02. August 2019
02.08.2019
PR-ARTIKEL

Impfstofftherapie

Mit Fahndungsfotos gegen Tumorzellen

02.08.2019 | 01:00

Kurzvita Prof. Drevs
Prof. Dr. med. Joachim Drevs spezialisierte sich nach Abschluss seines Medizinstudiums auf Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie. Seit 2009 ist er Professor an der Universität Freiburg und gründete 2011 die privatonkologische Tagesklinik UniFontis nahe Hannover.

Impfstofftherapie – mit Fahndungsfotos gegen Tumorzellen

Im Gegensatz zu den Standardtherapien wird bei der Impfstofftherapie die 'Waffe' gegen Krebszellen nicht von außen zugeführt, sie ist schon im Körper vorhanden - die Immunabwehr.

Ein Hauptproblem, das lange Zeit als unüberwindbar galt: Das Immunsystem kann maligne veränderte, körpereigene Zellen nur schwer von gesunden unterscheiden und eliminieren – im Gegensatz zu Zellen, die beispielsweise von Viren befallen sind. Krebszellen tragen bestimmte Marker auf der Oberfläche, welche das Immunsystem, trotz der Abnormalität der Zelle, davon abhalten, diese zu zerstören.

Längst zugelassen sind die prophylaktischen Impfstoffe, die gesunden Menschen vorbeugend gegen Viren, die mit Krebserkrankungen im Zusammenhang stehen, verabreicht werden. Zu diesen zählt beispielsweise die Impfung gegen humane Papillomviren zur Verhinderung von Gebärmutterhalskrebs.
Die therapeutischen Krebsimpfstoffe, die bei einer bestehenden Krebserkrankung verabreicht werden, finden bisher keine flächendeckende Anwendung; dabei ist das Wirkprinzip logisch und nebenwirkungsarm:
Die hierbei angestoßene Immunreaktion ähnelt der bei Impfungen gegen Viruserkrankungen, z. B. gegen Masern. Hier erfolgen ebenfalls Injektionen, um das Immunsystem mit den Erregern bekannt zu machen und seine Abwehrreaktion zu verstärken.
Wie die Viren haben Krebszellen besondere Merkmale auf ihrer Oberfläche. Bestimmte Abwehrzellen erkennen normalerweise diese Struktur und alarmieren das Immunsystem. Zu diesen „Erkennerzellen" gehören vor allem Antikörper und dendritische Zellen. Sie präsentieren die Merkmale der feindlichen Zellen den Killerzellen, deren 'Job' es ist, die Zellen zu zerstören.

Bei der Herstellung im Labor konnte man Tumorzellen lange nur aus frisch operiertem Gewebe identifizieren und herauslösen. Durch neue Methoden ist ein deutlich weniger aufwändiges Verfahren möglich: Die zirkulierenden Tumorzellen aus dem Blut können zur Produktion verwendet werden. Hierfür ist nur eine Blutentnahme notwendig.
Der personalisierte Krebsimpfstoff (sog. Autologe Vakzine) enthält diese Tumorzellen des Patienten oder Teile davon in unschädlicher Form. Durch eine Injektion des hergestellten Impfstoffs wird die Tumorzelle wie auf einem 'Fahndungsfoto' als feindlich vorgeführt. Dadurch können jegliche Zellen, ob im Haupttumor, in Metastasen oder im Blut, als 'nicht zum Körper gehörig' erkannt - und vernichtet werden. Die eigentlich bestehende 'Tarnung' von Tumorzellen, die sie für das Immunsystem unangreifbar machen, wird aufgehoben.

Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich. Häufig stellen sich wenige Tage nach der Injektion grippeähnliche Symptome wie Fieber ein; diese sind jedoch als Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf die Impfung reagiert, erwünscht.

Ein anderes, aber ähnliches Verfahren, ist die Impfung mit dendritischen Zellen. Auch hier ist das Ziel, die Tumorzellen für körpereigene Abwehrzellen angreifbar zu machen. Die Impfstofftherapien können in jedem Stadium erfolgreich angewandt werden, vom Zustand kurz nach einer vollständigen Entfernung bis zum fortgeschrittenen Stadium.
Je weniger das Immunsystem vorher durch eine Bestrahlung oder Chemotherapie geschädigt wurde oder durch Immunsuppressiva wie Cortison unterdrückt wird, desto besser kann es auf die Tumorzellen reagieren.

Beide Impfverfahren können in jedem Stadium der Erkrankung und bei allen soliden Tumoren und Blutkrebserkrankungen durchgeführt werden.
Der große Unterschied beider Impfstofftherapien ist, dass bei autologen Vakzinen Tumorzellen und deren Bruchstücke bearbeitet und anschließend injiziert werden, während es sich bei den dendritischen Zellen um Zellen des Immunsystems handelt, denen man außerhalb des Körpers die Tumorzellen präsentiert hat.

Um die Metapher des 'Tumorzellimpfstoffs als Fahndungsfoto' fortzuführen, kann man Dendritische Zellen als Streifenpolizei des Immunsystems bezeichnen. Sie sind in den verschiedenen Bereichen des Körpers auf Streife und suchen nach körperfremden Gebilden. Dazu zählen unter anderem Bakterien, Viren, aber auch die entarteten Oberflächen von Tumorzellen. Haben sie etwas aufgespürt, wird es verschluckt und anschließend auf der eigenen Oberfläche präsentiert. Nachdem Kontakt mit einem Fremdkörper wandern sie in den nächsten Lymphknoten. Dort zeigen sie ihre Entdeckung anderen Immunzellen, wie den Killer-T-Zellen, die daraufhin gegen die präsentierten Strukturen vorgehen und sie zerstören.
Die körpereigene Immunantwort kann auf diesem Wege verstärkt sowie die Toleranz der Abwehrzellen gegenüber Tumorzellen durchbrochen werden.

Die positiven therapeutischen Effekte beider Therapien konnten bei gleichzeitig gering ausgeprägten Nebenwirkungen in mehreren Studien eindrucksvoll gezeigt werden. In unserer Klinik werden Sie zu den genannten Therapien beraten. Wir bieten die Herstellung der Impfstoffe in unserem Partnerlabor an.

Unifontis

Sollten Sie sich für eine Zweitmeinung oder Therapie in unserer Klinik interessieren, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
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Ihr Joachim Drevs

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