04. Mai 2019
04.05.2019

Cas Concos: der Deutschen Glücksort bei Santanyí

Gerade mal 877 Einwohner hat das Dorf am Rande des „Hamburger Hügels" im Südosten von Mallorca. Für viele Deutsche bedeutet es die Welt. Ein Verleger aus Duisburg und ein Fotograf aus Essen haben „ihrem" Mallorca nun einen Bildband gewidmet

04.05.2019 | 01:00
Eine der Seitenstraßen, die in den Ort führen. Allgegenwärtig: die Ortskirche in der durch und durch friedlichen Umgebung.

Cas Concos im Südosten von Mallorca ist eines dieser Dörfer, in denen man auf den Kreuzungen der Hauptstraße anhalten kann, in die Seitenstraßen blickt und an deren Ende wieder die Felder sieht, die den Ort umgeben. Es gibt einen Fußballplatz, ein Hotel, eine Bäckerei, einen Tante-Emma-Laden – und einen Deutschen, der einen Bilderband über sein mallorquinisches Lieblingsdorf herausgegeben hat. Die MZ trifft den Duisburger Verleger Frank Wohlfarth (69) in dem Restaurant des Hotels Can Mel. „Hier war es, wo ich bei einem Glas Weißwein den Fotografen Ralph Lueger aus Essen kennengelernt habe", sagt er. Das sei einer der Vorteile von Cas Concos, man komme mit den Leuten leicht ins Gespräch.

Beide Männer teilen die nicht zuletzt deutsche Leidenschaft für den 877 Einwohner großen Ort am sogenannten „Hamburger Hügel". „Ralph hat über die Jahre ein ganzes Archiv voller Cas-Concos-Bilder zusammengetragen", sagt Frank Wohlfarth. „Der Ort hat fast schon einen morbiden Charme mit den leer stehenden und oft verrammelten Häusern. Doch dagegen steht die Herzlichkeit und Offenheit der Menschen, mit denen die Gäste aufgenommen werden", erzählt Lueger anderntags am Telefon. Der freie Fotograf unterhält seit fünf Jahren mit Freunden ein Haus in Cas Concos.

Auf seinen Bildern sieht der Betrachter nicht nur die schöne Landschaft, die den Ort umgibt. Ralph Lueger nähert sich auch den Menschen. „An einem Morgen bin ich mit dem Schäfer losgezogen und habe die Tiere auf die Weide getrieben", erzählt er. Ebenso wie er die mallorquinische Bäckersfrau aus der panadería Forn Marga's porträtiert, fotografiert er auch „Carsten und Mary" beim Yoga oder den deutschen „Tee-Bernd" vor seinem Geschäft.

Die beiden Autoren wollten ein Stück

Cas Concos einfangen und weitergeben. „Im zunehmenden Alter werden die kleinen Glücksmomente immer wichtiger", sagt Frank Wohlfarth. „Wenn man dann einen Ort findet, der einen so positiv beeinflusst wie Cas Concos, wo man sich wohlfühlt, dann möchte man solche Orte festhalten."

Neben dem Verlagsgeschäft ist Wohlfarths zweites Standbein der Immobilienhandel in seiner Heimatstadt Duisburg. Dort war seine Familie über drei Generationen im Verlagsgeschäft tätig, sein Großvater war Gesellschafter beim „Duisburger General-Anzeiger". Zusammen mit seinem Vater Gert leitete der Diplom-Kaufmann Frank Wohlfarth das Verlagshaus Wohlfarth, das nach dem Verkauf des „General-Anzeigers" vor allem Fachzeitschriften für den Baustoffhandel herausgab. Vor zwei Jahren hat Frank Wohlfarth die meisten Titel verkauft, den Drei Punkte Verlag aber behalten. Hier ist der Bildband erschienen.

Seit fünf Jahren hat Frank Wohlfarth ein Haus ganz in der Nähe von Cas Concos auf Dauer gemietet und verbringt auf Mallorca mit seiner Frau Hildegard so viel Zeit wie möglich. Sein Ziel für die Zukunft lautet denn auch: „Endlich einmal 100 Tage am Stück in meinem Lieblingsort verbringen."

„Cas Concos Des Cavaller", 60 Seiten, 20 Euro, dreisprachig, erhältlich im Ort sowie zu beziehen über frank@wohlfarth.de

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