11. Oktober 2020
11.10.2020
Mallorca Zeitung

Wie El Corte Inglés Palma de Mallorca veränderte

Vor 25 Jahren öffnete das größte Kaufhaus der Insel. Dabei standen viele seinem Bau zunächst kritisch gegenüber

11.10.2020 | 01:00
Mittlerweile eine Institution: El Corte Inglés an den Avenidas in Palma.

Kleidungsboutique, Supermarkt, Drogerie, Elektrofachgeschäft, Spielwarenladen und Schreibwarenhandel in einem – das Erlebnis, in einem Kaufhaus von El Corte Inglés so gut wie alles erstehen zu können, was es zu erstehen gibt, kannten Mallorquiner lange nur von Reisen aufs Festland oder ins Ausland. Bis vor 25 Jahren an der Ecke Aragó und Avenidas die erste Insel-Filiale der Madrider Kette eröffnete – und damit auch die Innenstadt von Palma de Mallorca grundlegend veränderte.

Tatsächlich war es zuvor für die Insulaner fast ein fester Programmpunkt, beim Besuch in Madrid oder Barcelona auch einen Abstecher in eines der Kaufhäuser mit dem grünen Schriftzug zu machen. Dort erstand man edle Süßigkeiten oder einfach nur Nippes, den man dann seinen Liebsten daheim auf Mallorca stolz überreichte.

Die Entscheidung der Kette, auch auf Mallorca eine Filiale zu eröffnen, war schon Ende 1989 gefallen. Damals hatte es in der Inselhauptstadt zwar bereits größere Warenhäuser gegeben – darunter eine Filiale der Konkurrenz-Kette Galerías Preciados und eine des US-Konzerns Woolworth –, doch nicht in den Ausmaßen, in denen sich El Corte Inglés aufstellen wollte, mit zwölf Etagen inklusive Tiefgarage und einer ganzen Straßenecke.

Zunächst galt es, einen geeigneten Standort für das riesige Kaufhaus zu finden. Als man sich schließlich für die Ecke an den Avenidas, schräg gegenüber der Plaça d'Espanya und der Ausfallstraße Carrer Aragó entschied, mussten zunächst die Besitzer der dort bis dato stehenden Gebäude zum Verkauf überredet werden. Auch bedurfte es Änderungen der Nutzungsrechte für die entsprechenden Parzellen, die Bürgermeister Ramón Aguiló zwar erwirkte, als Gegenleistung aber Zuschüsse für den Stadthaushalt verlangte, die unter anderem für den Abriss von Militärkasernen am Baluard del Príncep eingesetzt wurden.

Der Bau selbst dauerte knapp zwei Jahre. Für rund 78 Millionen Euro – damals noch rund 13 Milliarden Peseten – wurde nicht nur das neue Einkaufsparadies errichtet und ältere Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Auch der Verkehr, der direkt am neuen „Corte Inglés" vorbeiführte, wurde neu strukturiert: Es entstand der Tunnel, der die Avenidas bis heute mit dem Carrer Aragó und dem Carrer Nuredduna verbindet. Auch diese Kosten – umgerechnet etwa drei Millionen Euro – trug El Corte Inglés.

Palmas Einzelhandel stand der Rieseninvestition zunächst kritisch gegenüber. Man fürchtete, Kunden an den neuen Giganten der Einkaufswelt zu verlieren. Erstmals gingen die Einzelhändler der Vereinigungen Afedeco und Pimeco gemeinsam mit den Gewerkschaften UGT und CCOO auf die Straße. Doch schnell stellte sich heraus, dass die Neueröffnung auch für die kleineren Geschäfte Vorteile hatte. Palma wurde als Shopping-Ziel interessanter. Das neue Kaufhaus wirkte auf viele Mallorquiner wie ein Magnet, der auch den kleineren Läden neue Kunden brachte. Tatsächlich begannen viele Einzelhändler im Umkreis kurz nach der Eröffnung des gran almacén, ihre Läden auch an Samstagnachmittagen geöffnet zu lassen.

Genug hatte die Kette, die aus einer im Jahr 1890 gegründeten Schneiderei aus Madrid hervorgeht, damit aber noch nicht. Ein halbes Jahr nach dem „großen Corte Inglés", wie die Palmesaner die erste Insel-Filiale noch immer nennen, eröffnete im März 1996 die kleinere Filiale an Palmas Einkaufsstraße Jaume III. Dort hielten sich die Baukosten allerdings in Grenzen: Statt eines neuen Gebäudes wurden die Räumlichkeiten des pleitegegangenen Konkurrenten Galerías Preciados genutzt und vom Corte Inglés samt Mitarbeitern übernommen.

Die Eröffnung in dem neuen Gebäude an den Avenidas am 20. September 1995 war dann schon fast ein Staatsakt. Neben dem Corte-Inglés-Chef Isidoro Álvarez waren zugegen: der Parlamentspräsident, die damalige Inselratspräsidentin Maria Antònia Munar, der Militärkommandant, der Uni-Rektor?... Nach den Feierlichkeiten strömten dann Tausende neugierige Kunden in das neue Einkaufsparadies.

Heute sind insgesamt 1.300 Menschen für die Corte-Inglés-Gruppe auf Mallorca tätig. Dazu gehören neben den beiden Kaufhäusern die kleineren Märkte Supercor Son Moix, Opencor Ramon y Cajal, ein Corte-Inglés-Ableger im Einkaufszentrum Mallorca Fashion Outlet, zwei Läden der Modemarke Sfera sowie die Reiseagentur des Corte Inglés.

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