24. August 2018
24.08.2018

Hoteliers auf Mallorca kritisieren geplante Auflagen für All-Inklusive-Alkohol

Die Pläne der Landesregierung könnten das gesamte Konzept des All-Inklusive in Gefahr bringen, befürchten die Hoteliers. Dabei nähmen das vor allem Familien in Anspruch

24.08.2018 | 10:19
All-Inklusive-Buffet in einem Hotel auf Mallorca

Der Dachverband der Hoteliers auf Mallorca, FEHM, hat Pläne der balearischen Landesregierung kritisiert, die vorsehen, dass auch in All-Inklusive-Hotels Gäste außerhalb der Essenszeiten für alkoholische Getränke extra bezahlen müssen. Das ist in einer Änderung des balearischen Tourismusgesetzes vorgesehen. Eine "Ungeheuerlichkeit", finden die Hoteliers.

"Das ist politischer Opportunismus statt reale Notwendigkeit", so die Fehm-Geschäftsführerin María José Aguiló am Donnerstag (23.8.) gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca". Mit einer solchen Regelung schränke man die freie Marktwirtschaft ein - und gelange keineswegs zu dem Ziel, das die Landesregierung für ihr Vorhaben angibt: die Eindämmung des Sauftourismus auf Mallorca.

"All-Inklusive-Angebote sprechen in der Regel vor allem Familien an", so Aguiló. Wenn die Politiker wirklich dem Trinktourismus den Kampf erklären wollten, dann sei diese Regelung verkehrt. Vielmehr müsse über Verbote von Happy-Hour-Angeboten oder Alkohol-Flatrates in Bars und Diskotheken nachgedacht werden, nicht aber in den Hotels

"Man kann nicht wegen eines spezifischen Problems eine ganze Branche attackieren", so die Sprecherin der Hoteliers weiter. Vorgeschrieben werden soll nämlich auch, dass alkoholische Getränke nicht mehr im Selbstbedienungsbereich angeboten werden dürfen, sondern ausschließlich von Hotelpersonal serviert werden können. Dafür sei die Mehrzahl der Hotels aber personell gar nicht breit genug aufgestellt. Aguiló befürchtet dadurch lange Wartezeiten für die Gäste während des Essens und in vielen Fällen sogar, dass Hotels ihre All-Inklusiv-Angebote gänzlich aufgeben müssen. "Es ist eine versteckte Art, diese Form des touristischen Services komplett abzuschaffen", bewertet Aguiló.

Auf MZ-Anfrage weist man diese Anschuldigung im Tourismusministerium vehement zurück. "Ein All-Inklusive-Angebot muss es auch weiterhin geben, aber es soll hochwertig sein", so eine Sprecherin. Die Befürchtung der Hoteliers, dass nur wegen der neuen Auflagen Hotels ihr All-Inklusive-Konzept komplett aufgeben müssen, sei "sehr um die Ecke gedacht".

Regierung macht Schluss mit All-Inklusive-Alkohol in Hotels

Auch die Befürchtung von Fehm, dass durch das eilige Vorhaben der Landesregierung bereits abgeschlossene Buchungen für 2019 in Gefahr geraten könnten, entkräftet das Ministerium. "Die Gesetzesänderung wird erst ab 2020 inkraft treten."

Weniger kritisch sieht die Hoteliersvereinigung das geplante Verbot von Einweg-Geschirr und -Bechern in den All-Inklusive-Einrichtungen, das die Landesregierung ebenfalls plant. "Irgendwann müssen wir auf die Plastikartikel ohnehin verzichten", so Aguiló. /somo

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