16. November 2018
16.11.2018
Mallorca Zeitung

Belegschaft der Juaneda-Kliniken auf Mallorca mobilisieren gegen Massenentlassung

Demo am Dienstag (27.11.). Gewerkschafter sprechen von "betrügerischem" Vorgehen

16.11.2018 | 12:36
Deutsche machen einen Großteil der Patienten der Juaneda-Gruppe aus.

Gegen die drohenden Massenentlassungen bei der Juaneda-Gruppe will die Belegschaft am Dienstag (27.11., 17 Uhr) in Palma de Mallorca demonstrieren. Gewerkschaftssprecher Jorge Rivas bezeichnete die geplante Entlassung von 231 Mitarbeitern als "betrügerisch". Der Protestzug soll an der Clínica Juaneda beginnen und zur Policlínica Miramar führen. Dabei handelt es sich um die beiden größten Kliniken der Gruppe, deren Patienten zu einem großen Teil deutsche Urlauber oder Mallorca-Residenten sind.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist angespannt in diesen Tagen. Seit vergangener Woche wissen sie, dass ein Fünftel von ihnen den Job verlieren soll. Gewerkschaftsvertreter verhandeln mit der Leitung des privaten Klinikbetreibers über die angekündigte Entlassung von 231 Angestellten. Die Mitarbeiterzahl der drei Bereiche in der Juaneda-Gruppe beträgt 1.149.

Verhandelt wird über einen sogenannten ERE – so heißt in Spanien das Verfahren, in dem Firmen in wirtschaftlichen Schieflagen Mitarbeiter zu reduzierten Abfindungen entlassen können. Die Juaneda-Gruppe hatte vor gut vier Jahren die Miramar gekauft. Nun sollen offenbar doppelte Strukturen abgebaut und interne Prozesse optimiert werden. Dem ERE liege eine gründliche Analyse zugrunde, heißt es auf Nachfrage bei der Gruppe. Die Qualität der Patientenversorgung werde trotz des Stellenabbaus in keiner Weise leiden.

Nachdem die Arbeitnehmervertreter vergangene Woche Unterlagen zur wirtschaftlichen Situation der Klinikgruppe erhalten hatten, in denen die Notwendigkeit des ERE begründet wird, soll nun bis zum 7. Dezember verhandelt werden. Allerdings forderten die Gewerkschaften am Mittwoch (14.11.) weitere Unterlagen an und setzten die Gespräche vorerst aus. Die Unternehmensleitung verweist unterdessen auf die Erstellung eines Sozialplans, womit der Personaldienstleister Randstad beauftragt worden sei. Der Plan sehe Betreuungs- und Vermittlungsangebote für betroffene Mitarbeiter während eines Zeitraums von sechs Monaten vor.

Die Juaneda-Gruppe ist eine feste Größe in Mallorcas Gesundheitsversorgung, ihr gehören neben der Clínica Juaneda, der Clínica Miramar und dem Hospital Juaneda Muro zwei Krankenhäuser auf Menorca sowie balearenweit 13 Polikliniken, 40 medizinische Versorgungszentren, zwölf Zahnkliniken und sieben Physiotherapiezentren. Das entspricht nach Unternehmensangaben gut der Hälfte der privaten Krankenhausbetten. Und die Gruppe will weiterwachsen – Zeitpunkt und Ausmaß einer geplanten Kapitalerweiterung stehen aber noch nicht fest. /tg/ff

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