20. Februar 2016
20.02.2016

Polizeichef verteidigt auf Facebook inhaftierte Beamte

Korruptionsskandal: Der Leiter der Policia Local von Palma kritisert das Vorgehen der Justiz und solidarisiert sich mit den festgenommenen Kollegen

20.02.2016 | 10:32
Morey, derzeitiger Chef der Ortspolizei.

Neuer Wirbel im Korruptionsskandal in der Ortspolizei von Palma de Mallorca: Der derzeitige Chef der Policía Local, Antoni Morey, hat sich öffentlich hinter die Beamten gestellt, gegen die derzeit wegen Korruption ermittelt wird - eingeschlossen Kollegen, die in Untersuchungshaft sitzen. In einem offenen Brief auf seiner Facebook-Seite kritisiert Morey das Vorgehen von Untersuchungsrichter und Staatsanwalt.

Der Korruptionsskandal kreist um Polizisten, die im großen Stil Unternehmer des Nachtlebens an der Playa de Palma sowie in weiteren Vergnügungsvierteln erpresst haben sollen. Derzeit sitzen zwölf Beamte in Untersuchungshaft, gegen weitere wird ermittelt. Die Stadtverwaltung von Palma hat weitreichende Reformen angekündigt, um die Polizei neu aufzustellen.

Der offene Brief von Morey, gegen den wegen mutmaßlicher Deckung von Straftaten ermittelt wird, beginnt mit den Worten: "Wenn alle auf den Zug der Korruption aufspringen, wenn die Kollegen sich gegenseitig misstrauen, wenn die Bürger nicht mehr der Stadtverwaltung und der Polizei vertrauen, wenn sich die Presse gegen einen in Stellung bringt, wenn die 'Justiz' deine Aussagen anzweifelt, wenn die Politik, die einen unterstützen sollte, ebenfalls das Feuer eröffnet, wenn alle Werte, an die man glaubt, verloren sind - was bleibt einem da?"

Der Polizeileiter beklagt, dass den Zeugen inzwischen mehr Glaubwürdigkeit geschenkt werde als den Polizisten - so etwa auch "El Ico", dem Sohn der früheren Drogenbaronin von Son Banya. Die Polizisten, die in ihrem Dienst ständigen Gefahren ausgesetzt seien, könnten sich nun nicht gegen die massiven Vorwürfe wehren.

Der offene Brief schließt mit den Worten: "Ich bedanke und entschuldige mich bei den Festgenommenen, Beschuldigten und Inhaftierten. Ich weiß, dass es nicht viel zu sagen oder zu tun gibt. Entschuldigt meine Ineffizienz bei der Verteidigung eurer Rechte. Entschuldigung, dass ich euch nicht mehr Mut machen kann, in eurer Situation, die unendlich schlimmer ist als meine. Entschuldigt, dass ich nur an den Tag denke, an dem wir uns wiedersehen, schuldig oder nicht, aber in Freiheit."

Mehrere Angehörige und Bekannte der vom Skandal betroffenen Polizisten dankten Morey in Kommentaren auf seiner Facebook-Seite für die "offenen und mutigen Worte". /ff

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