21. Februar 2013
21.02.2013

Abriss-Ultimatum am Es Trenc: Bürgermeister muss 1.500 Euro Strafe zahlen

Das Oberlandesgericht wirft Sebastián Sagreras vor, die Umsetzung des Urteils zu verschleppen

27.02.2013 | 10:13

Das balearische Oberlandesgericht hat den Bürgermeister von Campos, Sebastián Sagreras (Volkspartei, PP), mit einer Geldbuße in Höhe von 1.500 Euro belegt. Sagreras habe es versäumt, rechtzeitig eine Firma zu benennen, die den Abriss der illegalen Bauruinen übernehmen werde, heißt es in der Entscheidung vom Dienstag (26.2.). Die Strafe muss der Bürgermeister aus seiner Privatkasse begleichen. Sagreras sei für die Umsetzung des Urteils verantwortlich, aber ganz offensichtlich untätig geblieben.

Das balearische Oberlandesgericht hatte den Abriss der Bauruinen im November vergangenen Jahres angeordnet. Der Komplex aus 13 Gebäuden neben der Siedlung Ses Covetes müsse bis zum 15. Mai 2013 verschwinden, heißt es in der Entscheidung. Das Gelände müsse zudem renaturiert werden, um den Zustand vor 1992, vor Beginn der Bauarbeiten, wieder herzustellen.

Sagreras reagierte demonstrativ gelassen. Der Abriss werde wie angeordnet und fristgerecht vonstatten gehen. Zum 15. Januar habe er fristgerecht die Abrisspläne vorgelegt - eine Auftragsvergabe sei zu dem Zeitpunkt noch nicht vorgeschrieben gewesen, so Sagreras gegenüber dem "Diario de Mallorca". Er sei in Gesprächen mit seinen Anwälten, um die Gelstrafe anzufechten.

Die Gemeinde Campos legte unterdessen am Dienstag (26.2.) einen neuen Abrissplan vor, der ein Budget in Höhe von 450.000 Euro für die Arbeiten vorsieht. Erstellt wurde der Plan von der Landesregierung, wodurch man sehr viel Geld gespart habe, heißt es im Rathaus von Campos.

Die Bauruinen verschandeln seit dem Jahr 1995 die Landschaft am bekanntesten Naturstrand von Mallorca, praktisch jeder Strandbesucher kommt an den halbzerfallenen und mit Graffiti verunzierten Gebäuden vorbei. Der Bau war nach einer Anzeige des Umweltschutzverbandes Gob gestoppt worden. In mehreren Gerichtsurteilen wurde seitdem festgestellt, dass die Siedlung zu nahe an der Küste gebaut wurde und die Baugenehmigung der Gemeinde Campos für die 68 Apartments nichtig ist.

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