18. Juni 2019
18.06.2019
Mallorca Zeitung

Mallorcas Gärtnereien: Frühstücken beim Pflanzenkauf

In der Jardinería Edeen bei Palma de Mallorca können sich die Gewächse im Freien an das Klima gewöhnen. Die Kunden genießen die gute Luft und gönnen sich Vollkornbrote

18.06.2019 | 01:00
Die Betriebswirtin Carolina Mora und der Gartenarchitekt Federico Álvarez sind Partner der Jardinería Edeen. Sie umfasst heute 15.000 Quadratmeter.

Die Tür zur unternehmenseigenen Bar Berenar (Frühstück) steht offen, drinnen unterhalten sich die Gäste angeregt. Im Freien ertönt Vogelgezwitscher, der Blick fällt, so weit das Auge reicht, auf Pflanzengruppen mit viel Platz zum Flanieren dazwischen. Ganze 15.000 Quadratmeter groß ist der Freiluft-Verkaufsraum der Gärtnerei Edeen vor den Toren Palma de Mallorcas.

„Als mich Federico vor acht Jahren gefragt hat, ob ich mit ihm eine Gärtnerei aufmachen wolle, sah ich das eher skeptisch", sagt Carolina Mora (55). Sie hat Floristin gelernt und BWL studiert. Gemeinsam mit dem Gartenarchitekten Federico Álvarez (42) hat sie zu dieser Zeit beim Magatzem Verd – heute Fronda – gearbeitet. Dann machte sie doch mit, und die beiden fanden am westlichen Stadtrand von Palma de Mallorca ein verfallenes Haus nebst Stall und verwahrlosten Mandelfeldern.

Sie rodeten, räumten auf und bauten um. Die Bewässerungsanlage legten sie mit Ausbaumöglichkeiten an. Die Jardinería integral Edeen eröffnete 2012. „Wenn ich heute die Fotos anschaue, kann ich gar nicht glauben, wie unbedarft wir an den Start gegangen sind", sagt die Mallorquinerin.

Von Anfang an stand fest, dass so oft wie nur irgend möglich auf Plastik verzichtet und Holz eingesetzt wird. Die Einkaufswagen sind daraus geschreinert, ebenso die niedrigen Pflanztische. Die offene Halle für die Kasse, die Häuschen für die Zimmerpflanzen und das Tierfutter sind gleichfalls aus Holz gefertigt. Deko-Artikel und Blumen aus Kunststoff führt man bei Edeen nicht. „Dafür hätten wir bauen müssen und wir fanden, dass auf der Insel schon genug gebaut worden ist", sagt Mora.

Die ersten Kunden kamen aus Banyalbufar, Deià, Palma de Mallorca oder aus der näheren Umgebung und blieben bis heute treu. Denn Álvarez erwies sich als genialer Einkäufer. Vor jeder Saison ist er in Holland, Dänemark und auf dem spanischen Festland unterwegs. Er kauft nur Pflanzen von Züchtern ein, die er kennt und gibt dabei den Gewächsen den Zuschlag, von denen zu erwarten ist, dass sie gesund bleiben. In der Gärtnerei haben die Pflanzen zudem Zeit, sich zu akklimatisierten. 20 Mitarbeiter sorgen dafür, dass sie später im Kundengarten nicht schlappmachen.

Inzwischen wurde die Anlage vergrößert, die Bewässerungsanlage erweitert. Auch die Wege sind länger geworden. Damit man Pausen zum Nachdenken über den Einkauf einlegen kann, stehen unter Sonnenschirmen Bänke und Tische.

Winzlinge und Riesen

Unter einem Sonnendach versammeln sich niedrige Pflanzen mit zarten Blüten. Es handelt sich um Einjährige und Bodendecker, die zum Dauergast in den Beeten heranwachsen können. Das Angebot wechselt je nach Jahreszeit. Zu finden sind hier blühfreudige Sorten wie Rosen, Fuchsien, Mittagsblumen und Geranien, um nur die Wichtigsten zu nennen. Aber auch duftende Kräuter, die teils aus ökologischem Anbau stammen.

Unter freiem Himmel dagegen spaziert man zwischen geometrisch angeordneten Feldern mit mehrjährigen Stauden, die langfristig die halbhohe Basis in Kundengärten bilden werden. Eine stattliche Hecke zeigt zum Beispiel, was aus einem Australischen Rosmarin (Westringia fructicosa) werden kann, wenn er in Serie gepflanzt wird.

Danach beginnen die Reihen mit den Obstbäumen. Fast reife Aprikosen hängen hier an kleinen Bäumchen, dicke Zitrusfrüchte erweisen sich bei näherem Hinsehen als Zitronatszitronen (Citrus medica), gelbe längliche Minifrüchte als Limquat, eine Hybride aus der Echten Limette und Kumquat. „Unser Angebot an Obstbäumen ist groß, die Preise günstig", sagt die Betriebswirtin. Gleich daneben wachsen Palmen in schwarzen Pflanzgefäßen, die in die Erde eingelassen und unten offen sind. So können sie Wurzeln bilden und an Höhe zulegen, bis sie der Bagger aushebt.
Wie auch die Zierbäume, die in langen Reihen entlang der Grundstücksgrenze stehen. Hier wachsen Riesen wie der Peruanische Pfefferbaum (Schinus molle). Die palmeras wurden als Setzlinge eingekauft, bei Edeen werden sie dann groß. Das spart Transportkosten auf die Insel.

Der Weg führt wieder zurück zum ehemals verfallenen Haus. Im kühlen Gewölbe des einstigen Eselstalls arrangiert Carolina Mora Schnittblumen für Feste. Nebenan geht es jetzt am späten Vormittag hoch her. In der Küche (geöffnet Mo.–Sa. von 9–14.30 Uhr, So. 10–14 Uhr) presst man aus Obst vom Markt Smoothies und belegt dazu Vollkornbrote mit Birnencarpaccio und Feigenkaktus-Konfitüre.

Jardinería Edeen:
C/ Joan Mascaró i Fornés 79
07010 Palma
Tel.: 971-43 34 22
Geöffnet: 9–20, So 9–14 Uhr
www.edeen.es
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