26. Juli 2018
26.07.2018

Der Megapark hat jetzt erstmals einen Betriebsrat

In dem Partytempel des Cursach-Konzerns gibt es jetzt eine Arbeitnehmer-Vertretung

26.07.2018 | 11:49
Gemeinsam ist man stärker: eine Mitarbeiterin im Megapark.

Vom Landsknechtführer Georg von Frundsberg (1473–1528) stammen die geflügelten Worte: „Viel Feind', viel Ehr'!". Ginge es danach, könnte Disco-König Bartomeu Cursach mit stolzgeschwellter Brust durch seinen Megapark an der Playa de Palma schreiten.

Nicht nur, dass dem auf Kaution freigesetzten unter anderen wegen der Vorwürfe der Bestechung, Erpressung, und Steuerhinterziehungder Prozess gemacht wird – zuletzt wurde Cursach zu einer Strafzahlung von 950.000 Euro an das Rathaus von Palma de Mallorca verdonnert, weil er seine mittlerweile geschlossene Diskothek Pachá am Paseo Marítimo ohne gültige Genehmigungen ausgebaut hatte. Jetzt fordern ausgerechnet diejenigen ihre Rechte ein, die eigentlich flinken Fußes ohne viel zu diskutieren Geld in die Kriegskasse der Gruppe einlaufen lassen sollen: Die ­Mitarbeiter des Megaparks haben am 10. Juli einen zwölfköpfigen Betriebsrat gewählt. In Spanien hat man das Recht, ab einer Angestellten-Zahl von 50 Mitarbeitern eine Arbeitnehmer-Vertretung zu installieren. Im Megapark sind derzeit schätzungsweise 500 Mitarbeiter tätig, einen Betriebsrat hat es noch dennoch nie gegeben. In einer von Saisonkräften getragenen Wirtschaft fremdelt man vor allem in der Geschäftsführung mit der Idee, dass die Basis auf die Bezahlung von Überstunden pocht oder schlimmstenfalls korrekte Arbeitsverträge einfordert.

Im Fall des Megaparks bestätigte ein Angestellter der MZ, dass selbstverständlich niemand von der Wahl abgehalten worden sei. Doch hätten die Chefs den Vorgang sehr interessiert beobachtet und durchaus auch Nachfragen gehabt. Zum Beispiel sei eindringlich gefragt worden, warum man das denn mache? Der Angestellte habe zudem beobachtet, wie einige der Betriebsrat-Befürworter Arbeitsbereiche in den Randgebieten der Lokalität zugewiesen bekommen haben, wo bekanntlich weniger Umsatz, sprich Trinkgeld gemacht wird. Außerdem seien Mitarbeiter in den Urlaub geschickt worden.

Jetzt kann man natürlich denken, dass die Megpark-Chefs besorgt um die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter sind. Zugleich ist aber durchaus nachzuvollziehen, dass für einen Kellner Urlaub in der Hochsaison so etwas wie die Höchststrafe ist. Zurzeit schäumt im Megapark nicht nur das Bier in den Gläsern, berichtet der Mitarbeiter auf die Nachfrage, was denn für eine Stimmung vorherrsche. Der frisch installierte Betriebsrat hält sich der Presse gegenüber noch bedeckt. Es soll wohl Mitarbeiter geben, die befürchten, dass man statt Trinkgeld bald Fersengeld geben muss. Aber da hat die Gewerkschaft UGT dann sicher noch ein Wörtchen mitzureden.

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