08. Mai 2018
08.05.2018
40 Años

Madrid will Pollença Fördergelder für katalanische Speisekarten verbieten

Bürgermeister Miquel Àngel March befürchtet den Anfang einer "Besorgnis erregenden" Einmischung in die Kommunalpolitik

14.05.2018 | 09:48
Einkaufsmeile in Pollença.

Die nächste Runde im Sprachenstreit auf Mallorca wird zwischen Pollença und Madrid ausgefochten. Die spanische Staatsanwaltschaft will die kommunale Förderung der katalanischen Sprache in Pollença kippen. Das Rathaus hatte am 22. Februar beschlossen, diejenigen Geschäfte und Restaurants finanziell zu unterstützen, die in der Schaufensterwerbung, Beschilderung und Speisekarte die offizielle Amtssprache Katalanisch benutzen. Die Staatsanwaltschaft in Madrid sieht darin hingegen keine Sprachförderung, sondern die Absicht, die ebenfalls gültige Amtssprache Spanisch zu verdrängen.

In der Begründung der Staatsanwaltschaft heißt es, dass es zwar keineswegs ungesetzlich sei, den Gebrauch des Katalanischen zu fördern. Aber man dürfe nicht dafür sorgen, dass eine der beiden Amtssprachen über die andere dominiere. So verlocke die vom Rathaus in Pollença vergebene Förderung mithilfe finanzieller Belohnung, Speisekarten "ausschließlich auf Katalanisch" zu drucken.

Für Geschäfte, die von der Förderung Gebrauch machen, ist die Angelegenheit kritisch. Denn sollte dem Einwand stattgegeben werden, könnte das dazu führen, dass Unternehmen, die aufgrund der kommunalen Förderung Geld in die Änderung ihrer Werbung investiert haben, die dafür erhaltenen Fördergelder zurückerstatten müssen.

Der Bürgermeister des Ortes, Miquel Àngel March (Junts Avançam), erklärte, dass ihn die in Madrid eingelegten Rechtsmittel "überraschen". Schließlich würden die Fördergelder seit gut 20 Jahren vergeben und dies mit einem breiten parteipolitischen Konsens innerhalb des Rathauses. In anderen Kommunen auf der Insel seien solche Fördergelder ebenso üblich.

March fügte hinzu, dass dies nicht in Zusammenhang mit der Aufhebung der Regionalautonoie der Nachbarregion Katalonien in Bezug stehe. "Das wäre eine Besorgnis erregende Einmischung in die Kommunalpolitik", so der Bürgermeister.

Auf Mallorca gelten sowohl Katalanisch (auch als Mallorquinisch bezeichnet) als auch Spanisch als offizielle Amtssprachen. Der Hauptunterrichtssprache und die überwiegend benutzte Behördensprache ist Katalanisch.  /tg

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