14. Juni 2019
14.06.2019
PR-ARTIKEL

Immunabwehr und Krebs

Was tut der Körper von sich aus und wo kann ich ihn aktiv unterstützen, Krebszellen zu bekämpfen?

14.06.2019 | 12:36

Kurzvita Prof. Drevs
Prof. Dr. med. Joachim Drevs spezialisierte sich nach Abschluss seines Medizinstudiums auf Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie. Seit 2009 ist er Professor an der Universität Freiburg und gründete 2011 die privatonkologische Tagesklinik UniFontis nahe Hannover.

Immunabwehr und Krebs
- Was tut der Körper von sich aus und wo kann ich ihn aktiv unterstützen, Krebszellen zu bekämpfen?

Das Immunsystem ist ein immer noch nur begrenzt verstandenes System, in welches schwierig einzugreifen ist. Im weitesten Sinne nimmt zunächst folgende Unterteilung vor:

Als 'erste Instanz' halten mechanische Barrieren potentielle Erreger ab: Ob Haut, Schleimhäute, Nasenhaare oder die Flimmerhärchen auf der Bronchialschleimhaut – bestimmte Mechanismen, wie z.B. Niesen oder Husten, transportieren potentielle Gefahren wieder nach draußen, bevor sie im Inneren des Körpers angekommen sind.

Sofern trotz der mechanischen Barrieren Keime in den Körper eindringen konnten oder eine Zelle einen Schaden aufweist, setzt die humorale Abwehr ein: Makrophagen, Monozyten oder Granulozyten umschließen alles, was potentiell bedrohlich ist. Daraufhin werden die körperfremden Stoffe abgebaut. Eine Analyse vorab, um welche Art von Angreifer es sich genau handelt, findet nicht statt. Genauso wenig merkt sich die unspezifische Abwehr ihre Abwehrmechanismen.

Eine dritte Art kommt bei verschiedenen Erregern zum Einsatz: die spezifische Abwehr. Hier übernehmen die B-Lymphozyten, die im Knochenmark gebildet werden. Sie sammeln sich später in den Lymphknoten und der Milz, wo sie Antikörper gegen die Erreger bilden. Hinzu kommen die T-Lymphozyten, die im Thymus reifen. Das Besondere: Das Immunsystem merkt sich die Beschaffenheit der Erreger. Bei einer erneuten Infektion kann der Körper somit schneller und wirkungsvoller reagieren. Der Schutz bleibt durch das immunologische Gedächtnis über viele Jahre bestehen.

Im Zusammenhang mit Krebserkrankungen findet man wiederkehrend folgende Fehlinformationen: Erstens: 'Krebs entsteht durch ein schwaches Immunsystem' und zweitens: 'Eine Stimulierung des unspezifischen Immunsystems wirkt gegen Krebs'.

Da die Krebsentstehung aus einer eigenen, gesunden Körperzelle erfolgt und diese – ob als Vorstufe oder wachsender maligner Tumor – über bestimmte Siegel (z.B. CTL-4 und PD-1) als 'gesund' deklariert wird, nimmt das Immunsystem sie nicht wahr. Aus diesem Grund bleibt eine Stimulierung des unspezifischen Immunsystems ohne Auswirkung auf die Erkrankung.

Erst die Möglichkeiten der Molekularbiologie und die daraus folgenden zielgerichteten Therapieansätze in Form von Antikörpern und Inhibitoren, sowie vor allem die Entwicklung von Tumorzellimpfstoffen, macht es dem Immunsystem wieder möglich, die malignen Zellen trotz ihrer 'Tarnung' aufzuspüren und zu bekämpfen.

Nach einer Chemotherapie sind die Immunzellen häufig schwer geschädigt und die Laborwerte liegen jenseits des Normbereiches. In dieser Situation ist es für den Körper noch schwieriger, Infekte abzuwehren und geschädigte Zellen zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht sinnvoll, eine Stimulation des Immunsystems vorzunehmen, da es schlicht an Zellen fehlt, die sich jedoch nach Beenden der Chemotherapie wieder normalisieren sollten.

Um die Menge der vorhandenen Immunzellen zu untersuchen, braucht es ein Differentialblutbild.

Um den Körper anzustoßen, die entarteten Zellen wieder als Zellschrott zu markieren und auszusortieren, braucht es also einen Impuls von außen: die Tumorzellimpfung. Hierbei gibt es viele Parallelen zur normalen Impfung gegen Viren und Bakterien.

Für die Herstellung wird dem Erkrankten Blut abgenommen, aus welchem die zirkulierenden Tumorzellen isoliert und dann extrahiert werden. Im Labor werden die Zellen sterilisiert und bearbeitet, damit sie sich nicht weiter teilen können, wenn sie zurück in den Körper gespritzt werden. Die Zelloberfläche und ihre Eigenschaften bleiben jedoch dieselben wie vorher. Nach einer Herstellungszeit von zwei Wochen erhalten wir den Impfstoff aus dem Labor zurück. Nun kann der Impfstoff dem Patienten in insgesamt sechs Gaben injiziert werden. Mit jeder Gabe 'lernen' die Antigene, die Krebszellen wieder unterscheiden zu können. Nach Abschluss der Therapie sollte die Immuntoleranz, die es den Krebszellen erlaubt, von den Fresszellen unbemerkt zu bleiben, vollständig aufgehoben sein.

Diese Form der Immuntherapie hat besonders bei Krebserkrankungen, die bereits gestreut haben, einen Vorteil, da sie sowohl den Primärtumor, als auch die Metastasen, gleichermaßen bekämpft.

Unifontis

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Ihr Joachim Drevs

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