20. Januar 2018
20.01.2018

Neue Chance für das Flaschenpfand auf Mallorca?

Die Balearen-Regierung will mit einem ehrgeizigen Abfallgesetz Vorreiter in Spanien werden. Doch das Pfandsystem fehlt darin. Das wollen acht Interessensvertretungen nun ändern

20.01.2018 | 12:18
Kommt vielleicht doch eines Tages mal ein Pfandsystem auf den Inseln?

Plastikflaschen oder Plastikbesteck soll ab 2020 auf Mallorca und den Nachbarinseln verboten sein, genauso wie Einweg-Kaffeekapseln oder Feuchttücher. Das sieht der Gesetzentwurf für das neue Abfallgesetz der Balearen vor, der am Donnerstag (18.1.) im Mitteilungsblatt BOIB veröffentlicht wurde. Seitdem dürfen Vorschläge für Modifikationen gemacht werden. Und acht Interessensvertretungen der Insel, Umweltschützer und Vertreter des Einzelhandels, haben das am Samstagvormittag (20.1.) getan.

Die Abgesandten der Organisationen, darunter Amics de la Terra, Greenpeace, GOB, die Fundació Deixalles oder der Einzelhandelsverband Pimeco stellten ihre gemeinsame Kampagne #perunamarsenseplàstic (Für ein Meer ohne Plastik) vor.

Gob-Sprecherin Margalida Ramis begrüßte zwar den Gesetzentwurf als Pionierstück, sagte aber auch: "Gerade deshalb muss es aber auch dezidiert auf das Pfandsystem setzen, der effektivste und nachhaltigste Weg, die herrenlosen Dosen und Flaschen auszurotten."

Nach Angaben von Greenpeace-Sprecher Julio Barea werden auf den Balearen jeden Tag 1,5 Millionen Dosen, Plastikflaschen oder sonstige Einweg-Getränkebehältnisse in den Verkauf gebracht. "Eine Million davon verschmutzen später mal die Insel."

Man erfinde mit einem Pfandsystem ja nicht das Rad neu, erklärten die Organisationen. Es werde lediglich etwas nachgeahmt, was in vielen Ländern bereits seit Jahren gut funktioniere. Als Beispiele wurden Deutschland und Skandinavien genannt. Nicht zuletzt werde mit einem Pfandsystem auch eine nicht zu unterschätzende Einnahmequelle entstehen, sagte Bernat Coll, scheidender Präsident des Einzelhandelsverbandes Pimeco. "Das System würde den Geschäften der Insel Einnahmen von zehn Millionen Euro im Jahr bescheren", schätzte Coll. /jk

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