05. Mai 2019
05.05.2019

Wo Palma jung, urban und hip ist

Es muss ja nicht immer nur Santa Catalina sein. Die MZ stellt neun Orte in Palma vor, an denen sich Freunde des stilvollen, europäischen Stadtlebens erfreuen können – und auf Einheimische treffen

05.05.2019 | 01:00

Nostalgie Pur: Seattle Vintage Store


Wer die 90er-Jahre liebt, der kleidet sich auch so. Beim Betreten des Seattle Vintage Store dürfte bei so manchem Hipster die Herzfrequenz in die Höhe schnellen. Was darf's denn sein? Alte Basketballtrikots und Trainingsjacken, Band-T-Shirts oder Flanellhemden? Oder die breite Auswahl an Jeans-Produkten aller Art? Auch wer gebrauchte Adidas-Sneakers auf dem Wunschzettel hat, wird fündig. Untermalt von Grunge und Rock, der in dezenter Lautstärke über die Lautsprecher läuft, erfreut sich der Kunde der Nostalgie und der doch eher moderaten Preise. Neben den Secondhand-Klamotten gibt es zudem eine kleine Auswahl an Produkten von einheimischen Designern. 
Carrer Sant Elíes, 4, Di.–Fr. 10.30–14.30, 17–20 Uhr, Sa. 11–14.30, 17–20 Uhr

Buch, Musik und Kunst: Rata Corner und Rata Market



 
Gerade drei Jahre alt geworden ist Rata Corner, der Laden, der sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt der Kulturszene in Palma entwickelt hat. Vordergründig ein gut sortierter Buchladen (Spanisch, Katalanisch, ein wenig Englisch) mit vielen Kinderbüchern, gibt es hier auch eine kleine, etwas skurrile Auswahl an Schallplatten sowie an Kunst und Deko-Artikeln. Man kann hier Wermut, Bier und Kaffee trinken, zudem gibt es wechselnde Ausstellungen, Lesungen und Konzerte. Die Betreiber Edy Pons und Miquel Ferrer organisieren zudem mehrmals im Jahr den Rata Market, einen Kunsthandwerksmarkt mit Livemusik und vielen Angeboten für Kinder – der nächste ist am 4. und 5.5. im Claustre von Sineu. Carrer Hostals, 17, Mo.–Fr. 10–14, 16.30–20 Uhr, Sa. 10–14 Uhr

Passendes Fast food zur Diät: Badal


Der Hamburger ist ein Klassiker unter den Mahlzeiten. Eine Scheibe gebratenes Fleisch zwischen zwei Brötchenhälften garniert mit Salat und wahlweise Tomaten und Käse. Der Trend geht jedoch dahin, immer mehr in den Burger reinzupacken. Das Badal Corner hat das perfektioniert. Die Zutaten sind ausgefallen: Foie gras, Pilze oder Sobrasada. Statt Ketchup und Mayonnaise gibt es beim italienischen Burger Pesto drauf. Der Inhalt zwischen den Brötchenhälften ist so hoch gestapelt, dass das Essen einer Herkulesaufgabe gleicht. Da scheint es eine gute Idee, die Brötchen gleich ganz wegzulassen. Denn wie der Mann und die Frau von heute wissen, machen die bösen Kohlenhydrate dick. Low Carb nennt sich diese Diät, die ohne sie auskommt. Wenn man dann noch die Pommes frites zum Burger weglässt, hat man fast schon eine gesunde Mahlzeit zu sich genommen. Das Fast Food zum Abnehmen ist so bekannt, dass es ohne Reservierung keinen Tisch gibt.

Plaça del Comtat del Rosselló, 7, Di.–Sa. 13–23 Uhr

Alles an einem Ort: Die Plaça Raimundo Clar


Kein Platz in Palma vereint derzeit so viel lässiges Stadtleben wie die Plaça Raimundo Clar. Benannt nach einem ehemaligen Juristen und Kulturminister, findet sich hier auf wenigen Metern alles, was man braucht. Im Friseurladen Botons lassen sich hippe Palma-Mamis die Haare schneiden, ein paar Schritte weiter gibt es bei Botons Concept eine kuriose Mischung aus stilvollen Deko-Objekten und Shampoos. Der Großstadt-Papa lässt sich Undercut und Bart bei Raor Barbers stutzen. Freunde von kalorienreichem Essen machen sich über eine francesinha in der Tasquita d'Esquina her, lassen sich einen der Burger bei Raimundo Burger servieren oder trinken ihr Bier bei Beer Lovers. Kanarische Tapas gibt's bei La Vieja de Jonay Hernández, ein täglich wechselndes Qualitätsmenü bei La Juanita. Will man es etwas günstiger, empfiehlt sich das Mittagsmenü in der  Kantine des Kulturzentrums Flassaders. Und auf ein Bier oder einen Absacker geht's in die Bar Sa Travessa, die auch ab und zu Ausstellungen zeigt.

Kaffee Trinken und Arbeiten: Café RiuTort


Reisende und Einheimische zeigen sich gleichermaßen begeistert von dem in einer Seitenstraße der Rambla gelegenen Café Riutort. Kostenloses WLAN, exzellente Snacks und freundliche junge Eigentümer machen das Café zu einem guten Ort, um eine Runde zu arbeiten, zu lesen oder sich auch einfach nur zu entspannen. Aber nichts kommt so gut weg wie der Kaffee, der dort serviert wird. Die Betreiber Joanaina Rosselló, Philologin mit Schwerpunkt Arabisch, und der Schauspieler Alberto Comas importieren ihn direkt vom Hersteller in Kolumbien. Ihr erklärtes Ziel: die Kaffee-Kultur der Eltern und Großeltern wiederzubeleben, die verloren ging, als die Cafés der Stadt anfingen, Rendite vor Qualität zu stellen. Das Innendesign wirkt mit seinen unprätentiösen, eher minimalistisch gehaltenen Farben und Formen eher nordisch als mediterran. Und auch das Frühstück wird in höchsten Tönen gelobt. Und all dies bei einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. 
Carrer del Carme, 21, Mo.–Fr. 8–16 Uhr, Sa. 9–13 Uhr

Bartpflege: Truhán y Señor und Syndicate Barbers

 
Auf Mallorca gibt es eine lange Barbiertradition. Während viele alte Geschäfte in den vergangenen Jahren zugemacht haben, ist eine neue Riege an Salons entstanden, die neben ihrem Handwerk auf ein stilvolles Ambiente setzen. So etwa bei Truhán y Señor, die im Gegensatz zu einigen Kollegen auf Elemente des Männlichkeitskults wie Whiskey zum Bart-Trimmen verzichten. Wer Spirituosen und Musik vom Plattenteller während des Frisörbesuchs möchte, kann zum Holländer Bob van der Hoek bei Syndicate Barbers, der für Polemik sorgte, weil er keine Frauen und Kinder in seinem Etablissement dulden wollte. 
Truhán y señor, Carrer Missió, 2 (Local 8), Di.–Fr. 10–19 Uhr, Sa. 9–15 Uhr/Syndicate Barbers, Carrer Joan Crespí, 13, Di.–Fr. 10–19 Uhr, Sa. 12–15 Uhr, Mo. 13–19 Uhr

Achtung, Bunt: Maricastaña



Seit 2016 versorgen Sergio Gamisans und Vicky Pinar die Bewohner Palmas mit allem, von dem man nicht wusste, dass man es haben wollte. Unterhosen in Frida Kahlo-Optik, Socken im Suhi-Look und Kleider mit Wasser-
melonen-Design. Daneben zahlreiche Deko-Objekte. Hauptsache alles ist bunt, ein bisschen verrückt und von spanischen Designern. Frauen finden in dem charmanten Eckgeschäft, das einen gewöhnlichen Samstagmorgen auch mal zu einer kleinen Party umwandelt, ein breiteres Angebot als Männer. Allerdings – wer will sich an traditionelle Geschlechterrollen halten? Und keiner muss hier Angst haben, nicht cool genug für den Laden zu sein. Denn Gamisans und Pinar sind locker und charmant und müssen niemandem etwas beweisen. Plaça de la Mercè, 4, Di.–Sa. 10–14, 17–20 Uhr.

Kunst mit Industriecharme:Galerie l21


 

Galerist Oscar Florit hatte 2016 keine Lust mehr auf das Chichi der Kunstszene und zog deshalb mit seiner Galerie L21 aus Palmas Altstadt ins Gewerbegebiet Son Castelló. Hier hat er nun genug Platz, um in einer zu einem riesigen White Cube umfunktionierten Industriehalle jene Projekte zu realisieren, auf die er Lust hat. Künstlerisch setzt er auf eher junge Projekte, wie etwa die von der Skate-Kultur inspirierten Arbeiten von Ian Waelder oder die Installationen von Radames Juni Figueroa, die zwischen Melancholie und Party pendeln. L21 ist ein Ort, in dem es immer etwas zu entdecken gibt. Und eine Chance, Palmas U-Bahnlinie 1 auszuprobieren. Von der Haltestelle Son Castelló ist es ein Katzensprung zu der ganz hinten in einer Einfahrt gelegenen Galerie.
Carrer Gremi de Ferrers, 25, Mo.–Fr. 10–18 Uhr 

Inbegriff der Szene: Bar Flexas


Die Bar Flexas gibt es seit 1944, Kult aber ist sie seit 2004, als die Schauspielerin und Sängerin Pepa Charro und zwei Musiker sie übernahmen. Hier trifft sich eine ausgesprochen bunte Gästeschar – Einheimische, Zugezogene, auch Urlauber – zum Feierabendbier, samstäglichen Wermut oder unkomplizierten Mittag- oder Abendessen. Die Betreiber sind in der bunten LGBT-Szene der Stadt verankert – neben der Deko trägt das entscheidend zum ganz eigenen Charme dieser Bar bei. Im Juli findet jährlich eine Flexas-Party statt, bei der sich dann halb Palma im Parc de la Mar unterhalb der Kathedrale trifft und ein kunterbuntes Fest mit Drag Queens, Musik und allgemeinem Remmidemmi feiert, das in diesem Jahr in seine 15. Ausgabe geht. Carrer de la Llotgeta, 12, Mo.–Do. 18.30–0 Uhr, Fr. und Sa. 12–2 Uhr

 
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