25. Juli 2018
25.07.2018

Teilabriss von "Mallorcas Drogensupermarkt" hat begonnen

Die Bagger sind angerückt: Die ersten drei Häuser des Elendsviertels werden dem Erdboden gleichgemacht. Doch schon nach wenigen Stunden gab es Probleme

25.07.2018 | 11:14
Teilabriss von "Mallorcas Drogensupermarkt" hat begonnen
Teilabriss von "Mallorcas Drogensupermarkt" hat begonnen

Nach monatelangen Verzögerungen und jahrelangen Anläufen ist es so weit: Im Elendsviertel Son Banya – auch "Drogensupermarkt von Mallorca" genannt – haben am Mittwoch (25.7.) die Abrissarbeiten begonnen. Im Laufe des Tages sollten eigentlich die ersten drei Häuser der Siedlung am Stadtrand von Palma de Mallorca dem Erdboden gleichgemacht werden. Aus bautechnischen Gründen endeten die Arbeiten aber gegen Mittag. Die Baustruktur der Häuser sei komplizierter als gedacht, so Rathaussprecher Joan Carles Palos. Außer das Dach des ersten Hause könne zunächst nichts abgetragen werden. "Morgen geht es aber weiter", so Palos.

Seit den frühen Morgenstunden sind etwa 50 Beamte der Orts- und Nationalpolizei sowie Mitarbeiter des Sozialamts der Stadt vor Ort. Die Stimmung blieb ruhig, erwartete Proteststürme der Anwohner gab es nicht. "Die Bewohner der Abrisshäuser sind bereits ausgezogen, und die anderen halten erstmal die Füße still", so ein Sprecher der Ortspolizei.

Tatsächlich hatten einige Bewohner im April angekündigt, man werde sich "mit Stöcken und Steinen" verteidigen. Stattdessen saßen viele hinter den Polizeiabsperrungen und verfolgten die Abrissarbeiten mit grimmigen Mienen aber ohne einzugreifen.

Insgesamt sollen bis September 17 Familien umgesiedelt werden. 13 davon haben schon neue, vom Rathaus zur Verfügung gestellte Wohnungen, in die sie vor einigen Tagen zogen. Für die vier verbleibenden Familien werden noch welche gesucht. Die 17 Familien sind die ersten, die die Siedlung verlassen sollen, knapp 30 weitere sollen ab September folgen. 

Alle 17 Familien verlassen die Siedlung "freiwillig", wie das Rathaus betont und haben im Vorfeld einen Sozialvertrag unterschrieben, in dem sie sich dazu verpflichten, sich aktiv an ihren neuen Wohnorten und in der Arbeitswelt zu integrieren, ihre Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken und die Finger von Drogengeschäften zu lassen. Dafür bekommen sie für maximal fünf Jahre monatlich bis zu 1.000 Euro Unterstützung, von denen automatisch die Miete ihrer neuen Unterkünfte abgebucht wird.

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Hintergrund: Die Geschichte des "Drogensupermarkts von Mallorca"

Die Wohnungssuche für die Roma-Familien aus Son Banya war alles andere als leicht. Monatelang unterstützte das Rathaus die Familien dabei, startete sogar einen öffentlichen Aufruf an Immobilienbesitzer – der unbeantwortet blieb. 

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