16. Dezember 2020
16.12.2020
Mallorca Zeitung

Eine Rundtour im Pla de Mallorca

Wo einst die Schafe entlangzogen. Die Strecke führt über Santa Eugènia, Consell und Biniali

16.12.2020 | 01:00
Weingarten am Camí de Muntanya. Hinten der Puig d' Alaró, Puig de s' Alcadena, Penyal des Migdia und Puig Major.

Die leichte Wanderung beginnt in der Ortsmitte von Santa Eugènia. Dort biegt man von dem Carrer de la Balanguera rechts in den Carrer de s' Estació ab. Das Schild „Ses Alqueries" zeigt, dass der richtige Einstieg für die Wanderung gefunden ist. Die Straße führt dann an den großzügig gestalteten Sportanlagen der Gemeinde vorbei, bei denen sich auch der ehemalige Bahnhof von Santa Eugènia befindet.

Hinter dem Ortsende taucht man sogleich in die ländliche Umgebung der westlichsten Gemeinde der Mancommunitat Pla de Mallorca ein. Der Wanderer kommt an einem kleinem Rebgarten und an weiten Feldern vorbei. Die Agrarflächen gehören zu der possessió Son Mascaró, die links etwa 500 Meter entfernt zu sehen ist. Rund eine Viertelstunde nach Tourstart ist der Weiler Ses Alqueries erreicht.

Das Minidorf, auf dessen Gebiet die Mauren während ihrer Herrschaft auf Mallorca eine Siedlung hatten, gefällt mit seinen schmucken Häuschen und kleinen, verwunschenen Gärten. Man biegt bei dem Anwesen Ca'n Fiquera und dem Schild „Consell" links in den Carrer de Ses Alqueries ab und gelangt dann sogleich zu dem Anwesen mit der Hausnummer 61, bei dem der Wanderer sprichwörtlich Bauklötze staunt: Der Besitzer hat in einer größeren Anlage als Hobby Miniaturbauten aus Marès mit bis zu zwei Meter Höhe von Schlössern, Burgen, Kirchen und Häusern errichtet.

Man wandert nun auf dem Carrer geradeaus weiter und gelangt dann zu einem Kreisel der Ma-3020. Die Fahrbahn wird mit gebotener Vorsicht gequert. Dann folgt man geradeaus dem Schild „Camí de Muntanya". Dieser „Weg des Gebirges" lag auf der Route der Schafe und Ziegen, die vom 15. Jahrhundert bis in die frühen 1930er-Jahre vor dem Sommer von Landgütern im Süden Mallorcas zu den Weidegründen in der Serra de Tramuntana getrieben worden sind. Eine der Transhumanz genannten Langwanderungen der Herden begann auf dem Gutshof Son Garcies bei Llucmajor und führte dann über Algaida, Santa Eugènia, Ses Alqueries, Consell, Alaró, die Possessions Solleric, Coma-sema und den heutigen Cúber-Stausee bis hin zum Landgut Turixant de Dalt, das bei der heutigen Straße zur Cala de Sa Calobra gelegen ist. Vor Winterbeginn erfolgte wieder der Rückweg in den Süden der Insel.

Weiter geht es auf der schmalen Asphaltpiste Camí de Muntanya immer geradeaus. Man kommt an Rebgärten, Feldern mit Mandel-, Johannis- und Ölbäumen sowie größeren und kleineren Anwesen vorbei. In der Luft kreisen Rotmilane und halten Ausschau nach Beute. In der Ferne sind einige Gipfel und Gebirgszüge der Serra de Tramuntana zu sehen: der Puig de Galatzó, das Teix-Massiv, die Serra d' Alfàbia, die Serra de Rateta, der Penyal des Migdia, Puig Major, Puig de Massanalla, Puig de n'Alí und Puig de Tomir.

Der Wanderer ignoriert dann einen rechten Abzweig mit dem Schild „Centre Ses Garrigues Amunt", passiert später das Weingut Finca Son Biel, danach ein Pferdegestüt und gelangt schließlich zu einer Wegteilung, bei der rechts in den Camí Vell de Muro abgebogen wird. Die Gehzeit von dem Anwesen Ca'n Fiquera in Ses Alqueries hat rund 40 Minuten betragen.

Die Asphaltpiste führt nun immer geradeaus. Man folgt dabei der Beschilderung „Biniali" und „Sencelles", passiert ein weiteres Weingut, danach einen großen Komplex einer industriellen Wäscherei, überquert später auf einer Brücke den Torrent de Solleric und gelangt sogleich zu einer Wegteilung, wobei die Gehzeit von dem Abzweig auf den Camí Vell de Muro rund 20 Minuten betragen hat.

Hier folgt man bei einem Schild „Granja s'Alzinar" nun rechts zwei blauen Pfeilen. Eine Asphaltpiste, der Camí de Biniali a Consell, verläuft dann parallel zu dem Torrent durch die ländliche Kulturlandschaft. Man bleibt immer auf der Hauptpiste, hat einen famosen Blick auf den Klosterberg Randa und die Serra de Galdent mit dem Puig de ses Bruixes, passiert einen überdachten Aljub und danach ein Anwesen mit dem Namen „Ca'n Ben Hur". Ein Pferdekopf am Eingangstor und Pferdezubehör im Garten lassen vermuten, dass hier auf das Pferderennen in dem Filmklassiker „Ben Hur" Bezug genommen wird.

Etwa 30 Meter nach dem Anwesen ist eine Kreuzung erreicht, wobei die Gehzeit vom Abzweig mit den beiden blauen Pfeilen rund 20 Minuten betragen hat. Hier wird nun rechts auf den Erdweg Camí d'es Puputs abgebogen, wobei auch die Asphaltpiste links den Namen „Weg des Wiedehopfs" trägt (Schild). Geradeaus geht es weiter nach Biniali.

Der Camí verläuft nun an großen Weingärten vorbei. Man bleibt immer auf der Hauptpiste, passiert die Bodegues Jaume Bennassar, dann das Bachbett des Torrent de Solleric, danach das Anwesen Los Gallos, gelangt dann zur Landstraße Ma-3020 und quert diese längs. Geradeaus führt jetzt eine Fahrbahn sogleich nach Ses Alqueries, dann zu dem Landhotel Sa Torre, wenig später zu dem Hotel Es Molí und zu einer Kreuzung, bei der links (Schilder „Sineu" und „Algaida") abzubiegen ist. Die Gehzeit von dem Abzweig beim Camí d'es Puputs hat rund eine Viertelstunde betragen.

Auf dem Camí de Muntanya wird dann zunächst der Brunnen Pou de ses Alqueries passiert. Hier machten die Hirten bei der Langwanderung mit ihren Herden halt, um die Tiere zu tränken. Danach kommt man an kleinen Gemüse- und Rebgärten vorbei und erreicht schließlich den Friedhof von Santa Eugènia, auf dem sich auch der einzige jüdische Friedhof Mallorcas befindet.

Bei dem Gemeindefriedhof wird jetzt rechts in den Carrer del Cementiri abgebogen, der immer geradeaus später in den Carrer de Fra Juníper Serra übergeht. Am Ende dieser Straße ist rechts in den Carrer de s' Aljub abzubiegen, der schließlich wieder zu dem Carrer de la Balanguera und den Carrer de s'Estació führt, wobei die Gehzeit von dem Hotel Es Molí rund 25 Minuten betragen hat.

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