26. Mai 2021
26.05.2021
Mallorca Zeitung

Kochen mit der Mallorca Zeitung: Ein wenig Dekadenz mit Knoblauch gefällig?

Das Kiewer Hühnerkotelett ist ein in Vergessenheit geratener Klassiker aus den 70er-Jahren. Dabei schmeckt es noch so gut wie damals, findet MZ-Koch Marc Fosh

26.05.2021 | 01:00
Außen knusprig, innen zerlassene Knoblauchbutter mit Kräutern: Das Kiewer Hühnerkotelett ist einfach nicht zu überbieten.

Nichts ist besser und appetit-anregender als das Aroma von Knoblauch und Zwiebeln, die in Olivenöl angebraten werden. Bei den meisten mediterranen Rezepten ist dies der erste und einfache Schritt, der die Küche schon mal mit einem verführerischen, berauschenden Duft erfüllt.

In spanischen Restaurants spielt Knoblauch eine herausragende Rolle – von darin eingelegten Oliven bis hin zu klassischem Aioli, Gazpacho oder gambas al ajillo (Garnelen in Knoblauch). Im Frühjahr werden junge, grüne Knoblauchtriebe, die man hier ajos tiernos nennt, gegrillt oder gebraten und mit Olivenöl und Meersalz garniert, oder sie werden fein gehackt und ins Rührei gegeben.

Und für alle, die keine Begeisterung für die Schärfe von rohem Knoblauch aufbringen können, gibt es unzählige Rezepte, bei denen diese durch langes Kochen oder Garen abgemildert wird.

Knoblauch war ehemals so begehrt, dass er als Währung verwendet wurde – und die Ägypter wertschätzten den Knoblauch derart, dass sie kleine Tonskulpturen von Knoblauchzehen in das Grab von Tutanchamun gaben. Jüngste Studien belegen, dass Knoblauch den Cholesterinspiegel senkt, das Risiko von Herzerkrankungen verringert, Infektionen vorbeugt und das Immunsystem stärkt. Ich könnte auch noch die angeblich aphrodisierenden Kräfte des Knoblauchs erwähnen, die jahrhundertelang gepriesen wurden, aber mir geht es eigentlich vor allem um das faszinierende, himmlische Aroma.

Wenn Sie dieses Aroma in aller Intensität genießen möchten, probieren Sie doch eines meiner Lieblingsknoblauchrezepte aus: das klassische Kiewer Hühnerkotelett. Die Kombination aus knusprigem Brathähnchen und zerlassener Knoblauchbutter mit Kräutern ist einfach nicht zu überbieten. Dieses dekadente Gericht hat seine Wurzeln im ausschweifenden Geist der 70er-Jahre. Obwohl es damals äußerst beliebt war, ist es praktisch spurlos von den Tischen gehobener Restaurants verschwunden, zusammen mit anderen Klassikern wie Rindergeschnetzeltes Stroganoff oder Forelle mit Mandeln. Diese Relikte sind wohl Opfer wechselnder kulinarischer Trends, aber sie sollten niemals vollständig in Vergessenheit geraten. Ich bin mir daher sicher, dass sie früher oder später wieder zum Leben erweckt werden.

Und seien wir mal ehrlich: Wer liebt es nicht, ab und zu einen Hauch Nostalgie zu verspüren, vor allem wenn sie sich als Gaumenschmaus in Knoblauchbutter präsentiert. Also geben Sie diesem alten Klassiker doch eine neue Chance – Sie werden es nicht bereuen!

Kiewer Hühnerkotelett


Ich liebe dieses klassische Hähnchengericht. Wenn man das Fleisch aufschneidet und die zerlassene Knoblauchbutter zum Vorschein kommt, ist das wirklich ein Hochgenuss!

Zutaten für vier Personen

4 Hühnerbrüste
300 g Semmelbrösel (ich bevorzuge Panko)
200 g Mehl
3 Eier

Knoblauchbutter:
200 g Butter
3 Knoblauchzehen, geschält und gehackt
Saft einer halben Zitrone
3 EL fein gehackte Petersilie
Salz und Pfeffer
Butter, Knoblauch, Zitronensaft und Petersilie in eine Schüssel geben. Mit Salz und Pfeffer würzen. Mit einer Gabel zerdrücken. Die Mischung mit einem Löffel in die Mitte eines 20 cm langen Stücks Frischhaltefolie geben. Mit der Buttermischung zusammenrollen und die Enden zusammendrehen. Auf einem Brett zu zehn Zentimeter langen Rollen verarbeiten. Eine Stunde im Kühlschrank lagern, bis die Rollen fest sind.

Mit einem scharfen Messer jede Hühnerbrust auf einer Seite tief einschneiden, um eine Art Tasche zu bilden (nicht vollständig durchschneiden). Butter aus der Plastikfolie nehmen und in dicke Scheiben schneiden. Vier Butterscheiben in jede Tasche geben.

Semmelbrösel auf einen großen Teller geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Mehl auf einen weiteren Teller geben, die Eier in einer flachen Schüssel verquirlen. Eine Hühnerbrust zunächst in Mehl wenden, den Rest abschütteln, dann in die Eimischung tauchen und zum Schluss in Semmelbrösel oder Panko wenden. Auf einen Teller legen und anschließend die gleiche Prozedur mit den anderen Hühnerbrüsten und jeweils mit Mehl, Eiern, Semmelbrösel durchführen.

Den Ofen auf 180 °C vorheizen. Den Boden einer Bratpfanne gut mit Öl bedecken und bei mittlerer bis starker Temperatur erhitzen. Hühnerbrüste nacheinander ungefähr je zwei bis drei Minuten auf jeder Seite anbraten, bis sie goldbraun sind. Dann im Ofen weitere 10 bis 15 Minuten backen bis sie durch sind. Mit Kartoffelpüree und grünen Bohnen oder Salat servieren.

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