17. April 2008
17.04.2008

42 Winzer in Pollença: Mallorcas größte Weinprobe

17.04.2008 | 13:40
Josep Bibiloni ist Präsident der Associació Vi Primitiu in Pollença.

Weinbauer Josep Bibiloni (59) ist Präsident der Associació Vi Primitiu - der Vereinigung, die die ?Fira del Vi" am 19. und 20. April im Claustre de Sant Domingo in Pollença organisiert. Die größte öffentliche Weinprobe Mallorcas findet in diesem Jahr zum fünften Mal statt. Wie viele Bodegas nehmen teil? 42 Bodegas, 2007 waren es 38. Darunter ist in diesem Jahr auch ein Weingut aus Ibiza sowie zwei aus Menorca. Wir rechnen mit 4.000 bis 4.500 Besuchern.

Von Kirsten Lehmkuhl

Was zieht die Leute an?

Wo sonst hat man die Gelegenheit, so viele Winzer an einem Platz versammelt zu finden, die Produkte also aus erster Hand probieren und dabei die Weinbauern persönlich kennenlernen zu können? Das ist einmalig.


Im vergangenen Jahr fiel die Fira feucht-fröhlich aus, was eher am Regen als am Wein lag. . .

Ich weiß. In diesem Jahr werden wir Planen spannen, um gegen Regenschauer besser gewappnet zu sein.


Sie sind Präsident der Associació Vi Primitiu de Pollença. Was ist das für eine Vereinigung? Und vor allem: Was ist das für ein Name?

Vi Primitiu, das hat nichts mit primitivem Wein zu tun, sondern ist im Sinne von traditionell, ursprünglich zu verstehen. Die Vereinigung ist eine altruistische Gemeinschaft, in der sich 1996 ein paar Weinliebhaber zusammengetan haben. Sie ist übrigens offen für alle, die am Thema Wein interessiert sind.


Könnte ich auch mitmachen?

Natürlich. Sie wären dann unser Mitglied Nummer 266. Wir treffen uns jeden ersten Mittwoch im Monat in Pollença. Jahresbeitrag: zehn Euro.


Was machen Sie, außer Weinmessen zu organisieren?

Wir besichtigen Bodegas, verkosten Wein, aber auch Honig, Mineralwasser oder Bier, einfach weil auch das Teil unserer Kultur ist.


Die Zahl der Bodegas auf den Balearen wächst und wächst. Wein will auch verkauft sein.

Wir müssen die Werbung für unseren Wein drastisch verbessern.


In welcher Form?

Zunächst müssen alle, die mit Wein zu tun haben, an einem Strang ziehen, inklusive der Behörden. Und wir müssen die Touristen viel mehr für unser Produkt interessieren. Wer hat denn so viele ausländische Gäste wie wir? Das ist eine Riesenchance, die viel zu wenig genutzt wird. Übrigens müssen auch die Mallorquiner mehr hiesige Weine trinken.


In zahlreichen Restaurants der Insel gibt es nicht einmal mallor-quinische Weine.

Ein wunder Punkt. Wir als Konsumenten müssen mallorquinischen Wein bestellen, gerade in Lokalen, die keinen haben, um eine Nachfrage zu schaffen. Und wir müssen Lokalbesitzer dazu bringen, unsere Weine zu verkaufen. Und zwar zu einem vernünftigen Preis. Da muss der Chip im Kopf geändert werden!


Wie wollen Sie das tun, wenn die Gewinnspanne bei Festland-Weinen deutlich größer ist?

Ob diese Rechnung immer aufgeht, weiß ich nicht. Vielleicht gehen Gäste einmal öfter in ein Restaurant, eben weil es dort mallorquinische Tropfen gibt. Ich weiß gerade von den Deutschen, dass sie besonders offen für die lokalen Weine sind. Wichtig wäre auch, dass Bars und Restaurants stets mehrere Mallorca-Weine offen anbieten, vielleicht wöchentlich wechselnd, damit die Leute auf den Geschmack kommen.


Für ein besseres Marketing wäre eine einheitliche Denominación de Origen Mallorca von Vorteil? Wann kommt sie?

Daran geht in der Tat kein Weg vorbei. Ich sage nur so viel: Es ist bereits alles in die Wege geleitet worden. Sie wird sehr bald kommen.


?Fira del Vi", 19. und 20. April, Samstag: 12 bis 21 Uhr, Sonntag 10 bis 14 Uhr. Eintritt: 5 Euro.

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