18. Juni 2019
18.06.2019
Mallorca Zeitung

Mordprozess um deutschen Mallorca-Rentner: Das sagt die Polizei

Vor einem Schwurgericht in Palma muss sich seit vergangener Woche die Frau des Opfers verantworten

18.06.2019 | 10:49
Die Angeklagte vor dem Schwurgericht.

Im Prozess um die Ermordung des deutschen Renters von Cala Millor auf Mallorca haben am Montag (17.6.) die Beamten der Guardia Civil ausgesagt, die den Tatort in Augenschein genommen hatten. Die Version, die die Angeklagte Svetlana B. vor Gericht geschildert habe, sei "unmöglich", so die Beamten, es sei nicht vorstellbar, dass das Opfer in Folge einer Hunde-Attacke zu Tode gekommen sei.

"Dem Mann wurden Beruhigungsmittel verabreicht und auf dem Bett die ersten Schnitte zugefügt, an denen er verblutete. Anschließend wurde Fleisch mit einem Sägemesser abgetrennt, und der Mann wurde ausgezogen", heißt es in der Aussage der Polizisten. Es gebe keine Hinweise auf eine Hunde-Attacke. Als man die Leiche aufgefunden habe, habe diese einen glatten Schnitt am Arm aufgewiesen, der unmöglich von einem Tier stammen könne.

Die Beamten lieferten einen detaillierten Bericht über Blutspuren in der Wohnung, die vor allem davon herrührten, dass die Leiche vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer geschleift worden sei. Die Kleidung des Opfers sei von einer Person, nicht von einem Tier zerrissen worden. Insgesamt drei blutige Messer fanden sich am Tatort.

Ein Gutachter der Verteidigung bestritt dagegen die Wirkung des Beruhigungsmittels auf das Opfer. Angesichs der geringen Dosis sei der Mann bei Bewusstsein gewesen und hätte sich verteidigen können. Die Angeklagte dagegen habe große Mengen Medikamente und Alkohol zu sich genommen und deswegen möglicherweise eine Panikattacke erlitten, als die Hunde das Opfer angegriffen hätten. 

Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass die 49-Jährige an jenem 1. April 2016 in Cala Millor den Deutschen betäubte, mit einem Messer das Fleisch von den Armen trennte und es den zwei Hunden zu fressen gab. Der 70-Jährige verblutete. Die Staatsanwaltschaft fordert 26 Jahre Haft für die Russin, die Verteidigung plädiert auf Freispruch.

Kein gutes Licht auf die Angeklagte hatten zudem die Aussagen von Zeugen geworfen. Svetlana B. habe ihm im betrunkenen Zustand 50.000 Euro für den Mord an Horst angeboten, so ein Mann, der der Frau Kokain verkauft haben soll.

Der Deutsche und Svetlana B. führten laut Zeugenaussagen eine schwierige Beziehung mit lautstarken Streits während der zwei Jahre, die sie in in dem Küstenort in der gemeinsamen Wohnung lebten. Die Polizei schaute regelmäßig vorbei, ohne dass es aber zu einer Anzeige kam. /ff

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