07. Februar 2019
07.02.2019

So entwickeln sich die Mallorca-Flugpreise nach der Germania-Pleite

Nach dem Insolvenzantrag der Airline werden nach Meinung des Luftfahrtfahrtexperten Gerd Pontius Kunden kleinerer Airports mehr zahlen müssen

07.02.2019 | 10:47
Die Verbindungen zwischen Mallorca und Deutschland bleiben auch nach der Germania-Pleite gut.

Die Insolvenz von Germania dürfte dazu führen, dass die Preise für Mallorca-Flüge von kleineren deutschen Flughäfen, auf denen Germania stark vertreten war, kurzfristig steigen. Diese Meinung vertritt Gerd Pontius, der mit seiner Agentur Prologis Strategy europäische Fluggesellschaften berät. Für die großen Drehkreuze gelte das nicht: „Dort, wo es Konkurrenz gibt und mehr als zwei Airlines dasselbe Feld beackern, werden die Preise niedrig bleiben", sagt Pontius der MZ.

„Kampfpreise"

Vor allem große Gruppen, wie zum Beispiel Ryanair, die Lufthansa-Gruppe, Easyjet oder IAG, zu der Iberia und Vueling gehört, werden laut Pontius auch in Zukunft mit „Kampfpreisen" an den Start gehen. „Und das weniger, um Geld an den Tickets zu verdienen, was schlicht nicht möglich ist, sondern um sich Marktanteile zu sichern", sagt der Berater. Wer zum Beispiel im März oder April Flüge zwischen Palma und Berlin sucht, wird im März bei Ryanair für 7,02 Euro fündig. Nach Düsseldorf kommt man für 9,99 Euro. Für die Airline natürlich kein gewinnbringender Betrag.

Der eigentliche Flugpreis habe für die Airlines aber zunehmend weniger Bedeutung, sagt Pontius. „Dafür werden die Daten, die die Passagiere bei ihrer Buchung eingeben, immer mehr wert." Um diese Daten zu Barem zu machen, investieren vor allem die großen Airlines Millionen in die Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz. „Wenn beispielsweise Google unsere Präferenzen und die unserer Freunde kennt, dann können die Airlines Angebote ganz anders persönlich zuschneiden", sagt Pontius.

Flughäfen

Werden die Verbindungen zwischen Mallorca und den großen Hubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Zukunft wohl noch ausgebaut werden, dürften es die kleineren Regionalflughäfen gerade nach der Germania-Pleite immer schwerer haben, ihr Angebot aufrechtzuerhalten. Bei Mallorca-Flügen gilt das laut Pontius besonders für Flughäfen in Nordrhein-Westfalen, wie etwa Paderborn, Münster/Osnabrück, Dortmund oder Weeze sowie Airports wie Friedrichshafen oder Rostock-Laage. Schon heute verdient kaum einer dieser Flughäfen Geld.

Fluggesellschaften

Im künftigen Konkurrenzkampf werden laut Pontius nur die potenten Fluggesellschaften überleben können. „Die fünf großen Gruppen machen jetzt schon 60 Prozent des Luftverkehrs in Europa aus, und in wenigen Jahren wird dieser Anteil bei 70 Prozent liegen", sagt der Berater.

So geht es für die Germania-Passagiere weiter

Für Mallorca bedeutet das, dass Ryanair und deren mittlerweile hundertprozentige Tochter Laudamotion sowie auch Easyjet und Eurowings weiter wachsen werden, während die kleineren Anbieter wie Condor und Tuifly ums Überleben kämpfen werden müssen. Allerdings kommt beiden ihre enge Verzahnung mit den Reiseveranstaltern Thomas Cook und Tui zugute.

Es wird eng am Himmel

Dass die massiven Verspätungen, die bei Mallorca-Flügen im Frühling und Sommer 2018 für viel Ärger sorgten, in Zukunft weniger werden, glaubt Pontius nicht. „Zwar könnte es aufgrund des Buchungsrückgangs dieses Jahr auf Mallorca etwas weniger chaotisch werden, aber in den kommenden Jahren wird der Flughafen von Palma wieder deutliche Verkehrszuwächse verkraften müssen." Insgesamt werde in Europa mit einer Verdopplung des Flugverkehrs in den kommenden 20 Jahren gerechnet. „Das wird an vielen Flughäfen in Europa zu einer Überforderung der Infrastruktur führen, weil zu wenig investiert wird", sagt Pontius.

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