20. Dezember 2018
20.12.2018
Mallorca Zeitung

Abstimmungsfehler: Gelder für Tourismuswerbung fließen in sozialen Wohnungsbau

Weil die oppositionelle Volkspartei einem Antrag von Podemos zustimmte, schrumpft nun das Budget für Urlauber-Marketing

20.12.2018 | 17:18
Tourismusministerin Busquets

Die Debatte im Balearen-Parlament zur Verabschiedung des Haushalts 2019 am Donnerstag (20.12.) hat eine unverhoffte Wendung genommen. 2,7 Millionen Euro, die eigentlich in die Tourismuswerbung fließen sollten, stehen nach einer Eingabe der linken Protestpartei Podemos nun für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung.

Nun sei die Präsenz von Mallorca und den anderen Balearen-Inseln auf den internationalen Messen in Frage gestellt, erklärte Tourismusministerin Bel Busquets. Insgesamt sollte das Budget rund 12 Millionen Euro betragen - ein Betrag von dem nun 2,7 Millionen Euro abgezogen werden müssen. 

Zu dem Ergebnis kam es in Folge eines Abstimmungsfehlers der oppositionellen Volkspartei (PP). Eigentlich hätte Podemos für den Antrag keine Mehrheit erhalten. Die Protestpartei ist nicht Teil der Linksregierung, verhilft aber Sozialisten und Més per Mallorca in der Regel zur notwendigen Mehrheit im Parlament. In der Tourismuspolitik beharrt Podemos aber auf eigenen Positionen - und bringt die anderen Parteien des linken Spektrums nun dank der Opposition in die Bredouille.

Die Hoteliersvereinigung auf Mallorca unterdessen kritisierte das Abstimmungsverhalten von Podemos und PP in einer Pressemitteilung als "verantwortungslos", der Tourismus sei schließlich wichtigster Wirtschaftsmotor auf den Inseln. Sollte das Geld wirklich für die Tourismuswerbung verloren gehen, sei dies eine schlimme Nachricht für die Tourismusregion der Balearen. Die Inseln müssten gerade jetzt ihre Position gegenüber den Konkurrenzdestinationen stärken.

Die PP wies unterdessen alle Schuld von sich. Zwar habe es sich um einen Fehler gehandelt, aber man dürfe nicht die Opposition dafür verantwortlich machen, dass die Regierung so fahrlässig mit wichtigen Budgets umgehe. Ministerin Busquets kündigte an, nach Wegen zu suchen, um die Gelder doch noch für die Tourismuswerbung zur Verfügung zu stellen. /ff

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