17. Oktober 2018
17.10.2018

Einkauf bei den Farmern auf Mallorca

Zur Vermarktung ihrer landwirtschaftlichen Produkte haben elf Kooperativen der Balearen eine schnell wachsende Ladenkette gegründet

17.10.2018 | 11:10
Kunden im Verkaufsraum der landwirtschaftlichen Produkte im Gartencenter Fronda (Magatzem Verd) in Palma.

Alles begann auf Menorca. Dort machten sich die Mitglieder der beiden landwirtschaftlichen Kooperativen Gedanken darüber, wie sie ihre Produkte erfolgreicher unter die Leute bringen könnten. Gemeinsam mit den Genossenschaften auf Mallorca, Ibiza und Formentera gründeten sie einen Dachverband namens Grupo Cooperativo mit einer eigenen Ladenkette namens Farmers & Co.

Mittlerweile sind sechzehn Filialen eröffnet, neun weitere geplant. Sie werden im Franchising-System betrieben, das heißt entweder selbstständig von Mitgliedern der Genossenschaften oder von Firmen wie beispielsweise Fronda (früher Magatzem Verd) in Palma oder im Centro Comercial Las Rosas in Madrid. Die eine Hälfte der Franchising-Filialen befinden sich auf Mallorca (Adressen unten), die andere auf den drei weiteren Inseln sowie auf dem spanischen Festland.

Eine Werbeagentur entwarf das Design für die Einrichtungen der Filialen, die alle optisch identisch sind. Sie ist auch für die Werbekampagnen verantwortlich, die dem Verbraucher zeigen, wie die Landwirte auf den Feldern arbeiten und mit welcher Sorgfalt das auf den Felder Geerntete konserviert oder wie die beispielsweise die frische Kuhmilch zu Käse verarbeitet wird. Die Inseln, die das Meer trennt, sollen durch die auf den Feldern angebauten oder in den Manufakturen entstandenen Produkte wieder vereint werden.

Derzeit zählen 600 Produzenten von elf Kooperativen zu dem Dachverband. „Jeder zahlte für die Finanzierung in einen Topf", sagt Georgina Brunet von der Geschäftsleitung der Grupo Cooperativo. Sie ist als Bodega-Besitzerin Mitglied der Genossenschaft Camp Mallorquí in Consell. Die Weine ihrer Bodega zählen zu den rund 500 Artikeln, die unter der Marke Farmers & Co vermarktet werden.

Delikatessen von vier Inseln
Eine der Filialen befindet sich im Gebäude des Camp Mallorquí in Consell. Hier herrscht im Herbst großer Betrieb. Mandelschalen werden geknackt und die Kerne von den Schoten des Johannisbrots getrennt. Bisher kaufte man hier günstig Mandeln, die auch jetzt – mit und ohne Schale, geröstet oder nicht, ganz oder gemahlen – zum Kernsortiment der Franchising-Filiale von Farmers & Co gehören.

Sechs Genossenschaften Mallorcas beliefern die Filialen. Außer dem Camp Mallorquí, ist die Cooperativa Agrícola de Porreres mit von der Partie, sie liefert getrocknete Aprikosen, Marmeladen und auch eine Paté vom Öko-Schwein. Zu finden ist sie im Bio-Regal, wie auch Marmeladen, Gazpacho und konservierte Tomaten von Agromallorca. Aus Pollença stammt das Öko-Lamm und aus Sóller eine stattliche Anzahl Olivenöle, eingelegte aceitunas, Orangen- und andere Marmeladen. Ecoilla ist mit Bio-Ware vertreten.

Den Käse liefern zwei Kooperativen von Menorca: ein Mozzarella , von dem der Hersteller sagt, dass er menorquinisch spreche, sowie Käsesorten aus Frischmilch der schwarz-weißen Kühe von Meloussa und Coinga. Auch ­Honig und Safran stammen von Menorca sowie ein Mandel-Zimt-Gebäck.

Zwei Genossenschaften von Ibiza steuern Weine, Cava, Käse, Wein und Honig sowie Schokolade bei, die außer Kakao Johannisbrot enthält. Und eine cooperativa aus Formentera schickt Olivenöl, Honig und peix sec (Trockenfisch). „Wir haben auch bekannte Speziali­täten der Inseln, wie Gin, Ensaimada oder ­Sobrassada ins Sortiment aufgenommen, auch wenn sie nicht von einer Genossenschaft produziert worden sind", sagt die Winzerin.
Bereits gedruckt ist ein Katalog, der Firmengeschenke verschiedener Preisklassen vorstellt. Die Kartons sind mit dem Ornament von Natursteinmauern bedruckt. Käse, Wein oder was immer gewünscht wird, liegt darin auf rustikalem Stroh.

Farmers way
„Wer gesehen hat, wie die authentischen landwirtschaftlichen Produkte auf den Inseln entstehen, wird sie eher wertschätzen", sagt die Mallorquinerin. Deshalb habe man unter dem Namen Farmers way ein Besuchsprogramm aufgelegt, das sich bislang auf Menorca beschränkt: Der Printkatalog listet Besichtigungen zu den Käsereien und den Herstellern von Gebäck auf. Man kann den Schäfer im Olivenhain begleiten, beim Abschöpfen von Flor de Sal oder dem Koch bei der Zubereitung einer Mayonnaise zusehen. Auch auf den anderen drei Inseln soll es in einiger Zeit solche Touren geben, etwa zu Mallorcas Mandelfeldern im Insel­inneren, zu den Orangengärten von Sóller sowie zu den Schafherden von Pollença.

Kontakt: www.farmersandco.es

Farmers und Co auf Mallorca:

  • Comercial Vera, C/. Poima, 28 (Polígono Can Valero), 07011 Palma
  • Fronda (Magatzem Verd), C/. del General Riera, 158, 07010 Palma 
     
  • Es Corb Marí, Tienda Gourmet, Passeig Anglada Camarassa, Port de Pollença 
     
  • Cooperativa Pagesa de Pollença, C/. Pollença a Puerto Pollença, Km. 54,4, 07460 Pollença
     
  • Cooperativa Agrícola San Bartolomé, Ctra. de Fornalutx, 8, 07100 Sóller
     
  • Cooperativa Agrícola de Porreres, Carrer Sa Cooperativa, 29, 07260 Porreres
     
  • Cooperatice Camp Mallorquí Consell, Av. des Raiguer, 5, 07330 Consell 
     
  • Cooperativa Sant Salvador Artà, C/. Parres, 82, 07570 Artà 
auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Gut essen auf Mallorca

Restaurants auf Mallorca

Welches Restaurant darf es sein?

Die Insel kulinarisch entdecken - Restaurant-Empfehlungen in Palma de Mallorca, im Osten, Südosten oder Südwesten von unserer Gastro-Autorin Martina Zender

 


Mallorca-Themen von A bis Z

Mallorca-Themen von A bis Z

MZ-Artikel, geordnet nach Themengebieten

Alphabetische Liste: Von Air Berlin über Kongresspalast bis Wandern

 

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |