23. April 2009
23.04.2009

Liberalisierung: Es tut sich etwas auf dem Strommarkt

29.01.2009 | 01:00

In den Strommarkt auf den Balearen kommt Bewegung: Bis zum Juli soll der Prozess der Liberalisierung auch für Privathaushalte abgeschlossen sein. Neben dem bisherigen einzigen Anbieter Gesa-Endesa sind dann Konkurrenz-Tarife zu erwarten. Derzeit hindert eine vom Staat festgelegte Preisgrenze die Energieversorger daran, in den Markt auf den Inseln einzusteigen. Die tatsächlichen Kosten für die Energieerzeugung liegen laut Auskunft aus Branchenkreisen darüber, so dass kein wirtschaftlich rentables Angebot zu machen sei.


Während auf den Balearen Gesa-Endesa aktuell noch das Strom-Monopol im Markt für Privathaushalte hält, können Bewohner des spanischen Festlandes bereits seit Jahren unter verschiedenen Anbietern wählen. Mit der staatlichen Preisgrenze auf den Balearen wird bislang der besonderen Insellage Rechnung getragen. Sie soll die Nachteile, die den Insel-Bewohnern sonst durch die höheren Erzeugungskosten entstehen würden, ausgleichen. Noch wird die Energie der Balearen ausschließlich vor Ort produziert. Mit einer Unterwasser-Starkstromleitung und einer Gas-Pipeline die künftig die Inseln an die Energieversorgung des Festlands anschließen, wird sich dies ändern.


Großkunden wie Unternehmen oder staatliche Einrichtungen können bereits heute auf den Balearen unter verschiedenen Anbietern wählen. Mit dem für die kommenden Monate erwarteten Wegfall der staatlichen Preisgrenze soll dies nun auch Privatkunden möglich sein.


Das Energie-Unternehmen Union Fenosa jedenfalls hält seine Tarifpläne schon bereit. "Sobald der staatlich festgelegte Preis fällt, werden wir ein sehr interessantes Angebot machen. Ich glaube, dass es in sechs Monaten so weit sein wird", sagt Bereichsleiter Iñigo Iza. Er geht davon aus, dass mit dem Anschluss der Balearen an die Energieversorgung des restlichen Landes auch zahlreiche andere Unternehmen Konkurrenzangebote zum bisherigen Monopolisten Gesa-Endesa machen werden. Ob die Liberalisierung vorteilhaft für die Kunden sein wird, ist allerdings fraglich. "Wenn die Energie gemäß ihrer realen Produktionskosten verkauft wird, bedeutet das eine Preissteigerung", sagt Iza. Deswegen plant sein Unternehmen begleitend zur Einführung des Tarifangebots eine Art pädagogisches Marketing, um die Kunden zu einem sparsameren Umgang mit Energie zu erziehen. "Ohne sich tatsächlich einschränken zu müssen, können Privathaushalte 20 Prozent Energie einsparen", betont Iza.


Andere Energie­unternehmen dagegen zeigen sich auch angesichts des erwarteten Wegfalls des staatlichen Preislimits bedeutend zurückhaltender. Laut Auskunft von Firmensprechern haben etwa Gas Natural und Sampol nicht vor, Stromangebote für Privathaushalte auf den Balearen zu machen.


Gesa kontaktiert Kunden Bei Gesa-Endesa zeigt sich die Zukunft des liberalisierten Marktes indessen in den Info-Briefen, die derzeit an die Kunden verschickt werden. Darin wird den Verbrauchern der Wechsel vom bisherigen Einheitstarif in den neuen Tarif "Eléctrica Plus" angeboten, der im Vergleich eine Ersparnis von zwei Prozent und einen Gratis-Reparaturdienst bei Notfällen rund um die Uhr bietet. Die Kunden müssen sich damit aber nicht langfristig binden. Laut Gesa-Sprecher Joan Maians ist in Zukunft jederzeit ein Wechsel in den neuen Gesa-Tarif oder zur erwarteten Konkurrenz möglich. Wer auch bis Juli nicht in den neuen Tarif wechselt, zahlt weiterhin den vom Staat festgelegten Maximalpreis. Dieser soll laut Maians ab Juli aber angehoben werden und somit keinesfalls günstiger als die Preise des liberalisierten Marktes sein. Weiterhin soll es einen staatlich festgelegten Sozialtarif geben.



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