02. September 2020
02.09.2020
Mallorca Zeitung

Zu Besuch in der Gärtnerei Jardín de Llucmajor auf Mallorca

MZ-Serie Mallorcas Gärtnereien: Zu den größten auf der Insel zählt der Jardín de Llucmajor. Auf den 12.000 Quadratmetern ist derzeit mehr los als sonst im Hochsommer

02.09.2020 | 01:00
Zier- und Nutzpflanzen so weit das Auge reicht: In der Gärtnerei Jardín de Llucmajor findet man alles, was in einem Mallorca-Garten wachsen und blühen kann

Dieses Jahr ist im August mehr los als gewöhnlich. Denn die Lust am Gärtnern, die für viele während der Quarantäne auf Mallorca begann, hält auch während der Hitze an. „Die Inselbewohner verreisen nicht. Um etwas Sinnvolles zu tun, legen sie ihre Gärten neu an und renovieren zudem ihre eigenen vier Wände, in denen sie im Frühjahr lange Zeit eingesperrt waren", meint Sandra Álvarez im Jardín de Llucmajor.

Die 37-Jährige führt die Gärtnerei seit fünf Jahren. Mit 12.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zählt sie zu den größten der Insel. Das kommt nicht von ungefähr: „Früher bewirtschafteten Landwirte die Felder unserer Gemeinde, viele davon sind heute private Gartenanlagen", sagt die Mallorquinerin. So liefere man zum Beispiel für die als extrem trocken bekannte Marina de Llucmajor große Mengen einheimischer trocken-toleranter Pflanzen.

Vor 22 Jahren gründeten ihre Eltern das Gartencenter. Es befindet sich, wenn man auf der Ma-19 von Palma kommt, am ersten Kreisverkehr von Llucmajor. Mutter Álvarez ist gelernte Floristin, der Vater begann als junger Mann in einer Gärtnerei zu arbeiten, und seitdem sind Pflanzen sein Hobby und gleichzeitig Lebensinhalt. Im Sommer ist der 57-Jährige noch immer frühmorgens als Erster auf den Beinen und gießt die Pflanzen.

Regelmäßig führen Besuche zu Messen in Deutschland, Frankreich und Italien, ebenso zu Lieferanten auf dem spanischen Festland und in Holland. Doch die Gärtnerei ist ein Familienbetrieb geblieben. Auch Schwester und Schwägerin sind mit von der Partie. 18 Angestellte hat der Betrieb heute. Sie sind an ihren gelben T-Shirts schon von Weitem zu erkennen und beantworten fachgerecht Fragen auf Spanisch, Englisch und Deutsch.


Futuristischer Sonnenschutz

Der Rundgang durch die Gärtnerei beginnt mit einer beeindruckenden Zahl von Pflanzgefäßen aller Größen, viele von ihnen sind aus Ton geformt und ohne Glasur. Später führt der Weg an Kübelrollern aus Holz vorbei, mit denen die schwergewichtigen Töpfe bewegt werden können – vorausgesetzt die Wege sind eben und gefliest wie hier.
In der Gärtnerei geht man auf ockerfarbenen Wegen bequem zu den geometrisch angelegten Showbeeten. Diese sind vertieft in die Erde eingelassen. Die Pflanzen stehen in Töpfen auf Folien, die nicht nur Unkraut vom Wachsen abhalten, sondern auch das Wasser vor dem Verdunsten bewahren. Da wundert es nicht, dass die Pflanzen jetzt im August so frisch wie ein neuer Morgen wirken.

Dicht an dicht stehen Gewächse, die auf der Insel zu Hause sind oder aus anderen Ländern stammen und die sich ausgerechnet den Inselsommer für ihre Blütezeit ausgesucht haben. Wie beispielsweise der Jasmin in vielen Farben und Duftnoten, Hibiskus, Bleiwurz, Bougainvilleen, Kletterpflanzen mit Trompetenblumen oder die Rosen des britischen Züchters David Austin. Vor Sonne schützen futuristisch wirkende Flachdächer, die von Metallpfeilern getragen werden.


Alte und junge Bäume

Groß ist auch die Auswahl an Olivenbäumen. Schon vor dem Eingang am Parkplatz ist man einigen Hundert Jahre alten Exemplaren begegnet, die auf ein zweites Leben als Zierbaum warten. Jungbäume sind dann auf dem Rundgang zu sehen – verschiedene Sorten mit runden Kronen auf dünnen Stämmen, die bereits Oliven tragen. Gegenüber stehen knapp zwei Meter hohe olivos mit dicken Stämmen, deren Kronen dekorativ gestutzt sind. Und natürlich darf auch die Wildolive (ullastre) nicht fehlen, die an dünnen Zweigen winzige Früchte trägt. Uralt und nicht gerade preiswert ist ein dickstämmiger Feigenbaum. „Der Trend bei unseren Kunden geht eindeutig zu einheimischen Pflanzen", sagt Álvarez.

Das gilt auch für eine große Auswahl einheimischer Zitrusarten. Doch mache sich auch Interesse an tropischen Obstbäumen bemerkbar: Die Kaktusfrucht Pitahaya, aber auch Mango- und Papayabäume seien angesagt. Zierbäume aus tropischen Regionen würden gern für den Poolbereich gewählt: die Fedrige Kokospalme (Arecastrum romanzoffianum) oder die Zierbanane (Ensete ventricosum).


Unter Dach

Fast übergangslos gelangt der Besucher in die überdachten Räume. Dort befindet sich eine große Zahl von Schattenpflanzen wie Philodendron oder Fensterblatt . „Auf der Insel haben Gewächse für schattige Patios große Tradition", sagt die Gärtnerin. Die Vielfalt dieser Pflanzarten ist ebenso beeindruckend wie die der Zimmer- und Kunstpflanzen.

In einem rundum verglasten und klimatisierten Raum binden die Mitarbeiter täglich frisch gelieferte Schnittblumen zu Sträußen. Kühl ist es auch in den Räumen mit Werkzeug, verpackter Gartenerde oder Dünge- und Pflanzenschutzmittel wie beispielsweise vom deutschen Hersteller Neudorff. Und dann gibt es noch eine große Deko-Abteilung für Garten und Küche. Hier werden noch bis Ende August 20 Prozent Rabatt gewährt, denn es muss Platz frei werden für die Weihnachtsdekoration. Die ersten Kisten mit grünen und roten Zweigen sind bereits ausgepackt.

www.jardindellucmajor.com

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