06. Juli 2018
06.07.2018

Krisentreffen: So will Mallorca tödlichen Balkonstürzen vorbeugen

Vertreter von Rathaus Calvià, Hoteliers, Landesregierung, Konsulat und Polizei vereinbaren Maßnahmen

06.07.2018 | 19:29
Teilnehmer des Krisentreffens.

Kampagnen in den Herkunftsländern und mehr Kontrollen von aggressiver Alkoholwerbung in den Touristenhochburgen - darauf haben sich die Teilnehmer eines Krisentreffens im Rathaus von Calvià verständigt, um die Zahl der tödlichen Balkonstürze von Mallorca-Urlaubern zu senken. Seit Jahresbeginn gab es bereits sieben Fälle mit drei Todesopfern, zumeist in der britischen Touristenhochburg Magaluf.

An dem Treffen nahmen neben Bürgermeister Alfonso Rodríguez auch Vertreter des Tourismus- und des Gesundheitsministeriums, des britischen Konsulats, der Guardia Civil und der Ortspolizei sowie der Hoteliers teil. Sie kamen zu dem Schluss, dass letztendlich vor allem übermäßiger Alkoholkonsum für die Probleme verantwortlich sei. Eine neue Droge dagegen könne man als Ursache ausschließen.

Laut Bürgermeister Rodríguez sicherte das britische Kosulat zu, die Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch zu verschärfen. Dabei kämen junge Urlauber zu Wort, die schlechte Erfahrungen gemacht hätten. Zudem seien Wirte und Einzelhändler in der Verantwortung, Angebote wie Happy Hour, 2x1 oder Alkohol-Flatrates zu unterlassen. Man hoffe darauf, durch die geplante Regulierung von All-inclusive-Angeboten durch die Landesregierung mehr Handhabe zu bekommen, so der Bürgermeister.

Sebastià Darder, Vorsitzender der Hoteliersvereinigung in Palmanova und Magaluf, betonte, dass es sich in der Regel um keine Fälle von Balconing handle. So werden Mutproben wie zum Beispiel Sprünge vom Hotelbalkon in den Pool bezeichnet. Jedes Jahr verweise man im übrigen jugendliche Gäste des Hauses, die sich nicht zu benehmen wüssten. All-inclusive-Angeboten dürfe man nicht die Schuld geben, schließlich komme es zu den Unglücksfällen in der Regel nachts, wenn die Urlauber in Bars unterwegs seien.

Das Profil der Opfer beschrieb Chirurg Juan José Segura aus dem Landeskrankenhaus Son Espases wie folgt: junger Mann, meist Brite, in 95 Prozent der Fälle alkoholisiert. Jeder medizinische Einsatz in Folge eines Balkonsturzes koste im Schnitt 32.000 Euro.

Erst am Montag (2.7.) war ein 18-jähriger Urlauber im Son-Espases-Krankenhaus gestorben, nachdem er in den frühen Morgenstunden gegen 5 Uhr aus dem dritten Stock einer Apartmentanlage in Magaluf gestürzt war. Ein weiterer Mann verletzte sich bei einem Fall am Mittwoch (4.7.) schwer. /ff

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