18. November 2010
18.11.2010

Blutige Bandenschlacht in Arenal

Die seit mehreren Monaten an der Playa de Palma etablierten deutschen "Hells Angels" lieferten sich einen Kampf mit rivalisierenden Rockern von "Gremium MC"

12.08.2010 | 03:00
Polizisten überwachen mutmaßliche Beteiligte der Straßenschlacht.

Noch vor zwei Wochen hatten sie in einem MZ-Interview „Respekt" gefordert – jetzt bestätigten sie selbst ihren hinreichend schlechten Ruf. Die seit März an der Playa de Palma ansässigen deutschen ­Motorradrocker „Hells Angels" haben sich am Dienstagabend (10. 8.) in Arenal eine blutige Straßenschlacht mit ihren Rivalen vom Motorradclub „Gremium MC" geliefert.

Bei dem Kampf setzten die 30 bis 40 Beteiligten Baseball-Schläger, Messer, Äxte, Ketten und Stöcke ein. Mindestens ein Mann wurde leicht verletzt. Die Ortspolizei und Spezialeinheiten der Nationalpolizei nahmen insgesamt 19 Motorrad-Rocker fest. 15 von ihnen sind Deutsche, zwei Türken, einer Libanese und einer Albaner. Die Vernehmungen dauerten Mittwoch an, es mussten mehrere Dolmetscher eingesetzt werden.

Der Kampf war gegen 20 Uhr im Bereich der Straßen Llaüt und Trasimeno ausgebrochen, in unmittelbarer Nähe des Clubhauses der Hells Angels. Es war die erste gewalttätige Auseinandersetzung seit Eröffnung der Niederlassung. Die Mitglieder des konkurrierenden deutschen Motorradclubs „Gremium MC" hatten offensichtlich Urlaub auf Mallorca gemacht oder waren eigens zu dem Kampf angereist. Der Auslöser der Prügelei ist unbekannt.

Die eigentliche Straßenschlacht war offenbar nach kurzer Zeit vorbei, doch die Suche nach den Beteiligten und deren Festnahme zog sich über Stunden hin. Dabei kam es zu spektakulären Szenen. „Es war, wie man es sonst nur im Fernsehen sieht, es kam sehr viel Polizei, man sah die Rocker mit den Händen auf dem Rücken am Boden liegen, und auf der Straße waren Blutlachen", berichtet eine deutsche Geschäftsfrau aus der Gegend.

Die Frau beobachtete auch, wie Mitglieder der „Hells Angels" von einem Lieferwagen angefahren wurden. Die Anwohner an der Playa de Palma fürchteten schon seit Monaten Ärger durch die als konfliktträchtig bekannten Motorrad-Rocker. „Wir haben alle schon darauf gewartet, dass etwas passieren wird", sagt die Deutsche.

Doch dann sei es erstaunlich lang ruhig gewesen. Erst vor zwei Wochen hatte ein Sprecher der Hells Angels in einem Interview mit der MZ angekündigt, dass die Gruppe weiter wachsen wolle. „Wir denken auch darüber nach, eine Bar zu gründen. Wir wollen uns fest etablieren und Vorurteile abbauen." Zum Thema Schlägereien sagte er: „Wir schreiben unseren Mitgliedern nicht vor, was sie zu tun und zu lassen haben."

Die Motorrad-Rocker hatten im November 2009 angefangen, ihr erstes Klubhaus auf Mallorca aufzubauen. Manche von ihnen sind seit Längerem auf der Insel ansässig, andere sind erst in letzter Zeit nachgezogen.

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