05. Mai 2011
05.05.2011

Balearenpremier Antich legt Pedro Iriondo Rücktritt nahe

Mit seiner Kritik an Ausländern in der Tourismusbranche hat der Vorsitzende des Fremdenverkehrsverbands auf Mallorca einen Sturm der Entrüstung ausgelöst

07.04.2011 | 11:49

Nach den umstrittenen Äußerungen zu Immigranten in der Tourismusbranche von Pedro Iriondo hat Balearen-Präsident Francesc Antich (PSOE) dem Vorsitzenden des Fremdenverkehrsverbands auf Mallorca den Rücktritt nahegelegt. "Pedro Iriondo ist nicht die geeignetste Person für die Spitze dieser Institution", sagte Antich am Donnerstag (7.4.). Heftige Kritik an Iriondos Aussagen übten auch zahlreiche weitere Politiker, die Immigranten-Verbände und die Gewerkschaften. Iriondo schloss seinen Rücktritt aus, der Vorstand des "Fomento de Turismo" habe ihm seinen Rückhalt signalisiert.

Iriondo hatte am Mittwoch (6.4.) bei einer Debatte in der Tourismusschule Felipe Moreno gesagt, er bezweifle, dass die zahlreichen Einwanderer aus Südamerika oder Afrika, die in Hotels oder Cafés in Touristengebieten arbeiteten, das Urlaubsziel Mallorca repräsentieren könnten. "Was wissen diese Menschen über Mallorca? Können sie Mallorca den Urlaubern vermitteln?", fragte Iriondo bei einer Debatte, die die Tourismusschule Felipe Moreno organisiert hatte. Als er angefangen habe, im Tourismussektor zu arbeiten, seien alle Angestellten Mallorquiner gewesen und hätten die Insel problemlos den Urlaubern vermitteln können.

Nach dem Widerspruch von allen Seiten sagte Iriondo, seine Worte seien falsch interpretiert worden. Auf keinen Fall habe er Aussagen machen wollen, die die Einwanderer auf Mallorca abwerten. Vielmehr sei er der Meinung, dass die Arbeit im Tourismus ohne die Ausländer heute unmöglich sei. Gleichwohl beharrte Iriondo darauf, dass in der Tourimusbranche arbeitende Immigranten in Grundkenntnissen zu Mallorca geschult werden müssten. Man müsste ihnen erklären, was eine Sobrassada, eine Ensaimada, ein Butifarró und wer Juníper Serra gewesen sei, erklären. Festlandspanier auf Mallorca dagegen hätten diese Kenntnisse bereits.

Balearen-Präsident Antich hatte Iriondos Worte als Desaster bezeichnet. Ebenso zeigte er seine Entrüstung über Iriondos Aussage zu Mallorcas bekanntestem Tourismusgebiet Playa de Palma. "Dorthin will man nicht zurückkommen" hatte der Fomento-Vorsitzende dazu gesagt.

Die Immigranten-Verbände verteidigten sich. "Wir werden nicht unseres schönes Gesichts wegen eingestellt, sondern weil wir einen guten Service bieten", sagte Héctor Mariano, Vorsitzender des Verbands der Argentinier. Das Bildungsniveau der Einwanderer auf Mallorca sei hoch, erinnerte der Vertreter der Senegalesen Madiop Diagne Iriondo. In der aktuellen Krise sei Solidarität gefragt und keine fremdenfeindlichen Äußerungen, die den Immigranten die Schuld zuweisen.

Die für Tourismus zuständige Dezernentin beim Inselrat, Bel Oliver, bezeichnet Iriondos Äußerungen als unglücklich und besorgniserregend. "Sie lassen mich glauben, dass es einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt und das ist nicht gut für Mallorca. Ich würde gerne denken, dass er das was er gesagt hat, nicht hatte sagen wollen."

Die Gewerkschaften UGT und CCOO forderten in einer gemeinsamen Mitteilung den sofortigen Rücktritt von Iriondo. Die Tourismus-Sprecher der Gewerkschaften, Antonio Copete und Ginés Díez, bezeichneten die Äußerungen als rassistisch.

Immigrationsministerin Fina Santiago (Iniciativa Verds) wies daraufhin, dass ein fremdenfeindliches Image für die komplette Wirtschaft auf Mallorca schädlich sei. Die linke Partei Esquerra Unida (EU) forderte, die staatlichen Subventionen an den Fremdenverkehrsverband einzufrieren, bis Iriondo seine Worte berichtige.

Widerspruch bei der Veranstaltung selbst kam vom Vizepräsidenten der Vereinigung der Reiseagenturen, Carlos Almoguera. Er sei selbst Immigrant und kenne Mallorca sehr viel besser als viele seiner mallorquinischen Freunde, denen er schon oft die Schönheiten der Insel gezeigt habe.

Iriondo hatte zudem mehr Freundlichkeit im Umgang mit den Urlaubern gefordert. Das gelte für Verwaltungen genauso wie für Unternehmer, Busfahrer oder Taxifahrer. "Ich würde überall die Aufschrift "I love tourists" anbringen, das ist dringend nötig."

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