02. April 2019
02.04.2019
Mallorca Zeitung

Polizeichef: "Die Playa können wir nur gemeinsam verändern"

Josep Palouzié, Chef der Ortspolizei von Palma de Mallorca, zu den neuen Benimmregeln am Ballermann. Er setzt auf eine breite Allianz

02.04.2019 | 15:48
Josep Palouzié, Chef der Ortspolizei von Palma de Mallorca an seinem Schreibtisch.

Seit Montag (1.4.) gelten die neuen Benimmregeln an der Playa de Palma. So ist etwa auf dem Carrer del Pare Bartomeu Salvà, besser bekannt als Schinkenstraße, der Konsum von alkoholischen Getränken untersagt. Auch Essen darf nicht mehr mit auf die Straße genommen werden, Lokale wie der Bierkönig und das Bamboleo müssen eine Absperrung zur Straße errichten.

Der Bierkönig hat dem schon zugestimmt, man koordiniere noch mit der Stadt Palma, wie genau die Absperrung aussehen soll, heißt es aus dem Lokal. "Bis zum Mai muss die Absperrung stehen", sagt Josep Palouzié, Chef der Ortspolizei von Palma de Mallorca der MZ bei einem Besuch in seinem Präsidium.

Die Stadt verspricht sich davon weniger Exzesse auf der Straße, Taschendieben soll der Zugang zu der feiernden Menge versperrt und das Gegröle besser unterbunden werden. Dafür sollen wie jedes Jahr im Sommer auch mehr Ortspolizisten Dienst an der Playa schieben. Wie viele das genau sein werden, konnte Palouzié noch nicht sagen.

Die Strafen reichen von 100 bis 750 Euro für leichte Vergehen und bis zu 3.000 Euro für schwerere Verstöße wie Saufgelage am Strand. Allerdings ist der Ermessensspielraum der Polizisten groß. "Wir werden die nächsten Wochen verstärkt mit den Leuten reden, auch mit den Betreibern der Lokale", sagt Josep Palouzié. Auch sei es völlig in Ordnung, wenn man ein Bier am Strand trinkt. "Natürlich sollen sich die Leute amüsieren, aber wir wollen keine Exzesse."

Die Chancen die Playa nachhaltig zu einem Besseren zu verändern, seien so gut wie nie. Der Polizeichef setzt dabei auf eine breite Allianz. Die Hotels würden bereits auf mehr Qualität setzten, ebenso wie viele Restaurants. Auch die Stadtplanung sei eine andere. "Wird das Angebot verändert, verändert sich auch die Klientel und damit die Gesamtsituation. Es kann nur funktionieren, wenn alle zusammenarbeiten", sagt Josep Palouzié.

Im März hatte das Stadtparlament unter dem Namen "ZEIT" neue Regeln aufgestellt. Das Kürzel steht für „Zona d'Especial Interès Turístic", also einem Gebiet mit regem Publikumsverkehr, insbesondere Touristen. Die gesamte Playa de Palma gehört dazu, aber auch Cala Major, die Altstadt von Palma, die Partymeile Paseo Marítimo und Teile der Straße Joan Miró im Viertel El Terreno.

Für diese Gebiete galten schon vorher besondere Benimmregeln. Neu sind die Verbote, dass in Schaufenstern kein Alkohol sichtbar präsentiert werden darf und Sonderangebote wie eine „Happy Hour" nicht erlaubt sind. An der sieben Kilometer langen Playa de Palma dürfen seit dem 1. April keine Flyer mehr verteilt werden, im Fall von illegalem Verkauf von Alkohol auf der Straße kann die Polizei nun Fahrzeuge der Verkäufer konfiszieren, um den Nachschub trocken zu legen.

Im sogenannten Holländer-Viertel zwischen Balneario 2 und 3 darf zwischen 5 und 8 Uhr morgens nicht auf der Straße gegessen und Alkohol getrunken werden, um die Nachbarn vor Lärm zu schützen. Die verschärften Bestimmungen sollen bis zum 30. September gelten. 

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