08. November 2017
08.11.2017
40 Años

Tote Kühe von Schiffen aus ins Meer geworfen?

Beim Rätselraten um die mysteriösen Kuhkadaver, die immer häufiger an der Küste von Mallorca angeschwemmt werden, stellt das Landwirtschaftsministerium neue Vermutungen an

14.11.2017 | 15:09
Die letzte der angeschwemmten Kühe wurde vor wenigen Tagen in Cala Domingos im Osten von Mallorca entdeckt.

Das Rätselraten um die Herkunft der toten Kühe, die in den vergangenen Jahren vermehrt an der Küste von Mallorca angeschwemmt worden sind, geht weiter. Nachdem Experten des Centro de Protección de Animales Domésticos (Cepad) ihre Zweifel daran äußerten, dass die rund ein Dutzend Tiere bei Unfällen ertrunken seien, mischte sich nun auch das balearische Umweltministerium in die Diskussion ein. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Kühe tatsächlich absichtlich ins Wasser geworfen wurden, vermutlich von Booten aus, so Landwirschaftsminister Mateu Ginard.

Dabei gebe es drei Möglichkeiten: Entweder die Tiere stammten von Mallorca, wo es kein Krematorium für Vieh gibt, oder von Menorca, wo die toten Kühe nach ihrem Tod hingebracht und verbrannt werden. Am wahrscheinlichsten sei es jedoch, dass die Tiere von großen Viehtransportschiffen aus ins Meer geworfen wurden, die regelmäßig vom katalanischen Tarragona aus in den Nahen Osten überfahren und dabei auch in die Nähe der Balearen kommen.

Die Möglichkeit, dass die Kühe von Mallorca kommen, hält Ginard deshalb für geringer, weil die Voraussetzung zur Entsorgung der Kadaver hier vergleichsweise gut seien. Zwar müssen die toten Tiere zur Verbrennung nach Menorca geschifft werden, die Kosten dafür übernehme aber normalerweise eine Versicherung.

Wenn die mallorquinischen Viehwirte bereit sind, ihre verstorbenen Kühe zu zerteilen, hätten sie zudem die Option, sie günstig in der Verbrennunganlage in Son Reus bei Palma abzugeben. Ein regionales Gesetz besage außerdem, dass die Kadaver auf dem eigenen Grundstück verscharrt werden dürfen, wenn sich der Eigentümer an strenge Vorgaben hält. All dies entkräfte den Gedankengang der Cepad-Experten, die vermuten, dass die Insel-Bauern ihr verstorbenes Vieh ins Meer werfen, um Kosten der Einäscherung zu sparen. /somo

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