhöht, weg vom Realismus. Aber dadurch drückt es auch Lebensfreude und Freiheit aus“, sagt Knaup. Eine Lust am Leben, die ihnen beiden zu eigen sei – selbst bei Schwierigkeiten, Rückschlägen und Dramen, die jedem Menschen widerfahren. Es gehe darum, dann trotzdem den Tag zu genießen und zu versuchen, das Beste daraus zu machen. „Dieses Lebensprinzip hat Ellen inhaliert und lebt es. Und ich lebe es auch.“

Vor einigen Jahren stellte er im Rahmen einer Gruppenausstellung das erste Mal Fotografien seiner „Uraltfreundin“ aus. Eine von ihm kuratierte Solo-Schau mit von Unwerths Arbeiten ist nun eine Premiere. Er hatte sich zum Titel „Women to Women“ ein Kontingent von Bildern zurechtgelegt, erklärt Knaup. Zur finalen Auswahl gehören nun Werke, die gut zum Pool passen sowie ikonische Frauenporträts. Die Bilder haben trotz logistischer Herausforderungen – der Truck blieb wegen eines Schadens in Lyon stecken – ihren Weg von Berlin nach Palma gefunden und warten nun auf ihren großen Auftritt.

Zum Event erwartet Knaup einige Schauspielkollegen, die nicht unbedingt Kunstsammler seien. „Jan Josef Liefers kommt auch, dem habe ich schon mal ein Bild verkauft – ein schönes, großes Ölgemälde, das er zu Hause bei sich an der Wand hängen hat“, sagt er. Auch dessen Frau Anna Loos stehe auf der Gästeliste, ebenso der Breitling-CEO Georges Kern. Sein Wunsch sei, ein internationales Publikum zu versammeln, das von der Art Cologne Palma Mallorca seinen Weg hinüber in die Ausstellung findet. Druck mache er sich aber keinen, sagt Knaup: „Ich sehe das ganz sportlich und entspannt und freue mich drauf.“

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