16. Januar 2019
16.01.2019

So schneiden Sie auf Mallorca Rosen richtig

Im Januar ist für Rosensträucher eine Verjüngungskur angesagt. Gärtner Bodo Drechsler kennt den richtigen Schnitt für verschiedene Arten

16.01.2019 | 01:00
Gefüllte Rose des britischen Züchters David Austin. Eine üppige Blüte im Mai ist nur möglich mit dem richtigen Winterschnitt.

Das Gartenjahr beginnt auf der Insel mit einem kräftigen Schnitt für die „Königin der Blumen". Wie man verschiedene Rosensorten stutzt, zeigt Gärtner Bodo Drechsler auf einem Anwesen nahe Santanyí im Osten von Mallorca. Gelernt hat er das Metier von der Pike auf in Sachsen-Anhalt. Ins andalusische Almería zog er 2002, um dort Erfahrungen in der Palmenzucht zu sammeln. Seit inzwischen gut zehn Jahren gärtnert er auf der Insel. Hier hat er sich unter anderem auf die Bekämpfung des Palmrüsslers (picudo rojo) spezialisiert und Erfolge verbucht. Aber auch der Schnitt der Rosensträucher sowie Obst- und Zierbäume gehört zu seinem Repertoire.

Klassische Regeln

Vorab die Regeln, die für den Schnitt aller Rosensorten gelten. „Zuallererst werden alle toten, schwachen und kranken Zweige abtrennt", sagt Drechsler. Denn in diesen nisten sich bevorzugt Schädlinge ein. Außerdem sind sie zu schwach, um in der kommenden Saison Blüten zu bilden. Falls im Vorjahr die Stöcke vom Falschen oder Echten Mehltau befallen wurden, müssen die kranken Zweige entfernt und verbrannt werden.

Eine häufig zitierte goldene Regel besagt, dass man einen Rosenzweig immer über zwei Augen, die im Strauch nach außen zeigen, abschneidet. Zur Erinnerung: Als Auge wird die Stelle bezeichnet, an der neue Seitentriebe sprießen werden. Deshalb setzt der Gärtner die Schere so an, dass die Schnittfläche nach außen und von oben nach unten im 45-Grad-Winkel verläuft. Das Regenwasser wird deshalb später nicht ins Innere des Rosenstrauches, sondern nach außen fließen.

Entfernt werden müssen auch die Wildtriebe, die sich häufig unterhalb eines Veredelungsknotens bilden. Man erkennt diese an der hellgrünen Färbung von Stängeln und Blättern und den häufiger auftretenden Stacheln. Werden sie nicht entfernt, so besteht die Gefahr, dass die Wildtriebe der Rose die Nahrung sowie die Wuchskraft und im Sommer sogar das Gießwasser wegnehmen. Gelegentlich bilden sich die Wildtriebe auch unterhalb des Beetbodens. Dann müssen sie freigelegt und direkt an der Ansatzstelle abgetrennt werden.

Srauchrosen

In einem Gartenteil, der mit weiß blühenden Gewächsen bepflanzt ist, wachsen die Strauchrosen des deutschen Züchters Schultheis. Diese werden bewusst niedrig gehalten, damit sie den Ausblick nicht stören. Drechsler empfiehlt, Strauchrosen höchstens ein Drittel zurückzuschneiden. Bei Sorten des britischen Züchters David Austin schneidet er weniger.

Beetrosen

Bei den dicht am Boden wachsenden niedrigen Rosensorten trennt Drechsler zwei Drittel ab. Denn sie sollen in Bodennähe gedeihen und auch dort Blüten bilden, anstatt in die Höhe zu schießen und sich dabei gegenseitig am Wachsen behindern.

Stammrosen

Rosen mit Kronen sind auf dem Stamm veredelt. Ihre Höhe wird beim Schneiden nicht angetastet. „Bei ihnen achte ich vor allem darauf, dass die Krone wieder in Form kommt", sagt der Experte. Stammrosen werden von den Züchtern mit runden Kronen oder mit Kaskaden geliefert. Bei beiden ist darauf zu achten, dass in ihrem Innern die Luft zirkulieren kann. Zweige, die sich kreuzen und gegenseitig beim Wachsen stören, sind auch hier zu entfernen, ebenso die bereits erwähnten Wildtriebe, die am Stamm wachsen.

Kletterrosen

An einer Mauer, die Zitrusgewächsen Schutz bietet, wachsen Kletterrosen von David Austin. Ausgewählt wurden duftende Sorten, die von Mai bis November in Pastellfarben blühen. Die Sträucher sind sechs Jahre alt, heute bedecken sie die zwei Meter hohe Mauer. Beim Schnitt ist zu beachten, dass Zweige stehen bleiben, die in Richtung Wand wachsen. Entfernt werden diejenigen, die in den Garten ragen. Nach dem Schnitt der Kletterer ist außerdem zu prüfen, ob die Kletterhilfen intakt sind oder je nach Höhe des Strauchs verändert werden müssen

Krankheiten und Frost

Rosen haben es im Inselklima nicht gerade leicht. Denn die hohe Luftfeuchtigkeit fördert den Pilzbefall wie Rost, Sternrußtau sowie den Echten und Falschen Mehltau. Die Sporen der Pilze überwintern an den Zweigen oder im Boden. Sie werden dann mit dem Gießwasser oder dem Wind übertragen und breiten sich auf den Blättern aus.
Vorbeugend kann ein Mulchbelag wirken, auch das Jäten von Unkraut. Eine großzügige Vergabe von Kompost kann Wunder wirken, chemische Dünger sind mit Vorsicht zu genießen. Biologische Mittel für die Rosenpflege auf Schwefelbasis liefert der Hersteller Neudorff. Bodo Drechsler setzt das Fungicida Biológico vom Produzenten Compo auf Kupferbasis gegen Pilzbefall (oídio) ein.

Zur Vorsicht rät er außerdem beim Schneidetermin: In höheren oder ungeschützten Insellagen sollten die Rosenstöcke erst dann gestutzt werden, wenn im Frühjahr keine Frostgefahr mehr besteht.

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