28. Dezember 2018
28.12.2018

Auf der Jagd nach dem Feuerteufel von Palma de Mallorca

Seit Januar gingen mehr als 300 Müllcontainer in Flammen auf. Ein Muster des Täters ist schwer zu erkennen

28.12.2018 | 01:00
Eine Spur der Verwüstung hinterlässt der Feuerteufel in vielen Straßen von Palma.

Seit Monaten dieselben Bilder: verkohlte Plastikreste in den Straßen, schwarz angerußte Hausfassaden, abgefackelte Autos und Motorräder. Ein Feuerteufel treibt seit ziemlich genau einem Jahr sein Unwesen in Palma. Sein Opfer: die Müllcontainer der Stadtwerke Emaya. Die bis dato schlimmste Feuernacht erlebte die Stadt in der Nacht auf Freitag (21.12.). Elf Container fielen dem Pyromanen innerhalb weniger Stunden rund um den Carrer Manacor zum Opfer. Dazu gab es Schäden an Autos und Häusern.

Die Zwischenbilanz liest sich dramatisch: 314 verbrannte Müllcontainer bei einem Gesamtschaden von rund 314.000 Euro. Davor brannten durchschnittlich etwa 30 Container pro Jahr in Palma durch Vandalismus. Hinzu kommen die Zerstörungen an Fassaden und Fahrzeugen. Als sicher gilt, dass alle Brände gelegt wurden – mehrfach wurden Brandbeschleuniger gefunden. Nur durch viel Glück kam bei den Feuern bisher niemand ernsthaft zu Schaden. Beim Brand von fünf Containern im April im Carrer Agustí Buades schlugen die Flammen 15 Meter hoch in den Himmel. Ein Mann, der in einem Ladenlokal im Erdgeschoss übernachtete, erlitt eine Rauchvergiftung. Hätte die Feuerwehr nicht so schnell eingegriffen, wäre in dieser Nacht wohl das erste Opfer zu beklagen gewesen.

Seit dem ersten Brand der Serie am 9. Januar, versucht die Polizei, den oder die Unbekannten zu erwischen. Inzwischen ermittelt eine Spezialeinheit der Nationalpolizei. Fortschritte? „Überhaupt keine. Die Polizei hat nach wie vor keinen Schimmer, wer dahinter steckt", sagt Xavier Peris, Polizeireporter der MZ-Schwesterzeitung „Diario de Mallorca", die über jedes Feuer ausführlich berichtet. Das einzige, was man bisher wisse, sei, dass der oder die Täter sich genau die Orte aussuche, an denen er zuschlägt, und sie wohl in den Tagen zuvor detailliert inspiziert. Bei der Auswahl lässt sich allerdings kein Muster feststellen: Die Brandstellen ziehen sich quer durch das Stadtgebiet von Palma bis hin zur Playa de Palma. „Der lacht der Polizei ins Gesicht", sagt Xavier Peris, der an einen einzigen Täter glaubt.

Anfragen bei der Ortspolizei und der Nationalpolizei führen nicht weiter. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Sprecher keinerlei Angaben. Angélica Pastor, Sicherheitsdezernentin bei der Stadtverwaltung von Palma, richtete im November einen Appell an die Bevölkerung, dass sie verdächtige Beobachtungen rund um die Container unter der 091 oder der 092 melden solle.

Bei den Stadtwerken Emaya ist man verständlicherweise genervt. „Wir können nur die abgebrannten Container abtransportieren und sie durch neue ersetzen. Das tun wir mit jedem einzelnen", bestätigt eine Sprecherin von Emaya gegenüber der MZ. Darüber hinaus müssten die Angestellten aber oft auch noch die Straße von den Brandresten befreien. „Es ist ein leidiges Thema", so die Sprecherin, „aber die Polizei hat uns gebeten, keinerlei weitere Erklärungen abzugeben."

Palma ist nicht die einzige Stadt in Spanien, die sich mit derartigen Problemen konfrontiert sieht. Auch in Zaragoza gab es in der Vergangenheit immer wieder Serien von Brandstiftungen in Containern. Auch dort sind die Behörden ratlos. Allerdings scheinen es in Zaragoza eher Zufallstäter zu sein, die sich einen Spaß aus brennenden Containern machen. In Palma hat es die Polizei aber wohl mit einem echten Kriminellen zu tun, der vor kaum etwas zurückschreckt.

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