09. Oktober 2020
09.10.2020
Mallorca Zeitung

Familie Playmobil macht Lust auf Inselurlaub

Echte Ferienfreuden sind auf den Balearen derzeit rar gesät. Die Menorquinerin Sandra Catchot verschafft visuelle Abhilfe

09.10.2020 | 01:00
Die große Auswahl an Accessoires von Playmobil erleichtert es Catchot, Inselszenen zu stellen und abzufotografieren.

Jahrelang lag die Tüte mit Playmobil-Figuren – Sandra Catchots absolutem Lieblingsspielzeug, als sie klein war – auf der Nachbarinsel von Mallorca verstaubt im Schrank im Haus ihrer Mama. Als die mittlerweile 33-Jährige 2012 von Barcelona aus während der Semesterferien kurze Zeit zurück in ihr altes Kinderzimmer auf Menorca zog, entdeckte sie sie wieder. „Ich habe ein paar herausgenommen. Schnell kam mir die Idee, dass ich draußen ein paar ­Fotos mit ihnen machen könnte", erzählt Catchot. Ein paar lud sie dann in ihrem Face­book-Profil hoch. Die verspielten Aufnahmen vor Leuchttürmen, am Strand oder auf den Felsen kamen bei ihren Freunden sofort gut an.

Hoch motiviert kreierte sie bald eine ­eigene Facebook-Seite („Los Playmobils de Sandra") und nahm die kleinen Figuren von da an immer wieder mit, wenn sie ­wandern ging oder an den Strand – ob die Taucherin mit Flossen und Brille, der ­Kajakfahrer mit Schwimmweste, das Mädchen auf dem Skateboard oder den Angler, der scheinbar gerade einen frischen Fisch herausgezogen hat.



Kühltaschen, Kopfhörer, Hundeleine: Es gibt fast alle Alltagsgegenstände des wahren Lebens auch bei Playmobil. „Die große ­Auswahl an Zubehör hilft dabei, mit den ­Figuren vor einer Inselkulisse eine bestimmte Szene oder Geschichte kreativ darzu­stellen", so Catchot, die Philosophie fürs ­Lehramt studiert hat und in einem Tankstellen-Laden jobbt, bis sie eine Stelle bekommt.

Fünf Euro das Stück

Doch die oft kleinen Teilchen und Figuren hätten auch stolze Preise. Wie viel ihre Sammlung genau wert ist, will Catchot daher lieber nicht bis auf den Euro nachrechnen. Zu den Figuren aus der Tüte im ­Kinderzimmer hat die sie über die vergangenen acht Jahre hinweg auf Messen oder in Spielzeugläden ­Hunderte dazugekauft, für rund 5 Euro pro Stück. Auch Freunde und Familienangehörige hätten ihr immer wieder Figuren der deutschen Kinderspielzeug-Marke geschenkt. „Ein passendes Geschenk für mich zu finden, war schon immer leicht", sagt Catchot. Mittlerweile nennte sie an die 550 Figuren ihr Eigen nennt, darunter auch Tomb ­Raider und Lionel Messi und ein ganz besonderes Schmuckstück: ein Mann auf einem Pferd, auf dessen Rücken die typische Kleidung (buldrafa) angebracht ist, die beim traditionellen Patronatsfest „Mare de Déu de Gràcia" in Maó, Catchots Heimatstadt, getragen wird. Der Reiter (caixer) trägt eine Guindola-Mütze und hält die Peitsche mit der roten Schlaufe in der Hand. „Diese Figur habe ich von meiner Tante geschenkt bekommen. Sie hat sie bekleidet, die traditionelle Kleidung unter anderem aus Filz per Hand selbst genäht", erzählt Catchot.

Wenn von Mallorcas kleiner Nachbarinsel stammende Besucher das Foto in ihren sozialen Netzwerken sehen, wären sie immer hellauf begeistert und würden ­gezielt nach ihr fragen. Doch es ist ein Einzelstück. Und überhaupt verkauft Catchot keine ihrer Figuren. „Manchmal bekomme ich Anfragen, ob ich jemanden mit meinen Figuren nachstellen und dann vor einer ­bestimmten Kulisse fotografieren kann", erzählt Catchot. Einmal etwa habe sie zwei Figuren so zusammengebaut, dass sie einem Pärchen ähnlich sahen, das ­heiraten wollte, es vor einem Sonnen­untergang fotografiert und das Foto anschließend in Großformat ausgedruckt an die ­Auftragsstellerin verkauft. Explizit auf ihrer Seite bietet sie Derartiges bewusst nicht an. Und selbst in den acht Jahren, die sie das Hobby nun betreibt, habe sie nur sechs Aufträge dieser Art angenommen. Auch das Rathaus von Maó ist auf sie aufmerksam geworden und bat sie, das Prospekt für ihr neues Kursprogramm mit ­Fotos der kleinen Figuren zu bebildern.

Hobby statt Werbung


Von Playmobil selbst bekommt die Hobby-Sammlerin kein Geld oder kostenlose Figuren zugeschickt. „Sie posten höchstens mal eines meiner Fotos auf ihrer Seite und verlinken mich dann darauf", so Catchot, die über die sozialen Netzwerke gesehen hat, dass es noch andere Seiten im gleichen Stil und viele Playmobil-Verrückte gibt. Wenn die Pandemie vorbei ist, plant Catchot eine Deutschlandreise, unter anderem in den Schwarzwald. Man darf also gespannt sein, ob auf den nächsten Fotos der Mittelmeerfisch der Schwarzwälder Kirschtorte weicht.

Sandra Catchot
Instagram: scsplaymo
Facebook: Los Playmobils de Sandra
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