16. November 2020
16.11.2020
Mallorca Zeitung

Im Revier der "feinen" Ziegen auf Mallorca wandern

Eine Rundtour bei s'Arracó auf den Puig d'en Farineta

16.11.2020 | 11:21
Endemische Ziegen („cabra fina") mustern beim Aufstieg aufmerksam den Besucher.

Die mittelschwere Wanderung startet auf dem Parkplatz des Friedhofs von s'Arracó auf Mallorca. Bei der Eingangstür beginnt links der Camí de Son Verí. Nach wenigen Schritten auf der Asphaltpiste fällt geradeaus ein Erdweg auf, auf dem man auf dem Rückweg wieder ankommen wird.

Der Wanderer bleibt nun weiterhin auf dem Camí de Son Verí, der zunächst kurz ansteigt und dann eben durch ein Tal verläuft. Geradeaus ist oben der Puig d'en Farineta zu sehen. Der Name des Gipfels, der „Berg des Mehlbreis", deutet darauf hin, dass in dieser Gegend einst Getreide angebaut worden ist.

Es wird dann eine Stelle erreicht, an der die Piste für Autos mit zwei betonierten Reifenrinnen versehen worden ist. Etwa fünf Meter weiter verweisen zwei Steinmännchen und ein roter Punkt rechts auf einen Trampelpfad. Dieser führt neben niedrigen Palmitos (Zwergpalmen) zu einem Zaun mit einer grünen Plastiksichtblende, der zu dem Anwesen Son Verí gehört. Der Drahtzaun wird dann umrundet, wobei die Route kurz auch über flachem Fels verläuft (rote Kleckse, Steinmännchen). Man gelangt dann zu dem Ende der Einfriedung und wandert dort geradeaus weiter (Wegweiser). Die Gehzeit hat seit Tourstart rund eine Viertelstunde betragen.

Ein steiniger Pfad führt nun zunächst nur leicht ansteigend, später in engem Zickzack immer steiler aufwärts. Dabei zeigen viele rote Kleckse und Steinmännchen die sicherste Route. Mehrmals ist der Pfad ausgesetzt, wobei der Wanderer dann stattdessen über flaches Gestein aufsteigt. Schließlich wird eine markante Felsformation erreicht. Von dort verläuft der Aufstieg weiter auf Pfadresten und über Fels im teils sehr steilen Zickzack aufwärts (Wegweiser). Rund 30 Minuten nach Ende des Zaunes bei Son Verí wird eine felsige Hochebene erreicht.

Hier hat man nach Nordosten einen imposanten Ausblick auf tief eingeschnittene Talsenken und die Gipfel Puig des Campàs, Puig des Tancat und Penyal de n'Anglada, die bei dem Coll de sa Gramola gelegen sind. Dahinter erheben sich die Mola de s'Esclop und weiter östlich der Puig de Galatzó und der Puig de na Bauçana.

Weiter geht es auf dem Plateau zunächst auf einem steinigen, fast ebenen Pfad (Wegweiser). Später kraxelt man über flachem Fels und Steinplatten (rote Punkte, Steinmännchen) deutlich steiler bis zum Gipfel mit seiner gemauerten Aussichtsplattform, wobei die Gehzeit vom Beginn der Ebene rund eine Viertelstunde betragen hat.

Die Aussicht von dem Mirador, bei dem sich eine zauberhafte Krippendarstellung befindet, ist aus einer Höhe von 324 Metern vom Feinsten. Direkt gegenüber präsentiert sich die „Dracheninsel" Dragonera in ihrer vollen Länge und ganzen Pracht. An klaren Tagen können sogar die Inseln Ibiza und Formentera sowie der Archipel Cabrera ausgemacht werden.

Nach einer ausgedehnten Pause steigt man links von der Steintreppe einige Meter zu einer Steinhütte ab. Dort ist einer Inschrift auf einer Tafel zu entnehmen, dass die Hütte 1968 von der Gemeinde Andratx und dem Foment del Turisme de Mallorca zu Ehren des mallorquinischen Wanderführers Gabriel Font Martorell errichtet worden ist. Font hat 1964 ein Buch mit 50 Wanderungen auf Mallorca veröffentlicht. Der Band war im Zusammenhang mit den Touren der Wandergruppe des Fremdenverkehrsverbands entstanden. Der vielseitige Autor (1897–1965) arbeitete auch als Sportreporter und hat die erste Chronik des Fußballclubs Real Mallorca in Buchform veröffentlicht. Im Jahr 1922 war er aktiver Spieler bei Real Sociedad Alfonso XIII., wie der Fußballclub bis zu Beginn der Zweiten Republik geheißen hat.

Weiter geht es links (rote Kleckse) von der Hütte auf einem steinigen und steilen Pfad, der hinab zu einer Kieferngruppe und einer Terrassenmauer führt. Hier befindet sich ein Steinmännchen und ein roter Punkt. Diese Wegweiser zeigen nun in der Folge regelmäßig die Richtung beim Abstieg durch eine teils sehr steile Talsenke, die sich unterhalb des Gebirgszugs Serra d'en Torres befindet. Dabei steigt man auf Pfadresten, die manchmal von Dissgras zugewachsen sind, und flaches Gestein im Zickzack ab.

Der Wanderer kommt nochmals an Terrassenmauern vorbei, die wohl noch Relikte aus einer Zeit sind, in der hier Getreide angebaut worden ist. Schließlich wird rund 30 Minuten nach der Hütte bei einem größeren Felsbrocken ein Waldpfad erreicht.

Dieser führt zunächst eben (rote Markierungen) und später leicht abwärts zu dem schmalen Torrent de Ca na Rosa, der bei zwei Steinmännchen gequert und bei dem dann rechts auf einen breiten Weg abgebogen wird. Auf diesem gelangt man immer geradeaus zu einer Wegteilung, wobei die Gehzeit von dem Felsbrocken rund 20 Minuten betragen hat.

Der Wanderer steigt dann rechts wenige Meter zu dem Bachbett Ca na Rosa ab und auf der anderen Seite wieder auf (rote Punkte). Ein schmaler Pfad führt nun durch ein Tal, das mit jungen Kiefern, Zwergpalmen, Mastix und Schneidegras bewachsen ist, zu einer Hüttenruine. Dort steigt die Piste nochmals an und verläuft danach eben bis zu einem Sattel, auf dem sich eine Steinhütte befindet.

Hier folgt man nun rechts einer roten Markierung, gelangt auf einer Forstpiste zu einer Wegteilung, bleibt dann geradeaus auf dem Hauptweg, passiert ein Anwesen und erreicht danach auf einer breiten Piste wieder den Friedhof von s'Arracó, wobei die Gehzeit vom Bachbett Ca na Rosa rund eine Viertelstunde betragen hat.


  • Anfahrt von Palma: Auf der Ma-20 und Ma-1 nach Andratx. Dort Richtung Port d'Andratx und dann auf der Ma-1050 nach s'Arracó. Hier auf der Ma-1030 Richtung Sant Elm bis Kilometerstein 5, bei dem sich der Parkplatz des Friedhofs von s'Arracó befindet.
  • Tourencharakter: Mittelschwere Wanderung auf breiten Wegen, steinigen Trampelpfaden und über spitzes Karstgestein. Bei Aufstieg von Son Verí bis zum Gipfel und beim Abstieg durch eine steile Talsenke Trittsicherheit notwendig.
  • Ausrüstung: Wanderstiefel, Wasser, Proviant.
  • Anmerkung: In Corona-Zeiten sollte auch bei Wanderungen der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten werden. Das Mitführen einer Gesichtsmaske für den Bedarfsfall ist ebenfalls zu empfehlen.
  • Einkehr: Lokale in s'Arracó oder Sant Elm.
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