21. Februar 2019
21.02.2019
Mallorca Zeitung

Hells Angels: Neben Hanebuth werden auch Polizisten auf der Anklagebank sitzen

Bestochene Beamte sollen den deutschen Rockern bei Geldwäsche und Racheakten geholfen haben

21.02.2019 | 11:51
Hanebuth und seine Mitrocker wurden bei der Operation Casablanca festgenommen.

Zusammen mit der von Frank Hanebuth angeführten Rockerbande Hells Angels werden auch mehrere mallorquinische Polizisten auf der Anklagebank sitzen. Die Klageschrift der spanischen Staatsanwaltschaft fordert in einem Fall sieben Jahre und sechs Monate Haft für einen Ortspolizisten von Palma de Mallorca, der den deutschen mutmaßlichen Motorrad-Gangstern Informationen beschafft haben und damit Teil der kriminellen Vereinigung gewesen sein soll.

Für einen weiteren Ortspolizisten fordert die Anklage ein Jahr und sechs Monate Gefängnis, weil er mutmaßlich von Straftaten Kenntnis hatte und diese nicht verfolgte. Ein auf Mallorca stationierter Beamter der spanischen Guardia Civil soll laut Staatsanwaltschaft fünf Jahre und sechs Monate in Haft. Neben dem Verraten von Polizeigeheimnissen und unterlassener Strafverfolgung lauten die Anklagepunkte Urkundenfälschung und Bestechung.

Hintergrund: Anklage fordert 300 Jahre Gefängnis

Laut Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" führten die Ermittlungen der Operation "Casablanca" schließlich zu weiteren Nachforschungen und brachten am Ende eine ganze Lawine ins Rollen. Die Mega-Prozess gegen den Discokönig Bartolomé Cursach und dutzende mutmaßlich korrupter Polizisten und Beamten seien ursprüngliche eine Folge der Ermittlungen gegen Frank Hanebuth und seine Kumpanen gewesen.

Am Anfang stand anscheinend eine Messerstecherei im September 2012. Ein Ortspolizist in Palma soll danach versucht haben, eine Anzeige wegen Körperverletzung gegen einen der deutschen Rocker an der Playa de Palma zu stoppen. Ein anderer Polizist beschaffte den Rockern angeblich Informationen aus dem Polizeiregister. Bei einem Mitglied der Hells Angels war eingebrochen worden und der Polizist lieferte der Rockerbande Informationen über den mutmaßlichen Täter - womöglich um Rache zu nehmen.

Andere Polizisten waren mutmaßlich direkt in die Geschäfte der Höllenengel verstrickt. Hanebuth solle einem Ortspolizisten vorgeschlagen haben, in ein geplantes Geschäft mit Marokko zu investieren. Den Ermittlungen zufolge reiste der angeklagte Beamte zusammen mit einem der Hells Angels nach Deutschland.

Hanebuth wurde bei einer Großrazzia gegen die Hells Angels im Juli 2013 auf Mallorca festgenommen, saß  zwei Jahre in spanischer U-Haft und kam dann unter Auflagen frei. 2017 durfte er Spanien verlassen und geht seither wieder seinen Geschäften in Hannovers Rotlichtviertel nach./tg

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