17. April 2019
17.04.2019

Geschützter Zeuge im Fall Cursach bittet um Asyl in der Schweiz

Auf Mallorca fühle er sich seines Lebens nicht mehr sicher, berichten spanische Medien

17.04.2019 | 17:02
Der Hauptangeklagte Bartolomé Cursach.

Und wieder gibt es beängstigende Nachrichten vom Prozess gegen Bartolomé Cursach, bekannt als Discokönig von Mallorca. Einer der Zeugen der Anklage gegen das mutmaßlich korrupte Netzwerk aus der Discotheken-Gruppe, Ortspolizisten, Politikern und Mitarbeitern der Behörden, ist sich eigenen Angaben zufolge seines Lebens nicht mehr sicher und beantragte politisches Asyl in der Schweiz, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.

In den Unterlagen wird der Mann, wohl ein ehemaliger Mitarbeiter der Cursach-Disco Tito's, mit dem Decknamen "Zeuge 29" genannt, um seine Identität zu schützen. Schließlich hatte er Presseberichten zufolge als Erster vor Gericht ausgesagt, dass mehrere Ortspolizisten und Politiker der Stadt Palma de Mallorca regelmäßig in den kostenlosen Genuss von Sexorgien einschließlich Drogenkonsum gekommen seien. Dies soll eine der Gegenleistungen gewesen dafür gewesen sein, dass die Polizei ihre Inspektionen vor allem bei den Konkurrenzunternehmen der Cursach-Gruppe durchführte.

Doch mit der Anonymität war es wohl vorbei, schon bevor die Medien über den Fall berichteten. Der Kellner wurde von mutmaßlichen Handlangern der Cursach-Verteidigung bedroht und verletzt. Einer der Aggressoren wurde inzwischen wegen Einschüchterung von Zeugen zu einer Haftstrafe verurteilt.

Hintergrund: alle Artikel zum Fall Cursach

Die Anwälte der Verteidigung sollen so weit gegangen sein, Namen, Identität und ein Video des eigentlich geschützten Zeugen über die sozialen Netzwerke im Internet verbreitet zu haben. Einem Verteidiger der Mitangeklagten von Cursach, dem Anwalt Coco Campaner, wurde gerichtlich untersagt, den Namen des Zeugen im Internet zu veröffentlichten.

All diese Schutzmaßnahmen scheinen nichts geholfen zu haben. Um sich nicht ständig verstecken zu müssen, zog der Zeuge in die Schweiz. Dort beantragte er nun politisches Asyl, wie spanische Medien am Mittwoch (17.4.) berichten. Der Justiz in Spanien würde es nicht gelingen, die Unversehrtheit des Zeugen zu gewährleisten, so die Begründung. /tg

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