31. Oktober 2017
31.10.2017
40 Años

Mallorquinisches Traditionsgebäck zu Allerheiligen

An "rosarios" und "panellets" kommt dieser Tage kaum ein Bäckereibesucher vorbei. Doch was steckt hinter den süßen Leckereien?

31.10.2017 | 14:35
Mallorquinisches Traditionsgebäck zu Allerheiligen

Wer sich dieser Tage in den Bäckereien auf Mallorca umtreibt, der kommt an zwei Spezialitäten nur schwer vorbei: den "panellets" (Pinien-Mandelkugeln) und den "rosarios" (süße Rosenkränze). Beide sind rund um Allerheiligen auf der Insel stark nachgefragt. Vor allem die Traditionsbäckerei Forn Fondo in Palma rühmt sich mit den Leckereien.

Es war im Jahr 1742, als Vorfahren der Geschwister Neus und Pau Llull Riera die "panadería" in der Inselhauptstadt eröffneten. Noch immer ist die Mutter der beiden jetzigen Inhaber, Margarita Riera, federführend im Einsatz, wenn es ans Backen der "rosarios" geht. In den 15 Tagen vor dem 1. November bereitet sie die Spezialtät mit vier Helfern vor, um pünktlich zu Allerheiligen alles frisch in den Verkauf zu bringen. Gebacken wird nach einem geheimen Familienrezept, nur Kleinigkeiten wurden verändert. Enthalten sind unter anderem Marzipan und Engelshaar. "Man kann sagen, dass die Geschmäcker immer noch die selben sind wie vor 50 Jahren", so Riera.

Zwischen 300 und 400 "rosarios" stellen die eifrigen "panaderos" von Forn Fondo dieser Tage her. Ähnliche Mengen finden sich auch in der Pastisseria Pomar in Campos, die auch eine Zweigstelle in Palma hat. "Aber vor etwa sieben oder acht Jahren haben wir noch das Doppelte produziert", so Macià Pomar, der gemeinsam mit seiner Frau Inés Moriel am Backtisch steht. "Am besten schmecken sie, wenn sie etwa sieben Tage vor Allerheiligen hergestellt werden." Das Besondere: In der Pastisseria Pomar wird auch auf Lebensmittelunverträglichkeiten Rücksicht genommen.

Die Tradition, einem lieben Menschen zu Allerheiligen einen "rosario" zu schenken, wird auf Mallorca auch nach Jahrhunderten noch gelebt. "Normalerweise schenkt man es seinem Patenkind, aber in letzter Zeit sind es auch oft die Großeltern, die ihren Enkeln damit eine Freude machen wollen", so Margarita Riera. Die süßen Rosenkränze gibt es in verschiedenen Größen, die Preisspanne reicht von 9 bis 30 Euro.

Von ungefähr kommt die Tradition nicht. "Der Zucker macht die Lebensmittel länger haltbar. Meine Schwägerin hat mir einmal erklärt, dass man in den 'rosarios' all die Lebensmittel verarbeiten kann, die man im Sommer nicht verkauft hat", verrät Riera.

Ein anderer Brauch sind die "panellets". Auch hier bildet Marzipan die Basis. Einige Bäckereien fügen den kleinen Küchlein Eigelb, aber auch Kaffeepulver, Orangen, Nüsse oder Kirschen hinzu. Riera: "Am beliebtesten sind die mit Pinienkernen."

Es war der Vater von Campos-Bäcker Macià, Francesc Ponar, der die Leckerei aus Katalonien vor etwa 50 Jahren auf Mallorca etablierte. "Er eröffnete damals eine Bäckerschule in Campos, wo den Lehrlingen gezeigt wurde, wie die Delikatessen hergestellt werden", berichtet sein Sohn. Das sei eigentlich ganz einfach: Aus dem Marzipanteig werden kleine Bällchen geformt, diese werden sechs Minuten bei hohen Temeperaturen im Ofen gelagert. "So wird garantiert, dass sie nicht zu trocken werden." /somo

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