20. Oktober 2017
20.10.2017
40 Años

Durchfall-Masche auf Mallorca: Polizei identifiziert 800 mutmaßliche Betrüger

Die Touristen täuschten Unwohlsein vor, um die Reisekosten erstattet zu bekommen. Nur wenige waren jedoch beim Arzt

11.11.2017 | 17:04
Die britischen Urlauber versuchten, mit einer vorgetäuschten Lebensmittelvergiftung zu betrügen.

Die Nationalpolizei hat 800 britische Touristen ausfindig gemacht, die sich mutmaßlich mit der Durchfall-Masche die Reisekosten nach Mallorca erschleichen wollten. Das gab die Behörde in einer Pressemitteilung am Freitag (20.10.) bekannt.

Über 77 Anwaltskanzleien hatten die Briten versucht, die Reisekosten erstattet zu bekommen. Dafür gaben sie eine Lebensmittelvergiftung an. Wie die Polizei in der Operation "Hook" feststellte, suchte nur ein verschwindend geringer Teil der 800 Briten einen Arzt auf. Zudem haben die betreffenden Hotels alle Gesundheits-Inspektionen bestanden – teilweise auch Prüfungen der britischen Reiseanbieter selbst.

Erst vor einer Woche hat ein Gericht in Liverpool erstmals ein britisches Ehepaar wegen Betrugs zu einer Haftstrafe verurteilt. Im September hatte die Polizei eine Bande zerschlagen, die den Touristen in Magaluf den Betrug anbot.

Hintergrund: So läuft die Durchfall-Masche

Bei der untersuchten Durchfall-Masche geht es um Millionenbetrug im großen Stil. Die Verdächtigen sollen mit Hilfe von Strohmännern direkt in den Urlaubsorten gezielt Touristen angestiftet haben, gegen die britischen Reiseveranstalter zu klagen und Entschädigung zu verlangen. Dafür sollten die Urlauber während ihres Aufenthalts auf der Insel Durchfallmittel in der Apotheke kaufen, um dies als vermeintlichen Beweis für eine Erkrankung im Hotel vorlegen zu können. Im Gegenzug wurde etwa kostenloser Urlaub versprochen. Die Rechnung zahlen mussten letztendlich vor allem die Hoteliers auf Mallorca. Schätzungen zufolge kosteten sie die Schadenersatzansprüche britischer Touristen allein im Jahr 2016 rund 50 Millionen Euro. Von Januar 2016 bis zum diesjährigen Sommersaisonende sind die Anzahl der Klagen um 700 Prozent im Vergleich zum Zeitraum davor gestiegen.

Schuld an den geschäftsschädigenden Praktiken ist das britische Verbraucherschutzrecht. Danach können Urlauber bis zu drei Jahre nach der Reise Entschädigungen für durch das Hotel verursachte Erkrankungen geltend machen. Das nutzten einzelne Anwaltskanzleien in Großbritannien aus, um regelrechte Lawinen von Schadenersatzansprüchen loszutreten.   /rp

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