09. Oktober 2018
09.10.2018

Überschwemmungen auf Mallorca: mindestens zehn Tote, darunter zwei Urlauber

Zwei britische Touristen starben in S'Illot in der Gemeinde Son Servera an der Ostküste, als sie im Taxi von den Fluten überrascht wurden. Der Taxifahrer wird vermisst. Die Rettungskräfte suchen nach weiteren Opfern

09.10.2018 | 21:16
Überschwemmungen auf Mallorca: mindestens zehn Tote, darunter zwei Urlauber
Fotogalerie: Sant Llorenç nach der großen Überschwemmung
Fotogalerie: Tödliche Überschwemmungen in Sant Llorenç
Fotogalerie: S´Illot nach dem Unwetter

Nach heftigen Unwettern auf Mallorca sind auf der Insel am Dienstag (9.10.) und Mittwoch mindestens zehn Personen ums Leben gekommen - der Rettungsdienst 112 bestätigte am Mittwochnachmittag offiziell das zehnte Opfer. Mehrere Menschen wurden verletzt, als vermisst gilt weiterhin ein Kind.

Im Küstenort S'Illot im Osten der Insel (Gemeinde Son Servera) starben zwei ausländische Urlauber, die im Taxi unterwegs waren, wie am Mittwochmorgen bekannt wurde. Inzwischen wurde bestätigt, dass es sich um Briten handelt. Nach dem Taxifahrer wird noch gesucht. Zu den Todesopfern in Sant Llorenç gehört auch der ehemalige Bürgermeister von Artà, Rafel Gili.

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Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez sicherte am Mittwoch vor Ort in Sant Llorenç zu, dass die Gegend im Osten von Mallorca zum Katastrophengebiet erklärt werde. Es werde genügend Geld bereit gestellt, um alle materiellen Schäden der Opfer zu berücksichtigen, so der Sozialist. Sánchez dankte den Einsatzkräften und sprach den Angehörigen der Todesopfer sein Beileid aus. Auch Vertreter der balearischen Landesregierung versammelten sich am Mittwochmittag vor Ort, um Erklärungen abzugeben, so Ministerpräsidentin Francina Armengol und Umweltminister Vicenç Vidal. Er habe die ganze Nacht kein Auge zugetan, erklärte der Bürgermeister von Sant Llorenç, Mateu Puigròs, gegenüber der Mallorca Zeitung.

In s'Illot sind unterdessen weiter die Rettungskräfte im Einsatz. Inzwischen wurde ausgeschlossen, dass sich Opfer noch in den vom Sturzbach mitgerissenen Pkw befinden könnten, und die Suche konzentrierte sich auf das Meer. Der Küstenort war am Morgen voller Schlamm und Trümmer, von den Fluten mitgerissene Pkws prägten das Bild. Zahlreiche Ladenlokale und deren Ware wurden beschädigt. Gegen 11 Uhr konnte zumindest die Brücke wieder geöffnet werden, die die Ortsteile von Sant Llorenç und Manacor miteinander verbindet. Dutzende Urlauber waren zu sehen, die besorgt die Schäden betrachteten.

Einsatzkräfte der Guardia Civil und der Feuerwehr waren derzeit damit beschäftigt, Pkw und Lkw aus einem rund einen Kilometer von Sant Llorenç entfernten Sturzbach zu bergen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass Fahrer im Innern der Fahrzeuge von den Fluten überrascht und eingeschlossen worden waren.

Die Sachschäden können noch nicht beziffert werden, es wird aber damit gerechnet, dass Sant Llorenç zum Katastrophengebiet erklärt wird, um Hilfen aus dem dafür vorgesehenen Fonds zu erhalten.

Rund hundert Einwohner haben die Nacht im Sportpark von Manacor verbracht, das als provisorisches Nachtlager eingerichtet worden war. Weitere 120 Personen wurden in anderen Sporteinrichtungen untergebracht. 

Der Rettungsdienst 112 bat am Morgen zunächst alle von der Außenwelt abgeschlossenen Personen, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, um die nötige Hilfe zu koordinieren. Am Mittag wurde dann darum gebeten, nicht anzurufen, um Hilfe anzubieten:

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